Schwangere rauchen Marihuana gegen Morgenübelkeit

Marihuana hilft bei Übelkeit und regt den Appetit an, immer mehr US-amerikanische Frauen konsumieren die Droge in der Schwangerschaft. ÄrztInnen warnen vor den möglichen Folgen.

Bei den unerwünschten Nebenwirkungen einer Schwangerschaft ist die Morgenübelkeit ganz vorne dabei. Mehr als die Hälfte der schwangeren Frauen leidet unter der Übelkeit, die meistens morgens , aber auch den ganzen Tag über auftreten kann. In den meisten Fällen beschränken sich die Beschwerden auf das erste Trimester, selten bleiben sie während der gesamten Schwangerschaft bestehen. Betroffene vertrauen auf Vitamin B6-Präparate oder bewährte Hausmittel wie Ingwer oder Akkupunktur und Yoga - und manche US-Amerikanerinnen versuchen es sogar mit Marihuana.

Marihuana hat eine beruhigende Wirkung auf den Magen und regt den Appetit an, in einigen US-Staaten profitieren etwa KrebspatientInnen von den Wirkungen. Ärztlich empfohlen ist die Anwendung in der Schwangerschaft aber keinesfalls, dennoch greifen immer mehr Frauen zum Gras, um die Übelkeit zu lindern. ForscherInnen haben Daten von 318.000 schwangeren Frauen aus der Datenbank der kalifornischen Gesundheitsbehörde analysiert. Zwischen 2009 und 2016 hat sich der Anteil jener Schwangeren, die Marihuana konsumieren, von 4,2 Prozent auf 7,1 Prozent erhöht. Bei Schwangeren in der Altersgruppe 18 und jünger ist der Anteil von 12,5 Prozent auf 21,8 Prozent gestiegen, bei den 18-24jährigen von 9,8% auf 19%. Die WissenschafterInnen warnen außerdem vor einer möglicherweise signifikant höheren Dunkelziffer, da die Daten auf eigenen Angaben der Befragten beruhen.

Marihuana in der Schwangerschaft schadet dem Baby

Die ForscherInnen vermuten, dass die Schwangeren versuchen, Übelkeit und Angstzustände zu bekämpfen. Jüngere kalifornische Frauen hätten außerdem weniger Hemmungen, da sie mit der Legalisierung der Droge für medizinische Zwecke aufgewachsen wären. Auch wenn der Marihuanakonsum für viele logisch erscheinen mag, raten die ÄrztInnen dringend davon ab. Es gibt wenig umfassende Studien zu den Auswirkungen auf das ungeborene Kind, Untersuchungen des Center for Disease Control and Preventionlegen aber nahe, dass Marihuanakonsum zu niedrigem Geburtsgewicht und Entwicklungsstörungen führen kann. Das THC wird von der Mutter auf das Baby übertragen.

Bei Morgenübelkeit ist der Ingwertee also die definitiv bessere Variante.

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