Schwanger & Diabetes?

Während der Schwangerschaft verändert sich der Zuckerstoffwechsel der Frau als Folge der hormonellen Umstellungen, deswegen leiden zwischen 2% bis 14% an Schwangerschaftsdiabetes. Das sind die Ursachen, Risiken und Folgen.

Als Schwangerschaftsdiabetes (auch: Gestationsdiabetes) bezeichnet man einen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), der erstmals während einer Schwangerschaft auftritt und meist nach der Schwangerschaft wieder verschwindet.

Ursachen

In der Schwangerschaft wird vermehrt Insulin ausgeschüttet, um den erhöhten Bedarf zu decken. Es kann sich jedoch auch eine vorübergehende Insulinresistenz entwickeln. Schwangerschaftsdiabetes zeigt sich meistens in der zweiten Schwangerschaftshälfte und ist dem Typ-2-Diabetes ähnlich.

War eine Frau während der Schwangerschaft von Gestationsdiabetes betroffen, hat sie wie erwähnt ein erhöhtes Risiko, in weiterer Folge erneut und dann dauerhaft zuckerkrank zu werden.

Risiken

Das größte Risiko tragen Schwangere, die bereits Schwangerschaftsdiabetes in einer früheren Schwangerschaft hatten oder die bereits ein oder mehrere sehr große Kinder zur Welt gebracht haben.

Außerdem zählen zur Risikogruppe:

  • Frauen mit starkem Übergewicht (Body Mass Index höher als 27)
  • Ältere Schwangere (die Wahrscheinlichkeit, Diabetes zu bekommen, steigt mit zunehmendem Alter an)
  • Frauen, deren Bruder, Schwester oder ein Elternteil Diabetes haben.
  • Frauen mit Zucker im Harn
  • Erhöhter Nüchternblutzucker und gestörte Glukosetoleranz (>100 mg/dl) vor der Schwangerschaft
  • Kind mit einem Geburtsgewicht über 4.500 Gramm in einer vorhergehenden Schwangerschaft

Folgen

Folgen für die Mutter

Erhöhtes Risiko

  • für einen Schwangerschafts-Bluthochdruck und Präeklampsie
  • für Infektionen in der Schwangerschaft: Harnwegsinfektionen, Scheidenpilze
  • für eine Kaiserschnittentbindung
  • für die Entwicklung eines Typ II Diabetes innerhalb der nächsten 5 Jahre (in 50% der Fälle)

Folgen für das Kind

Nach der Geburt können sich folgende Symptome und Erkrankungen finden:

  • diabetische Fetopathie (Hypoglykämie = kindlicher Unterzucker: nach der Abnabelung zu niedrige Blutzuckerwerte durch zu hohe Insulinproduktion des Ungeborenen): Lungenreifungsstörungen mit Atemnotsyndrom, chronischer Sauerstoffmangel, zu viele rote Blutkörperchen, ein zu hohes Geburtsgewicht (>4000 g) mit der Gefahr von geburtsbedingten Verletzungen, Störungen im Blutsalzhaushalt des Babies
  • zu hoher Bilirubinwert im Blut (Gelbsucht) und Blutbildung außerhalb des Knochenmarks
  • Cardiomyopathie (zu großes und damit zu wenig leistungsfähiges Herz)
  • erhöhtes Risiko für den Tod des Kindes im Mutterleib
  • erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Übergewicht, Stoffwechselstörungen und Diabetes mellitus im späteren Leben des Kindes.

Therapie

Ziel der Therapie eines Schwangerschaftsdiabetes ist es, die überhöhten Blutzuckerspiegel in den normalen Bereich zu senken. In den meisten Fällen genügt eine Umstellung auf kohlenhydratärmere Kost und mehr Bewegung. Nur in bis zu 30 Prozent der Fälle muss eine Insulintherapie erfolgen.

Durch diese einfache Maßnahme eines Zuckerbelastungstests zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche kann eine optimale Betreuung in der Schwangerschaft gewährleistet und viele neue Diabeteserkrankungen und Spätschäden verhindert werden.
 

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