Schuppende Haut

Schuppenflechte, im Fachjargon Psoriasis genannt, ist eine chronisch entzündliche Erkrankung. Hauptsymptom sind entzündete, schuppende Hautstellen auf Körper und Kopfhaut. In Österreich leiden bis zu 3 % der Bevölkerung an dieser systemischen Erkrankung, die nicht nur die Haut betrifft.

Stigmata

Menschen mit Psoriasis leiden an einer systemischen chronisch-entzündlichen Erkrankung. Nicht nur die mitunter sehr schmerzhaften und juckenden Hautveränderungen machen den Betroffenen zu schaffen, sondern vor allem die weitreichenden psycho-sozialen Folgen des „anders Aussehens", welche bis zur behandlungsbedürftigen Depression führen können. Durch die schuppigen, oft stark entzündeten Plaques, die am ganzen Körper auftreten können, wirkt diese Krankheit in höchstem Maß stigmatisierend. Das psychische Wohlbefinden von Psoriatikern ist durch ihre Erkrankung ähnlich stark, wenn nicht sogar stärker beeinträchtigt, als jenes von Krebskranken, von Diabetikern oder Patienten mit Herzerkrankungen. Gerade Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis haben aufgrund ihres körperlichen Erscheinungsbildes oft ein geringes Selbstbewusstsein.

Die Betroffenen werden von ihrer Umwelt oft wie Aussätzige behandelt.
von Friederike Schönauer, PSO Austria

Ursachen

Eine der Ursachen für die ablehnenden Reaktionen gegenüber Betroffenen liegt darin begründet, dass immer noch viele Menschen glauben, es handle sich um eine ansteckende Krankheit. "Die Anfälligkeit eine Psoriasis zu entwickeln, ist zwar vererbbar aber diese Erkrankung ist nicht ansteckend und sie hat rein gar nichts mit mangelnder Hygiene der Patienten zu tun. Berührungsängste der Umwelt sind daher völlig unbegründet.", so Prim. Univ.-Prof. Dr. Klemens Rappersberger, Facharzt für Dermatologie und Venerologie und Vorstand der Dermatologischen Abteilung der Krankenanstalt Rudolfstiftung.

Behandlung

Bei der Behandlung der Psoriasis und der Psoriasis-Arthritis spielen moderne Medikamente wie beispielsweise Biologika eine maßgebliche Rolle. Sie greifen zielgerichtet ins Entzündungsgeschehen ein und blockieren ganz spezifisch Abläufe des Immunsystems, die für die chronische Entzündung verantwortlich sind. Damit können sämtliche Symptome der Erkrankung weitgehend unterdrückt und Hautläsionen zur Abheilung gebracht werden. Eine Heilung der Psoriasis ist allerdings nicht möglich, da es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, die ein Leben lang besteht.

Seit wenigen Jahren gibt es die Erkenntnis, dass Psoriasis nicht nur auf die Haut beschränkt ist, sondern nahezu alle Organsysteme betreffen kann. Damit zählt die Schuppenflechte zu den systemischen Erkrankungen, so wie z.B. Diabetes. Wer an Psoriasis leidet, hat auch ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Arthritis oder Morbus Crohn, einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung. Das systemische Entzündungsgeschehen ist also nicht ausschließlich auf die Haut beschränkt, sondern kann zusätzlich in anderen Organsystemen auftreten.
 

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