Schule führt Gender-Lehrplan ein

Der australische Bundesstaat Victoria investiert 21,8 Millionen Dollar (in etwa 14 Millionen Euro) in ein neues Bildungsprogramm: SchülerInnen sollen ab 2017 über die Kategorien männlich und weiblich nachdenken.

Geschlechterrollen und - stereotype prägen uns seit der Geburt. Das fängt bei der Wahl des Spielzeugs an und endet damit, dass Frauen im Berufsleben weiterhin weniger verdienen und dass fatale Vorstellungen von Männlichkeit zu Gewalt gegen Frauen und deren Diskriminierung führen.

Ein Gender-Lehrplan, der neue Wege geht


Um dem endlich etwas entgegenzusetzen, hat sich der australische Bundesstaat Victoria etwas ganz Besonderes überlegt: ab kommendem Jahr wird den Kindern und Jugendlichen in den dortigen Schulen der verpflichtende „Resilience Rights & Respectful Relationships“-Lehrplan vorgesetzt. So sollen sie unter anderem lernen, Männlichkeits- und Weiblichkeitsbilder zu hinterfragen. Auf dem Lehrplan stehen außerdem Menschenrechte, Sexualität und Gleichberechtigung.

Damit sollen Respekt und Toleranz gefördert werden - sowie Gewalt und Vorurteile verhindert werden. Dazu gehört auch das Lernen von Begrifflichkeiten: Hetero-, Homo- oder auch Pansexualität werden für die SchülerInnen keine Fremdwörter mehr sein. Sie sollen sich bewusst mit Geschlechteridentitäten und sexuellen Orientierungen auseinandersetzen.

Was sind männliche Privilegien?


Ein Kapitel sieht außerdem vor über männliche Privilegien aufzuklären, wie die BBC berichtet. Diese werden im Dokument so definiert: "Als Mann geboren zu werden, bringt Vorteile - zum Beispiel im öffentlichen Bereich überrepräsentiert zu sein - und das ist die Wahrheit, egal ob man persönlich an männliche Privilegien glaubt oder denkt, diese zu besitzen."

Der Bildungsminister James Merlino machte ein starkes Statement für die Notwendigkeit dieses Lehrplans, um den "Teufelskreis von häuslicher Gewalt" zu durchbrechen: "Es geht darum, unseren Kindern beizubringen, alle mit Respekt und Würde zu behandeln, damit wir eine kulturelle Veränderung einläuten können, die wir in unserer Gesellschaft brauchen, um häuslicher Gewalt ein Ende zu setzen."

 

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