Schule fordert in Brief mehr Engagement von Eltern

In einem offenen Brief an die Eltern fordert eine portugiesische Schule, dass Mütter und Väter ihrer erzieherischen Verpflichtung nachkommen. Denn die Schule sei nicht dafür da, einfache Umgangsformen zu lehren.

Der Brief wird auf Facebook aktuell tausendfach geteilt, trifft er mit seinem Inhalt doch vor allem bei Lehrerinnen und Lehrern einen wunden Punkt:

Schule nimmt Eltern in Verantwortung

Übernimmt die Schule zu viele Erziehungsaufgaben?

Der Webseite newsner.de zufolge haben die LehrerInnen einer portugiesischen Schule das Plakat initiiert, weil sie es Leid waren, Erziehung zu übernehmen, die eigentlich Aufgabe der Eltern sei. Eine eindeutige Quelle konnte von uns nicht gefunden werden, das Plakat mag in dieser Form tatsächlich in einer realen Schule hängen oder nicht: Die Tatsache, dass der Brief in den sozialen Netzwerken mittlerweile zigmal geteilt wurde, zeigt, wie sehr das Thema offenbar vor allem bei LehrerInnen einen Nerv trifft. Die Frage, ob PädagogInnen in den letzten Jahren immer mehr grundlegende erzieherische Aufgaben übernehmen, die eigentlich Teil der elterlichen Pflichten sind, ist nicht neu und bewegt auch österreichische LehrerInnen.

"Man kann Eltern nicht aus ihrer Pflicht nehmen"

Gegenüber der WIENERIN erklärte eine Pädagoge, der Mathematik und Informatik an einem Gymnasium unterrichtet: "Prinzipiell verstehe ich dass es Eltern heutzutage sicher schwerer haben, siehe Beruf, Stress, etc. Allerdings geht es nicht, alles nur auf die Schule abzuschieben, die Schule kann diese Aufgaben nicht alle übernehmen, sonst bleibt für Bildung nicht die notwendige Zeit und auch nicht das notwendige Klima in der Klasse. Wir können nur im Zusammenwirken mit den Eltern hier eine Unterstützung anbieten. Hier darf und kann man aber die Eltern nicht aus ihrer Pflicht nehmen und diese Pflicht wird ihnen später von ihren Kindern tausendfach zurückbezahlt."

 

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