Schüchtern, aber irgendwie auch nicht: 8 Anzeichen, dass du ambivertiert bist

Eigentlich bist du zurückhaltend, aber mit den richtigen Menschen um dich herum wirst du zur verrückten Nudel? Vielleicht bist du weder extro- noch introvertiert.

Ambivertiertheit

"LOL. DU und Schüchtern? Von wegen!" finden deine allerbesten Freund*innen und würden in schallendes Gelächter ausbrechen, wenn du sagst, dass du dich für das berufliche Networking-Event oder das erste Date zu unsicher fühlst? Schließlich kennen sie dich und wissen, wie ausgelassen du beim Fortgehen bist und wie du scheinbar jegliche Berührungsängste an der Garderobe abzugeben scheinst. In ungewohnten Situationen und von neuen Menschen umgeben, ist von der Selbstsicherheit allerdings wenig übrig und du fühlst dich zurückhaltend und schüchtern. Das ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches, denn es gibt eben nicht nur Extro- oder Introvertiertheit, sondern ganz viel dazwischen.

Zwischen Introvertiertheit und Extrovertiertheit gibt es ein Spektrum

Extro- und Introvertiertheit sind vordefinierte Muster von Persönlichkeitszügen. Anders als oft behauptet, haben die beiden Begriffe aber weniger mit Schüchtern- oder Offenheit zu tun. Viel eher geht es darum, woher man Energie bezieht und was einen eher auslaugt. Introvertierte Menschen schöpfen Kraft aus dem Alleinsein, brauchen öfter Pausen von Mitmenschen, analysieren zwischenmenschliche Begegnungen eher mehr. Extrovertierte hingegen zehren von der sozialen Interaktion, suchen die Gesellschaft.

Die beiden Begrifflichkeiten bezeichnen allerdings nur die Pole von einem ganzen Spektrum aus Persönlichkeitsausprägungen. Die wenigsten Menschen bezeichnen sich ganz klar als intro- oder extrovertiert, rund 80 Prozent fällt es schwierig, sich zuzuordnen. Ambiversion ist der Begriff, der sich daraus entwickelt hat.

Was es bedeutet, ambivertiert zu sein

Ambiversion bezeichnet im Grunde nichts anderes, als anpassungsfähig zu sein. Soll heißen: Fühlt man sich in einer Situation wohl, passt man sich an und wird offener. Ist man eher unsicher, fühlt sich zwischen den Menschen um einen herum nicht wirklich sicher, verschließt man sich. Ambivertierte Personen können sich mit den meisten der folgenden Aussagen identifizieren:

  1. Ich kann Aufgabenstellungen alleine, aber auch gut im Team erledigen. Ich habe keine grundsätzliche Abneigung gegen das eine oder das andere.
  2. Manchmal stehe ich gerne im Mittelpunkt, aber immer brauche ich das nicht.
  3. Small Talk finde ich nicht unangenehm, allerdings bin ich schnell davon gelangweilt.
  4. Ich brauche ein Zeiterl bis ich einer Person vertrauen kann. Ich bin eher skeptisch.
  5. Manche Menschen in meinem Umfeld denken, ich sei sehr ruhig. Andere widerum denken, ich sei ein sehr geselliger Mensch.
  6. Ich kann mich genauso gut in meinen eigenen Gedanken verlieren wie in einem guten Gespräch.
  7. Ich brauche genügend Zeit für mich alleine, aber zu viel Ruhe langweilt mich auf Dauer auch.
  8. Ich habe feine Antennen für soziale Situationen. In soziale Konflikte gerate ich selten.

Ambiversion wirkt sympathisch

Ambivertierte Personen bekommen zudem oft die Rückmeldung, sehr sympathisch zu wirken. Die positive Wahrnehmung liegt daran, dass sich ambivertierte Menschen gut auf soziale Situationen einstellen und sich an ihr gegenüber anpassen können. Bei einem*einer extrovertierten Gesprächspartner*in nehmen ambivertierte Personen eher die passive Rolle des*der Zuhörer*in ein, bei einem introvertierten Gegenpart ist es umgekehrt. Ambivertierte gelten genau deshalb als die besseren Verkäufer*innen – weil sie eben genau wissen, was das Gegenüber gerade hören will.

 

Aktuell