In Schottland gibt es künftig kostenlose Tampons und Binden

Tampon

In Deutschland wurde die Senkung der hohen Besteuerung auf Damenhygieneartikel mit Jahresbeginn durchgesetzt und auch in Österreich steht die Reduzierung der sogenannten "Tampon Tax" im Regierungsprogramm der ÖVP und Grünen. Bisher betrug die Steuer auf die für Menstruierende unumgänglichen Produkte 20 Prozent. Schottland geht jetzt noch einen Schritt über die Senkung der Steuer auf Menstruationsprodukte hinaus: Künftig sollen Tampons und Binden allen Frauen im Land kostenlos zur Verfügung stehen.

Debatte um "Tampon Tax" in vielen Ländern

In den vergangenen Jahren hat die Debatte um die Besteuerung und Zugänglichkeit zu Menstruationsprodukten in vielen Ländern eine neue Dynamik bekommen. Immer mehr Regierungen haben eingesehen, dass es unfair ist, Menstruierende für etwas bezahlen zu lassen, das man sich nicht aussuchen kann. In den meisten Staaten werden Damenhygieneprodukte mehr oder weniger stark besteuert: In Deutschland gilt seit Anfang des Jahres etwa nicht mehr der 19-Prozent-Steuersatz für Luxusartikel, sondern mit 7 Prozent jener für Güter des täglichen Gebrauchs. (Dass bei manchen Herstellern die Steuersenkung in einer Preissteigerung resultiert, ist eine andere Geschichte >>> mehr dazu hier!) Im Vereinigten Königreich werden Menstruationsprodukte mit 5 Prozent besteuert, 2016 hatte die Regierung angekündigt, die Steuer gänzlich abzuschaffen. Das wurde allerdings bisher nicht umgesetzt.

Schottland setzt "einen Meilenstein auf dem Weg dahin, die Menstruation in Schottland zu normalisieren"

In Schottland wurde nun die "Period Prodcuts (Free Provision) Scotland Bill" verabschiedet, das heißt konkret: An öffentlichen Orten wie Stadtzentren, Jugendclubs oder Apotheken sollen Menstruationsprodukte kostenlos zur Verfügung stehen. Von den 112 Abgeordneten stimmte niemand dagegen, es gab eine enthaltene Stimme. Nun muss das Gesetz noch eine zweite Stufe, in der es noch mögliche Änderungsanträge geben kann, durchlaufen. Die Abgeordnete Monica Lennon war jedenfalls schon während der Debatte im Parlament sicher, dieses Gesetz sei "ein Meilenstein auf dem Weg dahin, die Menstruation zu normalisieren" und ein Signal dafür, "wie ernst das Parlament die Gleichheit der Geschlechter nimmt", wie die NZZ zitiert. Ihre Kollegin Alison Johnstone sieht das ähnlich: Jemanden für eine natürliche Körperfunktion zu bestrafen, sei schließlich "weder gleichberechtigt, noch fair".

 

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