Schon kleine Mengen Alkohol haben negative Auswirkungen auf unser Gehirn

Wein und Bier - das lob' ich mir? Leider nicht, sagen britische WissenschaftlerInnen. Schon kleinen Menge des Alkohols sollen im Gehirn zu negativen Veränderungen führen.

Langsam wissen wir selbst nicht mehr, was wir glauben sollen. Jahrelang hieß es, moderater Bierkonsum würde uns nicht schaden, und Wein wäre in Maßen sogar gesund für unseren Körper - und nun soll das alles falsch sein?

Das behauptet eine neue Studie aus Großbritannien, die bereits bei kleinen Mengen von Alkohol einen möglichen Schaden für unser Gehirn befürchtet.

Schaden für Lang- und Kurzzeitgedächtnis befürchtet

Die Untersuchung der Universität Oxford, die im British Medical Journal erschien, kam zu diesem Ergebnis, nachdem sie Daten von 550 gesunden (nicht Alkohol-abhängigen) Männern und Frauen ausgewertet hatte. Die ProbandInnen, im Durchschnitt 43 Jahre alt, mussten für die Studie angeben, wie viel Alkohol sie pro Woche konsumierten, anschließend untersuchten die ExpertInnen deren Hirnleistung.

Abzüglich unterschiedlicher Einflussfaktoren (wie Alter oder sozionökonomischem Status), kamen die ExpertInnen zu dem Schluss, dass der Konsum für das Gehirn der untersuchten Frauen und Männer schädlich war. Die ForscherInnen berichten, dass die ProbandInnen einen signifakten Abbau von Nervenzellen in der Region des Hippocampus aufwiesen (Bereich des Lang- und Kurzzeitgedächtnisses, der Emotionen und für räumliche Orientierung).

Schon moderater Konsum kann schädlich sein

Am schädlichsten war der Einfluss auf den Hippocampus bei mehr als 240 Gramm Alkohol wöchentlich, aber auch schon bei geringeren Mengen (zwischen 116 und 168 Gramm) verzeichneten die ForscherInnen einen Zellabbau.

Auch der Vergleich von Wenig-TrinkerInnen (weniger als 56 Gramm) mit abstinenten ProbandInnen brachte keinen Unterschied - die positive Wirkung von moderatem Alkoholkonsum konnte demnach also nicht bestätigt werden, sagen die ForscherInnen.

Trotz der eindeutigen Ergebnisse kann die Studie keinen direkten kausalen Zusammenhang liefern, da es sich um eine Beobachtungsuntersuchung der ProbandInnen handelte, betonen die StudienautorInnen. Trotzdem, so betonen viele ExpertInnen, würde die Studie Aufmerksamkeit auf ein gesellschaftliches Problem von Suchterkrankungen lenken, das lange Zeit als harmlos abgetan wurde.

In Österreich sind laut Schätzungen des Psychiaters Walter North 340.000 bis 500.000 Menschen von einem problematischem Trinkverhalten betroffen (mehr dazu hier). Betroffene können beispielsweise beim Verein Dialog oder der Alkoholhilfe des Blauen Kreuzes Hilfe suchen.

 

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