Schockierend: So viel Liter Wasser werden für ein Paar Jeans verschwendet

Die Jeans ist das meistgetragene Kleidungsstück der Welt. Im Schnitt hat jede Österreicherin bzw. jeder Österreicher mindestens fünf Jeans im Schrank. Wenigen ist jedoch bewusst, wie katastrophal die Öko- und Sozialbilanz einer konventionellen Jeans ist.

Wir alle tragen sie, doch die wenigsten fragen sich, woher sie eigentlich kommen: unsere Jeans. Die Wahrheit ist leider keine schöne, denn die Öko- und Sozialbilanz der blauen Begleiter ist katastrophal.

11.000 Liter Wasser für ein Paar Jeans


11.000 Liter Wasser benötigen etwa Baumwollanbau und Färbung eines Paars Jeans. Und davon gehen weltweit jährlich 2 Milliarden über die Ladentheken. Welche Folgen das für unsere Umwelt hat, kann sich jeder selbst ausrechnen.

Denn nur ein Prozent der weltweit produzierten Jeans wird umwelt- und sozialverträglich produziert. Welche nachhaltigen Jeansmarken es in Österreich gibt und wie fair und ökologisch diese wirklich sind, testete nun die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich.

Hier finden Sie faire Jeans


Fair bedeutet: Laser statt Chlorbleiche. Umweltfreundliche Verfahren statt giftiger Chemie. Faire Arbeitsbedingungen statt moderner Sklaverei. Und der Verzicht auf die tödliche Sandstrahlentechnik. Immer mehr nachhaltige Marken produzieren ohne Gift und Ausbeutung, und werden dennoch modischen Ansprüchen gerecht.

Insgesamt hat die AK Oberösterreich 13 ökofaire Jeansmarken zu ihrer Produktion befragt, die im österreichischen Handel erhältlich sind. Auf Basis von 40 Kriterien wurden anschließend die aktuellen Kollektionen nach ökologischen und sozialen Aspekten bewertet.

Das Ergebnis im Überblick:

Drei aktuelle Jeans-Kollektionen erreichten ein „Sehr gut“ (Gebrüder Stitch, Armedangels, Nudie Jeans), sieben „Gut“ (Sey, Patagonia, Naturfaser Fölser, Bleed, Grüne Erde, Wunderwerk, Good Society) und drei „Befriedigend“ (Mud Jeans, Freitag, Kings of Indigo).

Auch beim Kauf von fairen Jeans gilt: auf die Details am Etikett achten! Einzelne Produkte der genannten Marken könnten, z.B. durch einen höheren Anteil an Biofasern, besser abschneiden.

Wie erkenne ich faire Jeans?


Der Hinweis „Made in Europe“ ist keine ausreichende Information darüber, ob soziale Mindeststandards bei der Produktion eingehalten wurden. Denn wie die Clean Clothes Kampagne belegt, werden in der Bekleidungsindustrie in Osteuropa und der Türkei die NäherInnen ebenso wie in Asien oder Lateinamerika mit Löhnen abgefertigt, die unterhalb der Armutsgrenze liegen.

Dennoch gibt es ein paar praktische Kauftipps für KonsumentInnen:

- Dunkelblaue, unbehandelte Jeans sind ökologisch nachhaltiger

- Achten Sie auf die empfehlenswerten Gütesiegel GOTS und FAIRTRADE Certified Cotton und der Mitgliedschaft des Herstellers bei der Sozialstandard-Initiative Fair Wear Foundation

- Wirklich nachhaltiger Konsum ist weniger Konsum! Deshalb besser auf Qualität und Langlebigkeit setzen.

- Do it yourself! Kleidung besser reparieren, statt sie wegzuwerfen. So genannte „Repair-Cafés“ oder auch zahlreiche YouTube-Videos geben wertvolle Tipps dazu, wie man Reißverschlüsse repariert oder Knöpfe wieder annäht.

Link zum Fair Jeans Guide: http://ooe.arbeiterkammer.at/beratung/konsumentenschutz/fairkonsumieren/Jeans_Guide.html

 

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