Schluss mit dem Body-Shaming zu Weihnachten, Oma!

Angefangen bei "Na, du schaust aber gut aus!" bis zum fiesen "Jetzt hast aber genug Kekserl ghabt, oder?": Es reicht mit den blöden Kommentaren zu unserem Körper!

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Offiziell ist Weihnachten die Zeit der Besinnung und des Zusammenkommens. Inoffiziell ist sie jene des Konsums, garniert mit Unmengen an Essen und vor allem dem Reden darüber. Das kann für jene unter uns, die body positive oder body neutral denken und leben, sich von gängigen Schönheitsidealen verabschieden oder schlicht Frieden mit ihrem Körper machen möchten, eine ganz schön harte Zeit sein, angefangen von Omas "Na, du schaust aber gut aus!" bis zum fiesen "Jetzt hast aber genug Kekserl ghabt, oder?" vom Onkel Herbert.
All jenen, die meinen, Weihnachten gäbe es einen Freifahrtschein für unnötige und gemeine Kommentare über jemand anderes Körper, sei deshalb gesagt: Hier kommen sechs einfache Tipps, wie man zu den Feiertagen mal wirklich ein guter Mensch sein kann (und es ist gar nicht so schwer).

6 Schritte zu einem Weihnachten ohne Body Shaming

1. Der Körper eines anderen Menschen ist nicht dafür da, dass du ihn kommentierst.

Körper sind schlicht eine persönliche Angelegenheit und nicht dazu dazu da, von anderen kommentiert zu werden – schon gar nicht auf negative Art und Weise. Aber auch die gut gemeinten sind nicht unbedingt gut. Unglücklicherweise hat unsere Gesellschaft vielen Menschen, vor allem Frauen, eingetrichtert, ihrem Körper extrem viel Aufmerksamkeit zu widmen. Und jeder Kommentar, auch ein positiver, schafft wiederum ein Mehr an Aufmerksamkeit darauf. Ein vielleicht gut gemeinter Kommentar wie "Du siehst super aus! Hast du abgenommen?" entspringt direkt unserer Kultur der Fettphobie: Dünne Körper werden als Ideal angesehen, dicke Körper gelten als krank.
Darüber hinaus können auch positive Bemerkungen jemandes Essstörung triggern – man weiß nie, wer am Tisch mit seinem*ihrem Verhältnis zu Essen zu kämpfen hat.

2. Auch dein eigener Körper verdient mehr als herablassende Kommentare.

Aus zwei Gründen: Hör auf, dich selbst herunterzumachen (aus welchem Grund auch immer du das tust). Und: Junge Mädchen, die weibliche* Verwandte ständig Sätze wie "Mein Hintern sieht so dick aus in diesen Jeans" sagen hören, werden sich unweigerlich selbst ständig beobachten, um "bloß nicht fett" auszusehen.

3. Konzentriere dich auf deinen eigenen Teller.

"Na, jetzt hast du aber schon ganz schön viel gegessen!", "Bist du dir sicher, dass du noch ein zweites Stück haben willst?" – wir antworten mit einer Gegenfrage: Wann hab ich eigentlich drum gebeten, dass eine andere Person am Tisch mein Essen kontrolliert?
Bemerkungen wie die oben genannten zeigen, wie tief Fettphobie in unserem Sozialleben verankert ist. Und diese Bemerkungen können nicht nur verletzen, sondern auch viel Schaden anrichten: Kinder etwa, die nicht lernen, auf ihren Körper und ihr Sättigungsgefühl zu hören, sondern stattdessen nach "gutem" und "schlechtem" Essen gehen, schlittern schnell in eine negative Spirale in Sachen Körperbewusstsein.

4. Behalte dein Urteil für dich.

Abgesehen davon, dass es niemanden etwas angeht: Die Feiertage sind nicht mehr als ein kurzer Ausschnitt über die Ernährung und das Verhalten einer Person und ganz bestimmt kein Gradmesser für den Rest des Jahres. Also Schluss mit den Verurteilungen. Abgesehen davon geht es halt einfach niemanden etwas an.

5. Bezieh Stellung gegen Body-Shaming.

Wenn jemand einen der oben genannten oder anderen Kommentar am Tisch ablässt und du dich sicher fühlst, etwas dagegen zu sagen, dann tu’s! Das hilft anderen in der Runde enorm dabei, sich akzeptiert zu fühlen. Ganz besonders, wenn du der*die Gastgeber*in bist – denn sie*er legt unbewusst den Ton am Tisch fest.

6. Last but not least: Sprich einfach nicht über den Körper eines anderen Menschen.

Ja, das wiederholt sich, weil es so wichtig ist. Und wer dieser Regel folgt, braucht sich um die anderen Regeln keine Gedanken machen.

 

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