Schleichwege und Abkürzungen: Wo die Wiener Durchgangshäuser sind

Hinter der Fassade ist Wien oft noch ein bisserl schöner als man meinen möchte. Die Stadt Wien hat auf einer Karte einige der "Schleichwege" der Durchgangshäuser markiert - und macht damit für FußgängerInnen das Leben ein bisschen besser.

Eine Karte markiert einige Durchgangshäuser in Wien.

So ungefähr 700 Durchgangshäuser gibt es in Wien. Der Name ist Programm: Durch diese Häuser geht ein öffentlicher Weg, der, meist über den Innenhof, auf die andere Seite des Häuserblocks führt.

Die meisten davon entstanden um das 18. Jahrhundert. Sie verbinden häufig zwei Parallelstraßen miteinander und sparen FußgängerInnen damals wie heute einige Meter zum ihrem Ziel. Heut finden sich in den idyllischen Innenhöfe oft Geschäfte oder Lokale - wenn man denn weiß, wo. Das will einem die Stadt seit letztem Jahr ein bisserl leichter machen: Im mobilen Stadtplan und in der Wiener Fußwegekarte sind einige der Durchhäuser eingezeichnet. In der Realität haben ein paar außerdem blaue Tafeln verpasst bekommen, damit FußgängerInnen auf diese verstecktere Seite Wiens aufmerksam werden (und sich ein paar Minuten Gehzeit um die Blockbebauung sparen). „Wer über öffentliche Durchgänge Bescheid weiß, kommt rascher voran. Und hat beim Zu-Fuß-Gehen einen Vorteil gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern“, sagt die städtische Fußgängerbeauftragte, Petra Jensim KURIER. Die beschilderten Wege werden auch von Online-Routenplanern berücksichtigt.

Blaue Tafeln zeigen Schleichwege durch Wien

Von der Praterstraße 42 erreicht man über einen öffentlichen Durchgang die Czerningasse.

Vier dieser blauen Tafeln wurden bereits montiert: In der Leopoldstadt (Praterstraße 42 zur Czerningasse), in der Landstraße (Landstraßer Hauptstraße 28 zur Ungargasse). in Währing (Gentzgasse 21 zur Währinger Straße) und in Döbling (Heiligenstädterstraße 141 zur Kindergartengasse). Sie machen nicht nur auf die Durchgänge aufmerksam, sondern zeigen auch an, wie lange die Durchquerung dauert und zu welchen Zeiten sie erlaubt ist. Weitere Taferln sind geplant. Fix sind zwei Wegweiser in den nächsten Monaten, einer im Siebten, der andere im Dritten. Wo genau, das wird noch nicht verraten.

Jetzt sind sechs beschilderte Durchgangshäuser bei knapp 700 nicht besonders viel. Nur ist das eben auch nicht so leicht. Viele der Durchgänge liegen in privaten Gebäuden, das erschwert eine flächendeckende Beschilderung. EigentümerInnen und BewohnerInnen müssen mit der blauen Tafel einverstanden sein. Das Ziel der Mobilitätsagentur ist dennoch, in jedem Bezirk zumindest einen Durchgang markieren zu dürfen.

Das sind die schönsten Durchgangshäuser in Wien

Derweil kann man natürlich die bereits bekannten Durchhäuser nochmal erkunden. Das Schlossquadrat am Margaretenplatz im fünften Bezirk entstand etwa schon im 14. Jahrhundert. Heute findet man in dem verwinkelten Innenhof eine Vielzahl an Gastgärten (und richtig gutes Schnitzel).

Im ersten Bezirk können SpaziergängerInnen gar von einem Durchhaus gleich ins Nächste flanieren: Der Zwettlhofführt vom Stephansplatz zur Wollzeile und schließt dort an den Schmeckender-Wurm-Hof an. In beiden Durchgängen gibt es Shops.

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