Schlankere Shonda Rhimes wird anders behandelt

Seit die erfolgreiche Serienproduzentin Shonda Rhimes mehr als 50 Kilo verloren hat, nehmen sie die Menschen im Alltag positiver war. Warum eigentlich nicht schon vorher?

Shonda Rhimes hat viele großartige Dinge gemacht. Um nur ein paar zu nennen: Grey's Anatomy.Private Practice. Scandal. How to Get Away With Murder. Sie ist eine erfolgreiche und mehrfach ausgezeichnete Produzentin und Drehbuchautorin. Sie hat in ihren Serien immer Diversität gefördert und weiter als bis zum weißen, heteronormativen Seriendarsteller gedacht. Sie hat sich im US-Wahlkampf 2016 für Hillary Clinton stark gemacht. Sie ist im Vorstand der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation Planned Parenthood. Für all das gebührt ihr Anerkennung.

In den letzten Jahren hat sie außerdem ziemlich viel abgenommen. Und seitdem ganz andere Erfahrungen im Alltag gemacht. In ihrem Newsletter Shondaland schreibt sie: „Ich habe bemerkt, dass Leute mich wertschätzen, seit ich Gewicht verloren habe. Eines Gespräches würdig. Ein Mensch, den man anschauen kann. Ein Mensch, den man ein Kompliment machen kann. Ein Mensch, den man bewundern kann.“


Wir wollen hier nochmal festhalten, dass Shonda Rhimes ihre Karriere mit allen Höhen und Tiefen als "dicke", schwarze Frau bestritten hat. Und erst jetzt, nach diesem Gewichtsverlust, fühlt sie sich von fremden Menschen plötzlich und offensichtlich wertgeschätzt.

"Als ich fett war, war ich keine PERSON für diese Leute"

„Ich habe bemerkt, dass mich Leute JETZT als eine PERSON wahrnehmen. Was zur Hölle haben sie vorher gedacht? Als ich fett war, war ich keine PERSON für diese Leute. Als wäre ich die Unsichtbare Frau, die sich plötzlich vor ihnen materialisiert hat. Poof! Hier bin ich. Dünn und bereit zu plaudern.“

"Girls"-Produzentin Lena Dunham und Schauspielerin Gabourey Sidibe haben erst kürzlich ähnliche Erfahrungen gemacht: die Leistungen einer Frau verblassen neben einer Gewichtsveränderung. Nichts, das eine Frau tut, ist wichtiger als ihr Körper und wie er sich zum aktuellen Körperideal verhält. Je näher der Körper an dieser gesellschaftlichen Vorstellung, desto wertvoller die Frau als Person. In was für einer Welt leben wir eigentlich? Wir sollten endlich aufhören, Frauen auf ihr Gewicht zu reduzieren oder so zu tun, als wäre eine Gewichtsreduktion die größte Leistung oder Story aller Zeiten.

Es ist in Wahrheit doch einfach nur, wie Shonda Rhimes sagt: „Schlanker zu sein macht dich nicht zu einer anderen Person. Es macht dich einfach nur schlanker.“

 

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