"A schiache Oide wetzen": Fußball-Fans protestieren mit sexistischem Transparent gegen leere Stadien

Die Fußballstadien sind leer. Aber auch ohne Zuschauer*innen haben es die Fans des SK Rapid geschafft, Frauenfeindlichkeit und Sexismus im leeren Stadium einen Platz zu geben.

In einem leeren Stadium ohne Zuschauer*innen spielte der Wiener FußballvereinSK-Rapid spielte am Sonntag in einer Bundesligapartie gegen Hartberg - wie das die Maßnahmen gegen die Ausbreitung von COVID19 verlangen. Eingefleischte Fans des SK Rapids dürften darüber recht grantig gewesen sein. So grantig, dass sie ein Banner am Zaun zum "Block West" befestigten, das ihren Unmut über die Beschränkungen zum Ausdruck bringen sollte. Herausgekommen ist dabei eine ordentliche Portion Sexismus und Frauenfeindlichkeit.

Platz oder kein Platz für Sexismus?

"A Stadion mit leeren Plätzen is wie a schiache Oide wetzen" prangte in weißen Lettern auf rapid-grünem Hintergrund, gut sichtbar in der Vorberichterstattung am Pay-TV-Sender Sky. So recht dürften die Verantwortlichen nicht gewusst haben, wie mit dem Transparent umzugehen sei. "Minutenlang" soll der Spruch am Zaun unberührt geblieben sein, wie die Kronen Zeitung berichtet.

Erst auf wiederholte Nachfragen der Sky-Moderatorin Constanze Weiss, ob das Transparent entfernt werden würde und wieviel Frauenfeindlichkeit der Klub vertrage, sagte Rapid-Sportchef Zoran Barišić schließlich: "Keine. Weder Sexismus, noch Homophobie, noch Rechtsradikalismus ist zu tolerieren. Das entspricht nicht unserem Leitbild. Das ist nicht unsere Meinung. Wir distanzieren uns davon." Und tatsächlich war vor dem Anpfiff von dem Plakat nichts mehr zu sehen.

Geschäftsführung sieht "keinen Skandal"

In der Geschäftsführung des Fußballvereins sieht man das nicht so eng. Rapid-Geschäftsführer Christoph Peschek meinte nach dem Spiel gegenüber Sky, er "sehe keinen Skandal". Das Transparent sei immerhin nach "sehr intensiven Gesprächen, sehr intensiven Diskussionen" noch vor Spielbeginn abgenommen worden. Wieso ein Spruchband mit so einem Text überhaupt aufgehängt werden hatte können, konnte Peschek nicht beantworten.

Vielmehr betonte er gleich zu Beginn seines Statements, dass sich "der SK Rapid und seine Fans […] dafür aussprechen, dass wir möglichst bald wieder vor Zuschauer*innen Fußball spielen dürfen." Das dem Transparent zugrundeliegende Anliegen sei also nachvollziehbar. Er verwies weiters auf die Meinungsfreiheit und dass Banner, sofern sie nichts strafrechtlich Relevantes beinhalten, grundsätzlich auch zugelassen wären. Vom Transparent selbst distanzierte sich der Geschäftsführer dann doch zumindest ein bisschen: Er habe im Vorfeld nicht gewusst, was für einen Spruch der harte Kern der Rapid-Fans erdacht hatte.

 

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