Scheiß auf Hot Girl Summer

Sommer ist die Zeit für viel Haut, wenig Kleidung und gaaaanz viel Body Anxiety. Das geht in diesem Jahr soweit, dass Singles Dates absagen, weil sie sich in ihrem Körper unwohl fühlen. Ein Blick auf diese problematische Entwicklung!

Scheiß auf Hot Girl Summer

Mit aktuell bis zu 38 Grad in Wien verstehen wir, dass jeder so wenig Kleidung wie möglich tragen will. Sonst hält man diese Temperaturen ja nicht aus. Gleichzeitig kommt aber die Angst dazu, für seinen Körper verurteilt zu werden. Und sind wir ehrlich, wir alle haben im Lockdown ein paar Kilo zugelegt. Die konnten wir im Winter noch ganz geschickt hinter Winterpullis und Jacken verstecken, aber das ist hitzetechnisch nicht mehr drin. Und damit steigt natürlich auch die Anxiety.

Ich vermisse meinen Pre-Lockdown-Body

Laut einer Umfrage von der Dating-App Bumble sind mehr als die Hälfte der Singles jetzt unsicherer in Bezug auf ihren Körper als vor dem Lockdown. "Für viele von uns war das vergangene Jahr voller Stress, Unsicherheit und rascher Veränderungen, die die Anpassung möglicherweise erschwert haben. Diese Faktoren können unsere Beziehungen zu Nahrung, unserem Körper, körperlicher Aktivität und unserem Selbstverständnis beeinflussen. Aber auch unser Gefühl beim Dating kann dadurch durch Unsicherheiten, Rückzugsverhalten und Vermeidung getrübt sein”, sagt Anna Wilitzki, Bumbles Psychologie-Expertin.

Body-Shaming all the way

Leider ist die Angst, für seinen Körper angesprochen zu werden, nicht unbegründet. Die Umfrage ergab, dass rund jede*r dritte Single zwischen 18 und 34 Jahren schonmal ein Body Shamendes Kommentar gehört haben. 83 % geben auch an, das Gefühl zu haben, bei Dates noch stärker auf ihren Körper reduziert zu werden und ziehen dabei auch teilweise die Konsequenzen: Denn fast die Hälfte aller Singles hat schonmal ein Date oder anderes Treffen abgesagt, weil sie sich in ihrem eigenen Körper unsicher fühlten.

Ich steh zu mir

Doch Dates abzusagen heißt nur, vielleicht einen tollen Menschen nicht kennen zu lernen und vielleicht eine gute Zeit zu verpassen. Das geht natürlich gar nicht! Bereits im Jänner hat Bumble als erste Dating-App Body Shaming verboten und einen Algorithmus entwickelt, der unaufgeforderte, abfällige Kommentare über das Aussehen, die Körperform, die Größe oder Gesundheit von Personen erkennt. Psychologin Anna Wilitzki hat einige Tipps zusammengestellt, wie Singles ihre Body Anxiety überwinden und diesen Sommer zur besten Zeit machen:

1. Sei gut zu dir

Manchmal sind wir auf Kriegsfuß mit unserem Körper. Aber wenn du vor dem Spiegel stehst und merkst, du lässt kein gutes Haar an dir selbst, erinnere dich daran was dein Körper gut macht oder kann. Schreib fünf Dinge auf ein PostIt und klebe es an den Spiegel. Das kann sein: Mein Körper hat ein gutes Immunsystem, ich hab schöne Augen, meine Füße tragen mich auf Berggipfel rauf oder ich werde beim Sex schnell feucht. Alles was dein Körper gut macht, sei dankbar. Er ist nicht dein Feind.

2. Mach dir bewusst, was dir gut tut

Die letzten 1,5 Jahren ist viel Routine, die wir hatten, verloren gegangen. Manche Dinge haben wir dabei vergessen, die uns gut tun. Es ist an der Zeit, diese zurück zu gewinnen. Mach dir bewusst, was dir gut tut und plane das wieder in deinen Alltag ein. Wenn du Bewegung machst, überleg warum du das tust. Weil du dich dann besser fühlst oder mit dem Gefühl eine Idealfigur erreichen zu müssen?

3. Umgib dich mit Liebe

Das klingt so plakativ, aber es ist wichtig, dass du dich mit Menschen umgibst, die deine Einstellung in Bezug auf Körper teilen. Wenn du selbst negative Gedanken bekommst, sag aktiv Stopp. Und genau das solltest du auch zu deinen Freund*innen sagen, wenn die anfangen zu jammern.

 

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