Scheidungskrieg

Wenn sich die Eltern scheiden lassen, bricht für Kinder eine Welt zusammen. Besonders schlimm ist es für sie jedoch, wenn die Eltern sich zusätzlich ständig in die Haare kriegen oder das Kind als Spielball einsetzen, um dem anderen etwas heimzuzahlen. Was also tun, damit es für die Kinder nicht allzu schwer wird? Wir haben nachgefragt.

Folgende Dinge sollten Sie im Umgang mit Ihren Kindern beachten, wenn eine Scheidung im Raum steht, rät Psychotherapeutin Melanie Esterl:

* Versuchen Sie nicht vor dem Kind zu streiten. Auch wenn es in einem anderen Zimmer ist, bekommt es das mit, wenn Mama und Papa sich gegenseitig anschreien. Bemühen Sie sich Konflikte mit Ihrem Ex-Partner in sanften Diskussionen auszutragen, damit Ihr Kind vorgelebt bekommt, wie Erwachsene sinnvoll mjit Meinungsverschiedenheiten umgehen. Sollte die Situation drohen zu eskalieren, ist es die beste Lösung, aus dem Spannungsfeld rauszugehen.

* Viele Paare führen eine schon gescheiterte Ehe wegen den Kindern weiter. Das ist jedoch keine Lösung. Denn das Kind spürt, wenn etwas nicht passt und lernt so für sein eigenes Leben, nicht zu seinen Bedürfnissen stehen zu können

* Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über die Situation, da das Kind sonst verwirrt ist und die Hoffnung auf eine heile Familie bestärkt wird.

* Nehmen Sie dem Kind die Schuld. Erklären Sie ihm, dass die Liebe zu ihm nicht zu Ende geht, nur weil die Liebe zum Partner nicht mehr oder zu wenig da ist.

* Trennen Sie bewusst die Elternschaft von der Partnerschaft. Denn wenn es um Entscheidungen, die das Kind betreffen, geht, müssen Sie klare Köpfe bewahren und zusammenhalten.

* Sogar eine Scheidung hat positive Seiten. Scheuen Sie sich nicht davor, diese Ihrem Kind auch bewusst zu machen.

Mehr Tipps gibt's auf Seite 2 ...

Haben Sie auch Fragen zu den großen und kleinen Tücken des Alltags? Unsere Expertin Melanie Esterl beantwortet sie gerne. Senden Sie einfach Ihre Frage an diese mail-Adresse. Wir leiten sie vertraulich an Psychotherapeutin Melanie Esterl weiter und beantworten Ihre Frage (natürlich ohne Namensnennung) auf typischich.at!
Melanie Esterl
Systemische Psychotherapie
Traumatherapie
Coaching & Supervision

Pfefferhofgasse 6/2
1030 Wien
Tel: 0699-11208268
praxis@melanieesterl.at

* Bei nicht ganz reibungslosen Trennungen ist es schwer, seine negativen Gefühle gegenüber dem Expartner nicht zu äußern. Bemühen Sie sich jedoch, den Ex oder seine neue Partnerin vor dem Kind nicht schlecht zu machen.

* Schaffen Sie klare Strukturen, wie zum Beispiel geregelte Besuche, denn diese Sicherheit benötigt das Kind jetzt umso mehr. Zusätzlich sollten Sie versuchen, alte Rituale und Strukturen so wie früher beizubehalten.

* Machen Sie Ihr Kind nicht zum Partner- oder Freundersatz, indem man mit ihm seine Probleme bespricht oder es im Elternbett schlafen lässt.

* Schaffen Sie ausreichend Platz für Trauer, Wut und Ängste. Bleiben Sie authentisch.

* Schrecken Sie nicht davor zurück, sich professionelle Hilfe zu suchen. Oft kann es sehr hilfreich sein, wenn sich das Kind einer außenstehenden Person anvertrauen kann.

* Beobachten Sie den Kummer Ihres Kindes. Oft können sich unterdrückte Gefühle in Verhaltensauffälligkeiten oder psychosomatischen Krankheiten ausdrücken. Bestes Anzeichen dafür ist es, wenn ihr Kind so tut, als ob gar nichts wäre.

* Es gibt auch sogenannte Rainbowsgruppen, in denen sich Scheidungskinder treffen können, um sich auszutauschen.

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