"Schauspielerinnen strecken Produzenten Möpse entgegen"

Erneut äußerte sich die Schauspielerin zur #metoo-Debatte. Montagabend ist sie zu Gast bei "Puls 4".

Die Schauspielerin Nina Proll war am Sonntag in der Ö3-Sendung "Frühstück bei mir" von Claudia Stöckl zu Gast. Dort hat sie zu ihrem umstrittenen Posting über sexuelle Belästigung Stellung genommen.

Zur Erinnerung: Proll hatte in einem Facebook-Posting geschrieben, dass sie sich "schämen würde", mit Erfahrungen sexueller Belästigung "hausieren zu gehen". "Wollen wir Männern verbieten, sexuelle Avancen zu machen? Oder können wir uns noch darüber freuen, wenn ein Mann versucht uns ins Bett zu kriegen? (...) Am besten, wir verbieten Männer!", war da etwa zu lesen.

"Sex für eine Rolle anzubieten, ist keine kriminelle Handlung"

In Ö3-„Frühstück bei mir“ meinte Nina Proll am Sonntag dazu: „Wenn ein Produzent den Sex als Bedingung machen sollte, damit eine Schauspielerin eine Rolle bekommt, dann ist das ein flegelhaftes Verhalten und er ein Trottel, aber es ist keine kriminelle Handlung. Ich würde mit so einem Menschen aus eigenem Interesse nicht arbeiten wollen, da verzichte ich freiwillig auf die Rolle“, so die 43-Jährige.

"Bei mir beginnt sexuelle Belästigung da, wenn die Frau ‚Nein’ sagt und der Mann macht weiter. Ich habe dieses kollektive Jammern, das in dieser #metoo Debatte entstanden ist, satt. Dass Frauen einander auf die Schulter klopfen und schreiben, ‚mir ist es auch passiert‘ und Geschichten von vor 20 Jahren auf den Tisch legen - das schwächt uns Frauen. Die Lösung kann nur sein, dass die Frau den Mann in der Konfrontation darauf aufmerksam macht, dass es ein Übergriff ist.“

Mehr zum Thema: Ursula Kussyk vom Verein "Notruf. Beratung für vergewaltigte Frauen und Mädchen" darüber, dass Opfern nicht geglaubt wird.

Proll behauptet außerdem, es gäbe viele Kolleginnen mit ihren #metoo-Geschichten lügen: „Ich kenne diese ganzen Schauspielerinnen, die auf den Galas und irgendwelchen Preisen und Events herumlaufen und ihre Möpse irgendwelchen Produzenten unter die Nase halten, sich auf Schöße setzen und hinterher behaupten sie sind sexuell belästigt worden. Ich kenne doch diese ganzen Kolleginnen, die jetzt posten #metoo, ich weiß doch wie die sich ‚zubehaun‘ zu den Produzenten. Die Frauen stellen sich immer hin, als wären sie die besseren Menschen. Wie oft ist mein Mann schon auf Veranstaltungen angesprochen worden, ob er nicht Lust auf einen ‚Blow Job‘ hat. Das ist ja in Ordnung, sie können ja ihr Glück versuchen. Aber bitte postet dann nicht #metoo - da bekomme ich einen Ausschlag.“

Wovon Proll einen Ausschlag bekommt, ist jedoch ein reales gesellschaftliches Problem. Drei Viertel der Frauen (74,2 %) und ein Viertel der Männer (27,2 %) wurden im Erwachsenenalter schon einmal sexuell belästigt (Quelle: LINK).

Doch Proll zielt auf eine ganz andere Schlussfolgerung ab: "Dann bin ich für ein Burka-Gebot. Dann setzen wir uns alle eine Burka auf, damit wir ja nicht sexuelle Begehrlichkeiten auslösen; getrennte Schwimmbäder, getrennte Saunas - dann sind wir genau dort, wo wir nie hinwollten - nämlich bei dem, was wir die ganze Zeit am Islam kritisieren.“ Mit ihren Aussagen löste Proll wieder Kritik aus. "Wie kann eine kluge Frau beim Thema Sexuelle Belästigung so ignorant sein?!", kommentierte etwa ein Twitter-User.

Doch manche finden ihre Aussagen auch gut, wie etwa der ehemalige Abgeordnete und "Sexist des Jahres"-Preisträger Marcus Franz: "Bitte jetzt nur nicht zurückrudern, Frau Proll!", postete er.

Am Montag, den 6. November, ist Nina Proll ab 22:35 Uhr zu Gast bei "Pro & Contra" (Puls 4) von Corinna Milborn. Mit dabei sind auch: Hanna Herbst (VICE Chefredakteurin), Gabriele Heinisch-Hosek (ehem. Frauenministerin der SPÖ), Christian W. Mucha (Verleger), Alfred Noll (Liste Pilz), Sigrid Maurer (ehem. Nationalratsabgeordnete, Die Grünen).

 

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