Scarlett Johansson im Portrait

Woody Allen bezeichnet sie als „kriminell sexy“, Sofia Coppola sagt, „ihre Coolness haut einen um“. Scarlett Johansson punktet jedoch nicht nur mit Schönheit und Sex-Appeal, sondern vor allem mit ihrem heraus­ragenden Talent, ihrem Humor und ihrer natürlichen Attitüde.

„Wenn Sie mir eine Freude machen wollen, dann fragen Sie nicht, ob ich Halsweh habe", sagt Scarlett Johansson in jedem zweiten Interview, wenn sie mal wieder auf ihre raue Stimme angesprochen wird. Doch was sie nervt, ist längst ein Markenzeichen geworden. „Bereits als Mädchen hatte ich ein auffällig dunkles Organ und habe die Leute irritiert", sagte sie der Gala. Scarlett sprach schon als Kind mit ihrem Zwillingsbruder Hunter für Werbespots vor, ironischerweise war jedoch er es, der besser ankam, beinahe so, als wollte ihr Schicksal nicht, dass sie ihre Karriere in der Werbeindustrie startet. Doch ein Mädchen, das sich mit sieben selbst das Lesen beibringt, ist hartnäckig. Einer Legende nach fragte Schauspieler Laurence Fishburne die achtjährige Scarlett, ob sie Schauspielerin oder Star werden wolle. „Star!", rief sie damals, aber er korrigierte sie: „Nein, Scarlett, das möchtest du nicht, du willst Schauspielerin werden." Der Rest ist Geschichte. Mit acht spielte sie neben Ethan Hawke in der Off-Broadway-Inszenierung Sophistry, mit neun besuchte sie das von Lee Strasberg gegründete Theatre Institute for Young People, danach folgten Rollen in North, Just Cause, If Lucy Fell und Manny & Lo. Ihr wahres Talent zeigte sie 1994 in der Rolle des traumatisierten Teenagers im Film Der Pferdeflüsterer. Der Dreh mit Robert Redford war ein Meilenstein - für beide. „Sie ist 13, aber geht auf die 30 zu", soll Redford damals über die halbwüchsige Scarlett gesagt haben. Sie selbst schüttelt heute den Kopf, wenn sie sich ihre frühen Werke ansieht. „Manchmal bleibe ich bei alten Filmen von mir hängen, dann kann ich kaum glauben, was aus dem kleinen Mädchen geworden ist", so Johansson zur Vogue.

Scarlett Johansson im Portrait
Muse, Star & Stilikone

Es schien die natürlichste Sache der Welt zu sein, als der internationale Durchbruch kam: Mit Lost in Translation unter der Regie von Sofia Coppola spielte sich Scarlett mit 19 Jahren nach oben, erhielt den British Academy Film Award als beste Darstellerin und von der Kult-Regisseurin das Kompliment: „Ihre Coolness haut einen um." Danach war sie nicht zu halten. Sie drehte Das Mädchen mit dem Perlen­ohr­ring, A Lovesong für Bobby Long und Die Insel, um nur einige ihrer Filme zu nennen, und ist oben angelangt, als ­Woody Allen sie zu seiner Muse macht und in den Filmen Mach Point, Scoop - Der Knüller und Vicky Cristina Barcelona besetzt. Er beschrieb seine erste Begegnung mit Johansson als „Sex auf den ersten Blick", sie selbst bestätigte die Zuneigung gegenüber der Vogue mit Schmäh: „Intelligente Männer mit
Humor - schärfer geht es doch nicht!"
Doch während sie mit Allen nur eine Freundschaft verband, wurden andere Männer ihre Liebhaber. Nach Beziehungen mit Benicio del Toro, Josh Hartnett und Jared Leto sorgte sie 2008 für Wirbel, als sie Ryan Reynolds heiratete - und an der Ehe scheiterte. Nach zwei Jahren war die Liebe vorbei, im Dezember 2010 folgte die Scheidung. „Ich habe geheiratet, als ich jung war", gestand sie der Elle. „Es war schrecklich romantisch, und ich mochte es, verheiratet zu sein." Obwohl sie heute zugibt, dass sie zu früh geheiratet hat, saß die Trennung tief. „Ich hätte nie gedacht, dass ich an diesen Punkt kommen­ würde. Wenn man vor einer Scheidung steht, kann einem niemand die richtige Antwort oder einen guten Ratschlag geben. Man wird einsam. Das Einzige, was die Wunde wirklich heilt, ist Zeit", sagte sie der Vogue.
 Heute ist sie gewachsen an früheren Fehlern. „Ich habe gelernt, nach vorne zu schauen, mich selbst besser einzuschätzen. Und das hilft mir in meiner aktuellen Beziehung", so Johansson zur ­Marie Claire. Aktuell ist sie mit dem französischen Journalisten Romain Dauriac verlobt - und glücklicher als je zuvor, denn wie gerade öffentlich wurde, erwartet sie ein Kind von ihm und fühlt sich rundum wohl.

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Scarlett Johansson im Portrait
Scarlett Johansson im Portrait

InlineBild (65a58e2)Gute Zeiten, fette Zeiten

Wohlfühlen will sie sich ebenso in ihren Filmen. Bis heute hat sie rund 40 gedreht, von The Black Dahlia­ über die Nanny Diaries bis hin zu Iron Man, aktuell liefen Don Jon, Under The Skin und Her. Zwar waren ein paar Filme darunter, die nicht ihrem Niveau gerecht wurden, aber die spielten eine Menge Geld ein. Das ist ihr jedoch egal. „Ich wähle meine Rollen nicht nach dem Budget eines Films, sondern nach seiner Qualität", sagte sie dem Spiegel. Und weiß heute genau, was sie spielen will - und was nicht. „Je älter ich werde, desto besser kann ich Rollen ablehnen, die mich in eine bestimmte Kategorie zwingen", so Johansson zu Tele5. Sie bleibt sich eben treu und trägt ihr Herz auf der Zunge. In den USA hat sie deshalb den Spitznamen „dänisches Dynamit". Als das InTouch-Magazin sie zum Star mit den schönsten Brüsten wählte, reagierte sie bissig: „Da arbeitet man 14 Jahre, um gute Independent-Filme zu machen, und dann gewinnt man eine Auszeichnung für die bes­ten Brüste." Dass sie bei einer Körpergröße von 1,63 Metern normale 58 Kilo wiegt und Kurven hat, ist ihr wichtig. „Ich mag, wie ich aussehe. Ich mag, dass ich Brüste habe und einen Arsch", sagte sie der Vogue und wehrt sich gegen den Figurwahn. „Das ist der größte Blödsinn, den es gibt - dieses Dünnsein made in Hollywood", regte sie sich in Celebrity auf. „Ich verstehe nicht, was an Magergirls sexy sein soll. Außerdem esse ich viel zu gerne. Ich gönne mir meine fetten Tage!"

InlineBild (837c08b0)Für Ideale kämpfen

Johansson ist eindeutig mehr als das Sexsymbol, als das sie oft gesehen wird. „Ich hatte nie vor, mir einen Glamour-Status zu erarbeiten. Das ist nicht die Rolle, in der ich mich selbst sehe", sagte sie dem Focus. Und arbeitet daran, Oberflächlichkeiten aus ihrem Leben fernzuhalten. Wenn andere von einem Red-Carpet-Event zum nächsten tingeln, geht sie auf das White House Correspondents' Dinner in Washington und trifft ihren Zwillingsbruder Hunter, der unter anderem als Kampagnenmanager für Barack Obama arbeitete. Politik wird in ihrer Familie großgeschrieben. „Da war es ganz natürlich, dass ich selbst politisch aktiv werde", sagte sie im US-Magazin Interview. Deshalb unterstützt sie seit Jahren Barack ­Obama. Der Welt verriet sie, dass sie in ihrer Kindheit von ihrer Mutter lernte, für ihre Ideale einzustehen: „Schon als ich klein war, hat sie mir beigebracht: Wenn du etwas willst, musst du rausgehen und dafür kämpfen! Manchmal funktioniert es, manchmal nicht. Aber wenn du alles gegeben hast, kannst du dir hinterher zumindest keine Vorwürfe machen." Vielleicht ist es genau diese ehrliche und freche „Was kostet die Welt"-Haltung, die sie zum Vorzeigestar und Vorbild macht. Sie ist und bleibt eben everybody's Scarlett.

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