Saudi-Arabien: Die ersten Frauen in der Politik

Endlich hat auch das letzte Land der Welt das aktive und passive Wahlrecht für Frauen eingeführt. Mehrere Kandidatinnen konnten sich bei der Wahl durchsetzen.

Bei der ersten für Frauen geöffneten Wahl in Saudi-Arabien haben mehrere Kandidatinnen einen Sitz gewonnen. Insgesamt 17 Frauen wurden in die Gemeinderäte gewählt. Die Gemeinderäte sind das einzige Gremium in der absoluten Monarchie, das vom Volk gewählt wird.

Zwei Frauen wurden etwa in der Hafenstadt Dschidda im Westen des Landes gewählt. Eine weitere Frau erhielt einen Sitz im Lokalparlament von Mekka.

Zum ersten Mal durften Frauen wählen


Die Wahlen im ultrakonservativen Königreich Saudi-Arabien erregten weltweite Aufmerksamkeit, weil zum ersten Mal auch Frauen wählen und kandidieren durften. Saudi-Arabien war damit der letzte Staat der Welt, der Männern das Wahlrecht vorbehielt.

Dennoch gab es Beschwerden seitens mancher Menschenrechtsorganisationen: demnach sei die Kandidatur und die Registrierung als Wählerinnen für Frauen schwer gemacht worden. So waren von den rund 1,5 Millionen WählerInnen nur etwa 130.000 weiblich.

Viel Aufholbedarf bei Frauenrechten


Frauen dürfen in Saudi-Arabien nicht Auto fahren und sind für wichtige Entscheidungen auf die Zustimmung eines männlichen Vormundes angewiesen. Ohne die Einwilligung eines Mannes dürfen sie nicht arbeiten, reisen oder heiraten.

Viel mitbestimmen kann der Gemeinderat zwar nicht - die Befugnisse beschränken sich hauptsächlich auf Straßenbau, öffentliche Anlagen und Müllabfuhr - dennoch ist es ein großer Schritt für das konservative Land, dass endlich Frauen in der Politik sitzen.

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