Saudi Arabien ab 2018 in UN-Vorsitz für Frauenrechte gewählt

Der "Women's Rights Commission": Ein Rat für Frauenrechte, weibliche Ermächtung und Gleichstellung. Und Saudia Arabien ist nun Teil davon.

Saudi Arabien wurde kürzlich in einer geheimen Wahl als neues Mitglied des "Women's Rights Commission" der Vereinten Nationen bestätigt, seitdem regt sich weltweit Widerstand gegen die Entscheidung der UN.

Denn Saudi-Arabien zählt mit seiner autoritären und stark patriarchal-geprägten Politik zu einem der rückständigsten Länder, was Frauenrechte betrifft (Platz 141 von 145 im Global Gender Gap-Report 2016). Frauen ist es etwa verboten, mit einem Auto zu fahren oder eigene Entscheidungen zu treffen:

"Jede saudi-arabische Frau muss einen männlichen 'Vormund' an ihrer Seite haben, der Entscheidungen für sie trifft. Er kontrolliert das Leben der Frau von der Geburt an bis zu ihrem Tod", kritisiert Hillel Neuer, Direktor der Nichtregierungsorgansiation "UN Watch" (Independent).

Selbst ausländische Politikerinnen, wie etwa die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, müssen bei Staatsbesuchen die Verhüllungspflicht für Frauen einhalten.

Mehr dazu: Deutsche Verteidigungsministerin stellt sich gegen Verhüllungspflicht in Saudi-Arabien

"Es ist absurd"

Aus Sicht der "UN Watch", die seit 1993 als unabhängiges Kontrollorgan gegenüber den Vereinten Nationen fungiert, sei die Entscheidung der Mitgliedstaaten, Saudi-Arabien als 45. Mitglied in einen Rat zu wählen, der "Frauenrechte unterstützt, Lebensrealitäten von Frauen weltweit dokumentiert, globale Standards von Geschlechtergleichheit bestimmt und das 'Empowerment' von Frauen fördert" schlichtweg "absurd".

"Saudi Arabien zu wählen, um Frauenrechte zu schützen, ist wie als würde man einen Brandstifter zum Feuerwehrchef wählen", verdeutlicht Neuer.

Laut Hiller müssten für das Zustandekommen des Wahl-Ergebnisses auch mindestens fünf EU Länder für Saudi Arabien gestimmt haben. Die Amtszeit im Frauenrechtsrat beträgt vier Jahre (2018-2022).

Erst im März sorgte Saudi Arabien mit der Einführung des ersten "Mädchen Rats" für Aufregung. Weniger die Inhalte, als die Zusammensetzung des Rats sorgte international für Aufregung: Der Rat besteht nur aus Männern (siehe Foto).

Übrigens: Die "UN Women"-Kommission, dessen Unterorgan der "Women's Rights Commission" ist, ist jene Organisation, die gemeinsam mit Schauspielerin Emma Watson die Gleichstellungskampagne "He For She" ins Leben gerufen hat, die sich weltweit für Frauenrechte einsetzt. Die derzeitige Stellung und Behandlung von saudi-arabischen Frauen widerspricht in fast allen Punkten "He For She" und Watsons bisherigen Forderungen. Offen zugegeben hat man das zumindest bist jetzt leider nicht.

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