Sanftes Yoga

Ein neuer Yoga-Stil hat Österreich erreicht: Yin Yoga ist perfekt für gestresste Menschen, um vom Alltag runter zu kommen. Anders als beim "normalen" Yoga, welches dem Yang entsprechen würde, geht es nicht um Muskelarbeit, sondern um Entspannung. Trainerin Barbara Kallinger erklärt, wie es geht. Plus: Übungen.

Yin Yoga ist die perfekte Alternative zu Autogenem Training oder Progressiver Muskelentspannung. Man kann es immer durchführen, da die Muskeln zuvor nicht aufgewärmt werden müssen und es hilft beim Loslassen. Yoga-Trainerin Barbara Kallinger erklärt im Interview, wie es funktioniert und auf was man achten muss:

Für wen ist Yin Yoga?
Barbara Kallinger: Für alle, die „entstresst" werden wollen.



Zu welcher Tageszeit sollte man Yin Yoga am besten machen?

Da die Muskeln beim Yin Yoga nicht erwärmt sein müssen, in der Früh oder am Abend vor dem Schlafen gehen.



Kann Yin Yoga auch wie z.B. Autogenes Training in Stresssituationen beim Entspannen helfen?
Yin Yoga sorgt für Erholung. Es ist das perfekte Training, um die Körperwahrnehmung und das Selbstempfinden zu spüren und Loslassen zu lernen.



Was brauche ich zum Yin Yoga?
Für manche Übungen werden Hilfsmittel wie Polster, Decken und Rollen verwendet. Ansonsten das, was Sie zum Wohlfühlen brauchen.



Reicht Yin Yoga allein als Training aus? Oder mit welcher Sportart ist es gut zu kombinieren, um möglichst gute Erfolge für den ganzen Körper zu erzielen?
Es geht darum den perfekten Ausgleich zu finden. Heutzutage spricht man gerne von Work Life Balance. Es ist kein „Sportprogramm", vielmehr soll Yin Yoga eine Methode sein, um in sich zu spüren. Ich sage immer, wenn man einen hektischen, aktiven Beruf hat und sich nach Entspannung in der Freizeit sehnt, ist Yin Yoga richtig. Es ist auch eine gute Burnout Prophylaxe.

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Seit wann gibt es Yin Yoga?
Die Wurzeln stammen vom Taoisten Paul Zink Ende der 70er und von der Traditionellen Chinesischen Medizin. Entwickelt hat es aber der Amerikaner Paul Grilley.



Was ist der Grundgedanke?
Tiefer zu gehen, es geht nicht um Muskelarbeit oder Dehnungsarbeit, sondern um Bänder, Gelenke und Bindegewebe.

Macht man beim Yin Yoga die Übungen einzeln oder ganze Übungsabfolgen?
Die Übungen einzeln.



Hält man die Positionen länger oder wechselt man schnell in die nächste Position?
Drei Minuten ist eine optimale Zeit, um eine Pose zu halten und auch zu sehen, dass sich der Körper in Ruhe viel verändert und langsam Spannung in Entspannung verwandelt.

Wie unterscheidet sich Yin Yoga von anderen Yogastilen?
Es ist wie Yin und Yang. Sehr populäre Yogaarten wie Power Yoga, Ashtanga Yoga, Bikram Yoga sind Yang orientiert. Es geht um Kraft und Aktivität. Yin steht für Sanftheit, Erholung und Passivität. Und auch die Namen der Posen sind ganz anders als im Hatha Yoga. Da es ja keine Muskelarbeit gibt, werden die Posen/Asanas auch mit natürlich gekrümmter Wirbelsäule gemacht.

Wie findet man Trainer in Österreich?
Es ist ziemlich neu, schön langsam gibt es Angebote in österreichischen Yogastudios.


Die besten Übungen finden Sie auf Seite 3...


Übungen für zu Hause:

Yang-Yoga: Paschimottanasana (Langsitz und gestreckte Vorbeuge)
Yin-Yoga: Caterpillar.

Im Langsitz, also mit nach vorne gestreckten Beinen am Boden sitzend, sanft nach vorne beugen - ohne Muskelkraft, sodass die Wirbelsäule in der natürlichen Krümmung bleibt.
Im Yang-Yoga wird versucht, den Kopf möglichst zu den Füßen zu bringen, d.h. die Wirbelsäule zu strecken. Beim Yin-Yoga ist das Ziel die Wirbelsäule zu runden und dadurch den Kopf zu den Knien zu bekommen.


Yang-Yoga: Cobra oder Bhujangasana
Yin-Yoga: Sphinx.

Bauchlage, Ellbogen unter den Schultern platzieren und aufstützen. Blick nach vorne- mit jeder Sekunde mehr und mehr entspannen und quasi in den Boden zu sinken.


Yang-Yoga: Schmetterling oder Baddha Konasana
Yin-Yoga: Butterfly Sitz.

Am Boden sitzend die Fußsohlen zusammen bringen und dann die Füße ein wenig wegschieben, langsam und sanft nach vorbeugen, Hände auf den Füßen ablegen und Rücken runden. Der Kopf will zu den Fersen - im Gegensatz zum Yang-Yoga, wo die Wirbelsäule gerade bleibt und dadurch der Kopf vor die Füße kommt.



Es gibt viele Yin-Posen, die nicht im Yang-Yoga vorkommen. Yin hat durch die Muskelentspannung einen restaurativen Charakter. Viele Asanas passieren im Liegen bzw. Sitzen.

 

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