Safer Sex: Was du über STDs wissen solltest

Banane mit Kondom

Bei sexuell übertragbaren Krankheiten denken die meisten wahrscheinlich erst einmal an HIV/AIDS - allerdings ist das bei weitem nicht die einzige Geschlechtskrankheit. Erschreckenderweise wissen viele Menschen (obwohl sie regelmäßig Sex haben) kaum, welche STDs (= sexually transmitted deseases) es überhaupt gibt, wie sie sich äußern und wie man sie behandelt. Damit ihr euch besser auskennt, haben wir die wichtigsten Infos zusammengefasst:

Chlamydien:

Was ist das?
Chlamydien sind die häufigste sexuell übertragbare Infektion in Europa.
Wie äußert es sich?

Zu den Symptomen zählen unüblicher Ausfluss aus der Scheide, Juckreiz, Brennen beim Urinieren, Unterleibsschmerzen, Schmerzen/Blutungen während dem Sex, unregelmäßige Blutungen, Jucken oder Ausfluss am Anus.
Wie krieg ich’s?

Chlamydien werden durch oralen, vaginalen und analen Geschlechtsverkehr übertragen.
Was mache ich, wenn ich‘s hab?
Die Infektion kann mit Antibiotika geheilt werden. Ohne Behandlung kann die Infektion über Monate andauern und an Sexualpartner*innen weitergegeben werden.

Gonorrhö ("Tripper"):

Was ist das?
Gonorrhö, bekannter als "Tripper“, ist eine der häufigsten STDs und wird durch Bakterien übertragen.
Wie äußert es sich?
Die klassischen Symptome: Ausfluss aus Scheide, Penis oder Anus riecht ungewöhnlich oder sieht eitrig aus, Schmerzen an Scheide/Eichel, Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Sex, Jucken am Anus, Halsschmerzen, Rötung oder Reizung des Mund-/Rachenraums, unregelmäßige Blutungen.
Wie krieg ich’s?
Gonorrhö wird durch Oral-, Vaginal- und Analsex übertragen.
Was mache ich, wenn ich‘s hab?
Die Krankheit kann mit Antibiotika geheilt werden. Während der Behandlung unbedingt auf sexuelle Aktivität verzichten!

Syphilis:

Was ist das?
Syphilis wird durch ein Bakterium übertragen und kann chronisch verlaufen.
Wie äußert es sich?
Der Krankheitsverlauf teilt sich in drei Phasen auf:

  1. Im Zeitraum von einer Woche bis drei Monaten sind Patient*innen hoch ansteckend. Sie bekommen rote Flecken, Knoten oder Geschwüre an der Stelle, wo Bakterium eingetreten ist. Flecken bleiben oft unbemerkt, da sie nicht spürbar sind. Krankheitszeichen verschwinden zwar nach etwa sechs Wochen, die Infektion und Übertragbarkeit bleiben aber bestehen!
  2. Die zweite Phase äußert sich durch einen meist nicht juckenden Hautausschlag auf Handflächen oder Fußsohlen. Auch grippeähnliche Symptome, Schwellungen der Lymphknoten sowie Haarausfall können auftreten. Die Ansteckungsgefahr ist nun schon etwas geringer.
  3. Die Krankheit kann noch monate- oder sogar jahrelang fortschreiten, ohne dass Symptome auftreten. Zu Beginn dieser Phase können Betroffene Schleimhaut- und Hautschäden haben, wodurch sie noch infektiös sind. Danach besteht keine Ansteckungsgefahr mehr.

Wie krieg ich’s?
Syphilis kann durch oralen, vaginalen und analen Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person übertragen werden, die sich in einer ansteckenden Phase befindet.
Was mache ich, wenn ich‘s hab?
Syphilis wird mit Antibiotika behandelt. Wenn die Infektion rechtzeitig erkannt wird, ist sie heilbar.

Hepatitis B

Was ist das?
Hepatitis B ist eine infektiöse Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis B-Virus ausgelöst wird. Eine Hepatitis B-Impfung ist die wirksamste Methode, um sich vor der Krankheit zu schützen.
Wie äußert es sich?
Bei rund 30 bis 50 Prozent der infizierten Erwachsenen und 10 Prozent der infizierten Kinder treten gar keine Symptome auf. Üblicherweise zeigen sich 45 bis 180 Tage nach der Infektion Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Gelenksschmerzen, Fieber oder Hautausschläge. Eventuell kommt es auch zu Gelbsucht.
Wie krieg ich’s?
Hepatitis B wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten (v.a. Blut, Genitalsekret) übertragen. Das kann zum Beispiel durch den gemeinsamen Gebrauch von Injektionsspritzen, beim Piercen/Tätowieren oder eben beim Sex passieren. Achtung: Auch schon bei kleinsten Verletzungen der Haut oder Berührung mit der Schleimhaut kann es zu einer Infektion kommen! Infizierte Mütter können Krankheit bei der Geburt auf ihr Kind übertragen.
Was mach ich, wenn ich’s hab?
Die akute Hepatitis B heilt meist spontan vollständig aus (danach ist die Person immun). Bei 5 bis 10 Prozent der infizierten Erwachsenen und 90 Prozent der Säuglinge entwickelt sich eine chronische Hepatitis B, welche später zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen kann. Die chronische Hepatitis B wird mit antiviralen Medikamenten behandelt. Die Behandlung ist oft lebenslang nötig.

Herpes Genitalis:

Was ist das?
Herpes ist eine durch das Herpes-simplex-Virus verursachte Virusinfektion.
Wie äußert es sich?
Es bilden sich schmerzhafte Bläschen im Genitalbereich, die in Gruppen angeordnet sind. Nach dem Aufplatzen entstehen Geschwüre, die ohne Narbenbildung abheilen. In einigen Fällen können darüber hinaus Fieber, Lymphknotenschwellungen, Schmerzen beim Urinieren sowie Kopf- und Muskelschmerzen auftreten.
Wie krieg ich’s?
Herpes wird durch engen Körperkontakt sowie Kontakt mit Sperma, Blut, Samen- oder Vaginalflüssigkeit übertragen. Vor allem beim Kontakt mit Schleimhäuten an Mund, Genitalien und Anus ist die Ansteckungsgefahr hoch.
Was mach ich, wenn ich’s hab?
Herpes ist nicht heilbar. Die Symptome können allerdings mit antiviralen Medikamenten behandelt werden: So können die Häufigkeit des Auftretens der Symptome und die Dauer der Schübe verringert werden. Die Behandlung sollte rasch nach Ausbruch der Krankheit begonnen werden, da dann die Wirkung am größten ist.

HPV (Humanes Papillomavirus):

Was ist das?
Neben harmlosen Genitalwarzen können HPV-Infektionen auch schwerwiegende (Tumor-)Erkrankungen im Genitaltrakt, Darmausgang oder im Rachenraum zur Folge haben. Die wichtigste Vorsorgemaßnahme ist die HPV-Impfung.
Wie äußert es sich?
Der größte Teil der Infektionen verläuft ohne Beschwerden. Einige HPV-Typen können Warzen verursachen. Diese treten unter anderem im Innern der Vagina oder im After auf. Sie erscheinen zum Teil auch als karfiolartige Wucherungen im äußeren Genital- und Analbereich. Hochrisiko-Typen von HPV lösen mitunter Krebs aus.
Wie krieg ich’s?
Schätzungen zufolge stecken sich vier von fünf Personen im Laufe des Lebens mit HPV an, oft ohne es zu bemerken. In den häufigsten Fällen erfolgt die Ansteckung über sexuelle Kontakte. HP-Viren können aber auch während der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Enger Hautkontakt kann ebenfalls zu einer Ansteckung führen: Kondome bieten daher keinen sicheren Schutz. Eine Ansteckung über Körperflüssigkeiten ist eher unwahrscheinlich.
Was mach ich, wenn ich’s hab?
In den meisten Fällen verlaufen HPV-Infektionen unbemerkt und heilen von selbst wieder. Es gibt kein Medikament, das eine durch HPV-bedingte Krebserkrankung kurieren könnte. Wenn die Veränderungen allerdings rechtzeitig entdeckt werden, können eine Laserbehandlung oder ein chirurgischer Eingriff zur Heilung führen.

HIV/AIDS:

Was ist das?
AIDS ("Acquired Immunodeficiency Syndrome“) ist die Spätfolge einer Infektion mit dem HI-Virus ("Human Immunodeficiency Virus“). Bei einer Immunschwäche ist die Abwehrfähigkeit des Körpers gegenüber Krankheitserregern gehemmt. Eine fortgeschrittene Immunschwäche kann zu verschiedenen schweren Erkrankungen oder sogar zum Tod führen.

Wie äußert es sich?
Unbehandelt durchläuft die HIV-Infektion von der Ansteckung mit HIV bis zum Ausbruch von AIDS drei Stadien. Die Dauer dieser Stadien ist von Person zu Person unterschiedlich. Daher variiert die Zeit, in der HIV-Positive beschwerdefrei leben können, stark: von wenigen Monaten bis über 15 Jahre.

  1. In der ersten Phase ist die Ansteckungsgefahr besonders groß. Die Symptome ähneln der einer Erkältung: Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Hautausschlag.
  2. Der Körper zeigt jetzt vermehrt Anzeichen von Immunschwäche. Das können Hauterkrankungen, Lymphknotenschwellungen oder Nachtschweiß sein.
  3. In diesem Stadium ist das Immunsystem so stark beeinträchtigt, dass es schwere, lebensbedrohliche Krankheiten nicht mehr verhindern kann. Wenn bestimmte Kombinationen von Krankheiten auftreten, spricht man von AIDS. Die Bandbreite ist hier groß. Sie reicht von Krebserkrankungen über einige Formen der Lungenentzündung bis zu Pilzbefall der Speiseröhre. Nach dem Ausbruch von AIDS beträgt die Lebenserwartung ohne Behandlung noch wenige Monate bis drei Jahre.

Wie krieg ich’s?
Die Infektion erfolgt ausschließlich über virushaltige Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma oder Vaginalsekret. Am häufigsten wird das HI-Virus beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem*r infizierten Partner*in übertragen.
Was mach ich, wenn ich’s hab?
Die HIV-Infektion ist nicht heilbar. Wenn es zu einer Ansteckung gekommen ist, sind regelmäßige ärztliche Kontrollen wichtig, um den richtigen Zeitpunkt für den Start der Behandlung nicht zu versäumen. HIV wird mit antiretroviralen Medikamenten behandelt. Diese müssen täglich und vermutlich das ganze Leben lang eingenommen werden.

 

Aktuell