Rund die Hälfte der Gen Z-Männer findet, der Feminismus wäre schon zu weit gegangen

Laut einer aktuellen Studie finden 50 Prozent der 16 bis 24-jährigen Männer, der Feminismus wäre schon zu weit fortgeschritten und würde Männern Chancen verbauen.

Typ mit Brille

Im Zuge ihres "Young People in the time of Covid-19"-Reports hat die britische Organisation HOPE not hate 2.000 junge Menschen zu ihren ideologischen Einstellungen und Werten befragt. Das Ergebnis: ziemlich schockierend. Vor allem, wenn es um die Ansichten junger Männer geht. Die finden nämlich, der Feminismus wäre längst zu weit gegangen und würde die Chancen von Männern, Erfolg zu haben, schmälern.

Möglicher Zusammenhang mit Rechtsextremismus

Nur 39 Prozent der befragten jungen Männer glauben, dass das Leben in Großbritannien heutzutage für Frauen gefährlicher ist als für Männer. Fast jeder Fünfte vertritt "negative" Ansichten gegenüber Feminist*innen.

Die Anti-Extremismus-Organisation HOPE not hate bringt die antifeministische Haltung der jungen Männer mit immer populärer werdenden rechtsextremen Ideologien in Zusammenhang. Die Organisation warnt: "Antifeminismus und 'Men’s Rights' ebnen den Weg in Richtung Rechtsextremismus, indem sie junge Männer ansprechen, die sich in diesen Zeiten der sich ändernden sozialen Normen entmannt fühlen".

Feminismus als Bedrohung?

Sam Smethers, Geschäftsführerin der feministischen Wohltätigkeitsorganisation The Fawcett Society, erklärt gegenüber VICE: "Diese Daten stimmen mit früheren Untersuchungen von Fawcett überein, die belegen, dass sich ein erheblicher Anteil junger Männer vom Feminismus bedroht fühlt."

Das erkläre wiederum das hohe Maß an Frauenfeindlichkeit, Missbrauch, Gewalt und Objektivierung, das Frauen in Großbritannien (wie auch in Österreich und der restlichen Welt) nach wie vor jeden Tag erfahren. Es brauche eine schrittweise Änderung der Einstellungen von Männern, wolle man alldem ein Ende setzen, so Smethers.

Junge Frauen empfinden Sexismus als großes Problem

Joe Levenson, Direktor für Kommunikation bei der feministischen Wohltätigkeitsorganisation Young Women's Trust, sagt gegenüber VICE News, dass viele junge Frauen immer noch regelmäßig mit Sexismus konfrontiert sind: "Unsere eigenen Umfragen Ende letzten Jahres ergaben, dass sich fast 70 Prozent der jungen Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren als Feministinnen bezeichnen und finden, dass Sexismus in Großbritannien nach wie vor ein großes Problem ist."

In Bezug auf die Corona-Pandemie zeigte die Befragung, dass junge Menschen in Großbritannien vor allem Angst und Pessimismus verspüren. 44 Prozent der Befragten gab an, dass Mental Health-Probleme derzeit ihre größte Herausforderung wären. 55 Prozent der Teilnehmer*innen sind überzeugt, dass sich Corona negativ auf ihre Zukunftschancen auswirken wird.

 

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