Royale Märchen

Warum fesseln königliche Märchenhochzeiten heutzutage Millionen vor dem Bildschirm und bringen sie zum Schluchzen?

"Und sie lebten glücklich und zufrieden bis an das Ende ihrer Tage" - so hätte der Abspann des TV-Events lauten können, das am 19. Juni 2010 über den Bildschirm flackerte. Es war die Märchenhochzeit von Schwedens Kronprinzessin Victoria und ihrem Daniel. Für ganze neun Stunden waren Millionen von Zusehern via Fernsehen in ihre Welt aus verklärter Romantik und glänzenden Roben abgetaucht. Und hatten ihren Tränen der Rührung freien Lauf gelassen.

Freudentränen hingegen dürften beim ORF geflossen sein, dem die königliche Hochzeit die höchsten Zuseherzahlen seit langem bescherte. Woraufhin der nicht gerade quotenverwöhnte Sender gleich einmal nachlegte - mit zwei Dokumentationen zum Thema „Traumhochzeit".Vier andere Beiträge über das Schalten und Walten der Monarchen sind in Planung: adelige Begräbnisse, Staatsbesuche, Stil-Ikonen und - für das junge Publikum - „Die Königinnen von morgen". Nicht zu vergessen der Live-Übertragungsmarathon von Kate & Wills Hochzeit.

Königlicher Kitsch


Doch wie kommt es, dass fast hundert Jahre nach Abschaffung des Adelsstandes und all unserem
politischen Streben nach sozialer Gleichheit ausgerechnet aristokratische Familienfeste eine solche Faszination auf uns ausüben? Die Antwort: Es geht um viel mehr als nur um ein Herz und eine Krone ...

Wir haben uns bei Adelsexperten und bekennenden Royalfans umgehört - und sechs "Hinschau müssen"-Effekte identifiziert.

 

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