Richtige Erste Hilfe

Schürfwunden, kein Problem. Bloß: was tun, wenn der Nachwuchs vom Seifenreiniger probiert oder jemand bewusstlos wird? Die wichtigsten Erste Hilfe Tipps lesen Sie hier.

1. Aufrüsten!
„Die Hausapotheke ist die Basis für Erste Hilfe“, weiß Dr. Wolfgang Schreiber, Chefarzt beim Österreichischen Roten Kreuz. Zur Grundausstattung gehören: Einweghandschuhe, Wundreinigungsmittel sowie einfaches Verbandmaterial (hautfreundliche Pflaster, elastische Fixierbinden, sterile Kompressen, etc). Nicht fehlen sollten fiebersenkende Zäpfchen für Kinder sowie Schmerztabletten für Erwachsene. „Alles andere ist mit dem Hausarzt abzusprechen!“, rät der Notfallprofi. Wichtig: Überprüfen Sie regelmäßig die Vollständigkeit Ihres Notfall-Kits und kontrollieren Sie bei Medikamenten die Ablaufdaten. Alles an einem kühlen und trockenen Ort außer-halb der Reichweite von Kindern lagern. Notrufnummern (etwa Rettung: 144 und Hausarzt) gut sichtbar neben Ihrem Telefon aufbewahren!

2. Notfälle mit Kindern.
Unfälle mit Kindern sind Ausnahmesituationen. Denn es gilt nicht nur Wunden, sondern auch Ängste zu stillen. Dr. Schreiber rät: „Lassen Sie Ihr Kind niemals Ihre eigene Unsicherheit spüren.“ Atmen Sie tief durch. Nur so schaltet der gesunde Menschenverstand nicht auf Pause. Genau der ist in Unfallsituationen nämlich essenziell. In der Kinder-Notfall-Statistik besonders häufig sind Vergiftungen, etwa durch Putzmittel. Achtung: Setzen Sie nicht auf Hausmittel und bringen Sie Ihr Kind nicht zum Erbrechen! Klären Sie, was das Kind erwischt hat, flößen Sie ihm Wasser ein und kontaktieren Sie umgehend den Vergiftungssnotruf (Tel: 01/406 43 43). Dort werden Sie über die nächsten Schritte informiert.

3. Heimwerkerhilfe.
Wenn Ihr Liebster gerne selbst Hand anlegt, sollten Sie auf Missgeschicke vorbereitet sein. Ein Klassiker: Stromunfälle. „Die Niederspannung im Haushalt führt in erster Linie zu Herzrhythmusstörungen“, erklärt Notfallmediziner Wolfgang Schreiber. Was tun? Schnell reagieren!Schritt 1: Unterbrechen Sie den Stromkreis. Legen Sie aber zuerst den Stromschutzschalter um. Ansonsten gefährden Sie sich selbst. Schritt 2. Kontrollieren Sie die Atmung! Bringen Sie den Patienten bei stabiler Atmung in die stabile Seitenlage. Bei Atemstillstand: Setzen Sie auf Herzdruckmassagen und Beatmung, bis der Notarzt eintrifft.

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4. Vorsicht, heiß!
Verbrennungen passieren schnell. Kleinere Verletzungen lassen sich zumeist gut selbst versorgen. Überprüfen Sie, ob der Betroffene gegen Tetanus geimpft ist und die Impfung auch noch wirksam ist! (Das sollten Sie bei Verletzungen jeglicher Art tun.) Anschließend: Die betroffene Körperstelle zehn bis 15 Minuten unter kühles Wasser halten und danach keimfrei abdecken. Größere Verbrennungen mit handwarmem Wasser kühlen und die Atmung im Auge behalten – es besteht Schockgefahr. Beim Transport ins Krankenhaus eventuell einen Kübel Wasser mitnehmen, um die Wunde kühl zu halten. Wichtig: kein Puder, Mehl oder Öl auf die Verbrennung geben, das erhöht das Infektionsrisiko. Brandblasen niemals öffnen, immer abtrocknen lassen.

5. Im Fall des Falles.
Besonders ältere Menschen verletzen sich häufig durch Stürze. Die Gründe dafür: ein zu niedriger Blutdruck und schwaches Sehvermögen. Ist der Patient nach dem Fall benommen, warten Sie fünf Minuten ab, beruhigen Sie ihn. Testen Sie alle wichtigen Funktionen ab (Beine und Arme heben, Schmerzen beim Atmen?). Verbessert sich der Zustand nicht, wählen Sie 144. Ist der Betroffene bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seiten- lage und warten Sie auf den Notarzt.
Tipp: Halten Sie eine aktuelle Liste der Medikamente bereit, die vom Betroffenen regelmäßig eingenommen werden. Das erleichtert die Weiterbehandlung im Krankenhaus.

 

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