Rhabarber

Das Wichtigste zuerst: Rhabarber ist keine Frucht, wie oft angenommen wird. Auch wenn die rosaroten Stangen gerne zu süßen Speisen verarbeitet werden, gehören sie in die Familie der Knöterichgewächse und gelten damit wie ihr Cousin Sauerampfer als Gemüse. Übrigens sind Rhabarberstängel nicht zwangsläufig rot bzw rosarot - es gibt auch grüne Sorten.

Rhabarber im Garten anbauen? So geht´s:

Vitamine und Mineralstoffe? Ja, bitte!

Nun zu den wesentlich wichtigeren Charaktereigenschaften des Rhabarbers. Das Gemüse lockt mit den Vitaminen A, B1, B2 und besonders viel C. In 100 Gramm sind 10 bis 29 Milligramm Vitamin C enthalten, das entspricht bereits einem Drittel des Tagesbedarfs. Dazu bietet das Gemüse Mineralstoffe wie

  • Kalzium
  • Kalium
  • Phosphor
  • Magnesium und
  • Eisen

Ebenfalls enthalten sind Zitronen- und Apfelsäure, Gerbstoffe, Bitterstoffe und der Ballaststoff Pektin.


Im Klartext heißt das: Rhabarber wirkt entwässernd, appetitanregend, verdauungsfördernd und harntreibend. Dank dieser positiven Eigenschaften wird das Gemüse auch gerne im Rahmen von entschlackenden Frühjahrskuren eingesetzt.


Von den Blättern des Rhabarbers sollten Sie dagegen lieber die Finger lassen. Sie enthalten einen hohen Anteil an Oxalsäure, die dem Kalziumanteil im Körper mindern kann. Da diese Säure in geringerer Dosis auch in den Stängeln enthalten ist, sollte das Gemüse bei der Zubereitung immer gekocht oder blanchiert, dicke Stiele können auch geschält werden. Frisch gepresster Rhabarbersaft sollte immer erhitzt werden.

Rhabarber-Rezepte: Süß oder sauer?

Der Rhabarber liebt milde Temperaturen - seine Hauptsaison ist April, Mai und Juni - Ende Juni ist die Erntezeit für das Staudengemüse schon wieder vorbei, zum Teil findet man ihn noch im Juli in der Gemüseabteilung.

Je früher Rhabarber geerntet wird, desto milder ist er im Geschmack. Je später er vom Feld geholt wird, desto saurer schmeckt er. Hier gilt es aber auch zwischen den verschiedenen Sorten zu unterscheiden - wer es gern saurer hat, greift zu den grünen Stängeln, alle anderen entscheiden sich für die rosrarote Variante.

Das Heilmittel im Kochtopf

Schon 2.700 v. Chr. wurde Rhabarber in China erstmals erwähnt - damals dachte aber niemand daran, das Gemüse zu essen. Stattedessen wurden die Wurzeln als Heilmittel eingesetzt. Von Asien aus gelangte der Rhabarber in den nächsten Jahrhunderten auf die internationalen Märkte und fand schließlich den Weg nach Europa.

Als Nahrungsmittel wurde er allerdings erst im 18. Jahrhundert entdeckt. Der kommerzielle Gemüseanbau und -vertrieb der bunten Stängel stellte sich, ausgehend von England, überhaupt erst Mitte des 19. Jahrhunderts ein.
Heute wird Rhabarber für viele verschiedene süße und salzige Gerichte verwendet. Einige davon stellen wir Ihnen hier vor.

Der Zuchtrhabarber wird - je nach Stiel – in drei Sorten eingeteilt, erklärt Rhabarber-
Bauer Dietmar Gerhardinger:
Grünstielig und grün-
fleischig: Sehr sauer im Geschmack.
Himbeerrhabarber: Grünes Stielende, mild im Geschmack.
Blutrhabarber: Rotes Stiel-
ende, eher herber Geschmack.

Tipp:
Wer Rhabarber schlecht verträgt, bereitet ihn am besten mit Milchprodukten zu.
Joghurt, Milch, Topfen & Co. eigenen sich auch gut, um die Kalziumzufuhr zu steigern und so der hemmenden Wirkung der Oxalsäure entgegen-
zuwirken.
 

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