Republikanischer Politiker fordert Todes-Strafe für Abtreibung

Der amerikanische Kandidat für das Vizegouverneursamt im US-Bundesstaat Idaho, Bob Nonini, machte kürzlich mit einer umstrittenen Forderung weltweit von sich Reden.

"Frauen müssen büßen"

Während einem öffentlich Kandidaten-Talk, das von dem christlich-konservativen Podcast-Radio "Cross Politic" organisiert wurde, erklärte der Politiker: Jede Frau, die eine Abtreibung durchführen ließ, "müsse dafür büßen", berichtet der britische Independent in seiner Online-Ausgabe.

Auf die Nachfrage des Moderators, ob sich Nonini unter einer Bestrafung auch die Todesstrafe vorstellen könnte, nickte der Republikaner.

Der Amerikaner bestreitet seit Bekanntwerden dieser Aussagen, jene getätigt zu haben und erklärt in einem Pressestatement: "Lassen Sie mich eines klarstellen, ich bin ein Advokat für das Leben ('Pro-Life'). Das heißt, ich stufe Abtreibung als Mord ein. Und da Abtreibung Mord ist, glaube ich, muss man auch entsprechende Strafen für jene Individuen, die daran beteiligt sind, andenken".

Strafen werden Abtreibungen "drastisch" reduzieren

Die rechtlich Verfolgung wären, so Nonini, aber immer auf diejenigen beschränkt, die Abtreibungen durchgeführt haben. "Natürlich sollte keine Frau dafür ins Gefängnis gehen oder gar die Todesstrafe erhalten", rudert der Republikaner zurück. Dies sei ein Zeichen von "Mitgefühl", fügt Nonini hinzu.

Trotzdem glaubt Nonini an die Wirksamkeit von Strafen und Verboten. "Die Drohung mit rechtlichen Folgen wird Abtreibungen dramatisch reduzieren", ist Nonini überzeugt.

Dass republikanische Kandidaten immer wieder gegen Abtreibung öffentlich mobil machen, gehört in den USA in Wahlkampfzeiten fast schon zum "guten Ton". Mit seinen drastischen Forderungen hat Nonini aber dann doch für viele eine Grenze überschritten. Einige ParteikollegInnen distanzierten sich von der Idee, Abtreibungen mit Todessstrafen zu vergelten, stattdessen müsse man mehr Aufklärung leisten, um Frauen Alternativen zur Abtreibung aufzuzeigen, heißt es.

Erst kürzlich ergab eine US-Studie zu Abtreibungen, dass erschwerte Zugänge zu Schwangerschaftsabbrüchen zu Lasten des Wohls der Frau gingen. Aber das Wohl der Frau steht für den Republikaner augenscheinlich sowieso an zweiter Stelle.

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