Renée Zellweger hat genug davon, dass ihr Aussehen ständig thematisiert wird

Renée Zellweger hat ein starkes Essay darüber geschrieben, dass der weibliche Körper nicht ständiger Mittelpunkt einer öffentlichen Debatte sein sollte.

Renée Zellweger hat genug. Und genauso wie Jennifer Aniston vor einigen Wochen hat auch sie ihren Emotionen in einem Essay in der Huffington Post Ausdruck verliehen.

In ihrem Artikel namens "We can do better", also auf Deutsch sowas wie "Das können wir besser", nimmt sie Bezug auf die Klatschpresse und einen bestimmten Artikel aus dem Oktober 2014, in dem spekuliert wurde, ob sie sich die Augen operieren hat lassen. "Damals war mir das egal", schreibt sie. Aber die Spekulationen aus der Klatschpresse wurden von respektierten Journalisten übernommen, die sie in weiterer Folge in all ihre Auseinandersetzungen darüber, was der Druck der Medien mit Frauen macht, einbezogen haben.

Wenn Klatsch-Spekulationen von der Presse übernommen werden


Sie geht darauf ein, wie der Filmkritiker Owen Gliebermann im Vanity Fair Artikel "Renee Zellweger: If She No Longer Looks Like Herself, Has She Become a Different Actress?" das Aussehen eines fiktiven Charakters, der vor 16 Jahren geboren wurde, für sich beansprucht, weil er mit Zellwegers äußerlichen Veränderungen nicht umgehen möchte. Sie schreibt darüber, dass sie sich nie über die Boulevard-Meldungen äußern wollte, aber dass sie heute ihre Stimme erheben muss, weil Klatsch-Spekulationen in der Mainstream-Berichterstattung weitergetragen werden.

Wir können besser sein


Und immer wieder kommt sie zu dem Punkt: Wir können das besser. Besser leben, besser mit Frauen umgehen, eine bessere Berichterstattung haben. "Es ist kein Geheimnis, dass der weibliche Körper immer aufgrund seines Äußeren beurteilt wurde. Und obwohl wir heute so weit sind, anzuerkennen, wie wichtig weibliche Partizipation für den Erfolg einer Gesellschaft ist, unterlegen wir Frauen mit Einfluss und Macht noch immer einer Doppelmoral. Eine Doppelmoral, die ihre Leistung schmälert, und die wir aufrecht erhalten durch Konversationen, die durch die Bezeichnung als "Unterhaltung" legitimieren."

Ob Botox oder nicht, andere Konversationen sind relevant


"Frauen als zu dünn, zu dick, zu alt oder mit zu viel Cellulite zu bezeichnen hat Konsequenzen für jüngere Generationen oder beeindruckbare Menschen in Bezug auf Konformität, Vorurteile, Gleichheit, Selbst-Akzeptanz, Mobbing und Gesundheit. Vielleicht könnten wir mehr darüber sprechen, warum wir so eine Lust darauf haben, Menschen schlecht zu machen. Vielleicht könnten wir mehr darüber sprechen, wie sich die Gesellschaft verändert, und wie wir besser werden können", schreibt sie, und hat Recht. Manchmal müssen wir uns wohl auch selbst an der Nase nehmen: Ist es wirklich relevant, ob Renée Zellweger sich operieren hat lassen? Nein... und hat sie nicht, nur damit das gesagt ist.

 

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