Reise-Tipps: Tallinn

Tallinn ist die Hauptstadt Estlands – an manchen Ecken sieht es hier aus wie im Mittelalter, an anderen wie in der Zukunft. Ein Überblick über eine kleine Stadt, die den Bogen zwischen den Zeiten zu spannen scheint.

Die Altstadt von Tallinn ist wirklich alt. Und das ist schön. Man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt und ist im Mittelalter gelandet, kann von kostümierten VerkäuferInnen Schals und Hauben am  Wollmarkt an der Stadtmauer kaufen oder wie ein Ritter speisen. Besonders schön ist die Ratsapotheke am Rathausplatz, die zu den ältesten Europas gehört (ca. 15. Jahrhundert) und noch in Betrieb ist. Dass der sogenannte Domberg in Tallinn von unterirdischen Gängen durchzogen sein soll, war lange Zeit ein Gerücht – bis man das Tunnelsystem 2003 gefunden und zugänglich gemacht hat. Die „Bastionsgänge“ stammen aus dem 17. Jahrhundert und sollten Schutz vor Angreifern bieten; auch während des Zweiten Weltkriegs fanden Menschen hier Zuflucht. Mindestens so schaurig wie dort unterzutauchen ist ein Spaziergang um das stillgelegte Patarei-Gefängnis am Meer entlang: Da wandelt man zwischen Freiheit (beim Blick auf den Meereshorizont) und dem Gefühl von Beklemmung auf der Gefängnisseite. Schräg.

Das andere Tallinn ist modern und zukunftsweisend, mit europaweit anerkannter IT-Szene und einem beeindruckenden Kreativviertel: In Telliskivi findet man hippe Lokale, Galerien, Ateliers und Designshops, wie man sie eher in einer ultramodernen skandinavischen Metropole vermuten würde. Auch hier gibt es viele Labels, die mit Wolle und Schaffell arbeiten – dass es in Tallinn oft richtig kalt ist, sieht man nicht zuletzt daran. Eine Unterkunft mit Sauna auszusuchen zahlt sich hier also wirklich aus. Saunieren ist in Estland übrigens mindestens so üblich wie in Finnland, erzählt ein
Mitarbeiter im Hotel Telegraaf, Autograph Collection in der Altstadt: „Ab einer Wohnungsgröße von zwei Zimmern gibt es eine Sauna – das ist Standard!“

Reise-Tipps für Tallin

Anreise
Direktflüge von Wien nach Tallinn gibt es von AirBaltic und Nordica, die Flugdauer von Wien beträgt rund drei Stunden.

Wohnen
Das Erkunden von Tallinn startet man am besten in der Altstadt. Ein Hotel, das sowohl Spa-Bereich als auch Gourmetrestaurant unter einem Dach hat, ist das Hotel Telegraaf, Autograph
Collection; ab € 111,– pro Doppelzimmer pro Nacht (exklusive Frühstück). 

Essen
Historisch: Mittelaltermenüs und manchmal einen Schwertkampf dazu kriegt man im Peppersack – verkleidete Bedienung und das Ambiente eines denkmalgeschützten Hauses inklusive. 
Modern: Schnörkelloses, ein bisschen skandinavisch anmutendes Essen gibt’s im Rataskaevu 16 (Lokalname und Adresse sind identisch). Vor allem das selbst gebackene, richtig dunkle (!) Roggenbrot, auf das die EstInnen so stolz sind, sollte man probieren.
Schnell: Dafür, dass die Reval Cafés zu einer Kette gehören, können sich die Snacks echt genießen lassen. Gut für zwischendurch! 

Shoppen
In Hauptbahnhofnähe ist der Balti Jaama Turg, ein Markt, auf dem es Obst und Gemüse genauso gibt wie Mode, Design und Street-Food-Stände. 

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