#regrettingmotherhood: "Ich möchte keine Mutter mehr sein"

In Rahmen einer Studie erklärten 23 Frauen, warum sie es bereuen, Mutter geworden zu sein. Unter #regrettingmotherhood ist daraufhin eine hitzige Diskussion über ein scheinbares Tabuthema ausgebrochen.

Die israelische Forscherin Orna Donath hat für ihr Projekt "Das Muttersein bereuen: Eine gesellschaftspolitische Analyse" mit 23 Frauen gesprochen, deren Antwort auf die Frage "Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie noch einmal Mutter werden?" dieselbe war: "Nein."

"Ich würde sie aufgeben, ohne mit der Wimper zu zucken"

In schonungslos ehrlichen Worten erzählen die Frauen, die aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und Familienverhältnissen stammen, von ihren Gefühlen.

Wenn ich heute zurückgehen könnte, hätte ich natürlich keine Kinder. Das ist absolut selbstverständlich für mich.
von Atalya, 45, drei Kinder

Sehen Sie, es ist kompliziert weil ich es bereue, eine Mutter geworden zu sein, aber ich bereue nicht meine Kinder, wer sie sind, wie sie sind. Ich liebe sie. […] Es ist nichts, was man wirklich erklären kann. Denn wenn ich es bereuen würde, hieße das, dass ich meine Kinder nicht hier haben wollen würde. Aber ich würde nicht wollen, dass sie nicht hier wären, ich möchte nur keine Mutter sein.
von Charlotte, 44, zweifache Mutter
Ich würde sie aufgeben, absolut. Wirklich. Ohne mit der Wimper zu zucken. Und es ist schwer für mich, das zu sagen, weil ich sie liebe. Sehr sogar.
von Doreen, 38, drei Kinder


#regrettingmotherhood löst Zustimmung und Entsetzen aus

Der Veröffentlichung der nicht repräsentativen Studie in der "Süddeutschen Zeitung" folgte eine emotionale Diskussion, die vor allem auf Twitter und Blogs geführt wurde.

Studienautorin und Soziologin Orna Donath hat mit ihrer Studie ein sensibles Thema aufs Tableau gebracht, das bis dato kaum öffentlich diskutiert wurde. Die Frauen, mit denen sie gesprochen hat, berichten ausführlich und ausgesprochen reflektiert über ihre Gefühle - und können genau deshalb nicht leichtfertig als Rabenmütter verurteilt werden. Donath schreibt, ihre Studie solle nur ein Anfang sein und die Grundlage für weitere Untersuchungen zu einem Thema, das für viele ein Tabu ist.

 

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