Rassistische Episoden am ersten Tag in Trumps Amerika

Auf Twitter sammeln User verschiedener amerikanischer Minderheiten Geschichten rassistischer Vorfälle, die sich am Tag nach Trumps Sieg abgespielt haben sollen.

Die Funktion "Momente" auf Twitter erlaubt es Usern, Geschichten aus Tweets von unterschiedlichen Menschen zu kuratieren. Der Twitter-User Insanul Ahmed (@incilin) ist Redakteur beim Musikmagazin "Genius" und hat unter dem Titel "Day 1 in Trump's America" Anekdoten vom Tag nach Trumps Sieg bei der US-Wahl gesammelt.

Die Tweets zeichnen ein verstörendes Bild: Obwohl wenige wirklich mit einem Sieg Trumps gerechnet haben, hatten nicht nur Amerikaner Angst vor "seinem" Amerika. Angehörige von Minderheiten gehen beängstigt auf die Straße, die Stimmung gegen Menschen mit anderer Hautfarbe, sexueller Orientierung oder Religion, vor allem Muslime ist mit Gewalt aufgeladen. Es ist ein Amerika, in dem jegliches Gefühl von Zusammenhalt und moralischem Empfinden davon, was man in der Öffentlichkeit sagen kann, verschwunden ist. Wir können die Geschichten nur als Weckruf für noch mehr Engagement für Solidarität und Zusammenhalt sehen. So weit kommt es, wenn wir unsere Unterschiede vor unsere Menschlichkeit stellen:

"Als heute morgen an der Tankstelle angehalten habe, schrie mir eine Gruppe von typen zu: 'Zeit das Land zu verlassen, Apu!'" (Anm.: Apu als Verunglimpfung für indisch Aussehende Menschen)

"Noch nicht einmal 24 Stunden. Die Schwester eines Freundes wurde bereits mit einem Messer bedroht als sie mit dem Bus auf dem Uni-Campus unterwegs war."

"Auf den Straßen von LA hat jemand meinen Latina-Kolleginnen zugerufen, dass sie 'dahin verschwinden sollen, wo sie hergekommen sind'."

Das Auto eines Afroamerikaners wurde mit rassistischen Beschimpfungen und "Trump" beschmiert:

Einem afroamerikanischer Jungen wurde in der Schule gesagt, er solle Baumwolle pflücken.

Die Mutter dieser jungen Muslima macht sich Sorgen um ihre Sicherheit, wenn sie mit Kopftuch das Haus verlässt.

Der Direktor einer Schule in Pennsylvania hat zugegeben, dass Schüler dabei erwischt worden sind, "Baumwollpflücker, N*** und Heil Hitler" geschrien zu haben.

Ein Trump-Unterstützer hat einer jungen Frau, die Latino aussah, Wasser ins Gesicht geschüttet, gedroht sie zu vergewaltigen und die Mauer zu bauen.

Das ist die Tür zum muslimischen Gebetsraum an der New York University.

Beschmierungen: "Weißes Amerika"

Eine Gruppe von Männern hat einer Frau in der U-Bahn "Grab her by the pussy" nachgeschrien und dann versucht, sie zu belästigen.

Eine afroamerikanische Frau wurde an der Tankstelle bedroht. Eine Gruppe von Männern unterhielt sich darüber, dass sie dank Trump nicht mehr lange mit schwarzen Mitbürgern klarkommen müssten, und fragten dann die Passantin "Wie viel Angst hast du? Ich sollte dich gleich töten da du eine Verschwendung an Luft bist" und bedrohten sie mit einer Waffe.

"Schwarzes Leben zählt nicht genauso wie eure Stimmen"

Ein muslimischer Student wurde an der San Diego State University beraubt und beschimpft.

Die Liste an Geschichten über rassistische Begegnungen an Schulen und Mobbing zwischen Schulkindern wird immer länger.

Auf dieser Twitter-Liste sammeln sich noch unzählige ähnliche Geschichten.

 

Aktuell