Rapper T.I. zwingt Tochter zu Jungfräulichkeitstests - Geht's noch?!

US-Rapper T.I. lässt jährlich beim Gynäkologen checken, ob das Hymen seiner 18-jährigen Tochter noch intakt ist. Ob sein Sohn sexuell aktiv ist, ist ihm egal.

US-Rapper T.I.

Selbstbestimmung über den eigenen Körper? Privatssphäre? Für US-Rapper T.I. offenbar Fremdwörter, denn: Der 39-jährige Rapper zwingt seine Tochter Deyjah seit sie 16 ist, jährlich einen Jungfräulichkeitstest zu absolvieren, wie er nun in einem Podcast verriet. Ein Jungfrälichkeitstest? Was soll das bitte sein? Gute Frage! Pünktlich am Tag nach ihrem Geburtstag geht er mit Deyiah zum Gynäkologen, um "ihr Hymen kontrollieren zu lassen". Die Frage, ob er auch bei seinem 15-jährigen Sohn die Jungfräulichkeit kontrolliere, verneinte der Rapper. Er wisse sogar, dass sein Sohn bereits sexuell aktiv wäre - hätte damit aber kein Problem.

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Shitstorm für T.I.

Die Folge des Podcasts "Ladies Like Us", in der T.I. seine problematischen Erziehungsmethoden offenbarte, wurde schon kurze Zeit nach Veröffentlichung wieder entfernt. Lag vermutlich daran, dass eine riesige Menge an empörten Kommentaren regnete. User*innen missfiel einerseits der extreme Eingriff in die Privatssphäre seiner Tochter sowie der Double-Standard, den der Rapper bei seinen Kindern an den Tag legt. So liest man online:

Jungfräulichkeit nicht medizinisch feststellbar

Die ganze Idee der "Jungfräulichkeit" ist ja in vielerlei Hinsicht ziemlich fragwürdig. Medizinisch gibt es keine Möglichkeit festzustellen, ob jemand schon Sex hatte oder nicht. Ein "zerrissenes" Jungfernhäutchen hilft da auch nicht weiter. In den meisten Fällen reißt das Hymen nämlich irgendwann im Laufe der Pubertät. Das kann ganz leicht passieren, zum Beispiel beim Trampolinspringen, Reiten oder vielen anderen Sportarten. Manche Frauen kommen auch ganz ohne Hymen zur Welt. Die Mär hält sich trotzdem. Und obwohl die Hälfte der Frauen während des ersten penetrativen Sex gar nicht blutet, werden Blutstropfen auf dem Leintuch immer noch als eindeutiger Beweis für das Verlieren der Jungfräulichkeit gewertet.

Verstaubtes Konzept

Immer noch steckt in vielen Köpfen: Jungfräulichkeit ist etwas, das Frauen verlieren. Ein Verlust, der sie eventuell sogar wertlos macht. Beim Konzept "Jungfräulichkeit" geht es vor allem darum, was Frauen sind und in den Augen unserer Gesellschaft sein sollten. Es geht um Kontrolle und um Macht. Wenn ein Vater seine Tochter zwingt, jährlich untersuchen zu lassen, ob ihr Hymen noch intakt ist, zeigt er ihr, dass nicht sie, sondern er über ihren Körper bestimmt, dass er ihr nicht vertraut und dass sie nichts mehr wert ist, sobald sie ihre Jungfräulichkeit verliert. Es wird eindeutig Zeit, sich endlich von diesem problematischen Konstrukt unserer Gesellschaft zu verabschieden.

 

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