"Punchline - Eine Frau steigt in den Ring"

Kati Zambito ist Erstlingsregisseurin und hat einen Film über ihre Entwicklung als Boxerin und in den Ring gemacht.

Punch Line begleitet die 36-jährige Kati Zambito auf ihrem Weg vom intensiven Training hin zu ihrem ersten Box-Wettkampf. Die Vorbereitung auf das Ereignis, in dem es nur eine Gewinnerin geben kann, lässt sie den Boxsport mit anderen Augen sehen: Sie erkennt Parallelen zu aktuellen Fragen unserer Gesellschaft und sieht die Herausforderungen beim Boxen als Spiegel zum alltäglichen "Kampf des Lebens". Der Film der Erstlingsregisseurin hat relativ schnell Aufmerksamkeit erregt, und so kam auch bald der ORF als Produktionspartner mit an Bord.

Am 6. März wird Kati Zambitos Film auf 3Sat ausgestrahlt.

Hier ist der Trailer von der Erstausstrahlung im ORF am 3. Juli 2016.

Neue Persönlichkeit durch's Boxen

Die Schauspielerin Kati Zambito fing bereits Ende 20 zum Boxen an: "Ich habe bemerkt, dass ich oft als sehr 'weich' wahrgenommen werde und auch nur für entsprechende Rollen gecastet wurde. Ich habe eine Veränderung gebraucht und so habe ich mit dem Boxen angefangen." Während dieser Zeit war Boxen ein Hobby, aber es kam Zambito immer noch so vor, als würde sie nur so tun, als wäre sie eine harte Person. Daher entschied sie sich, an einem richtigen Wettkampf teilzunehmen: Als einziges weibliches Kadermitglied bereitet sie sich im wichtigsten Boxclub Österreichs "Bounce" darauf vor.

Unverständnis für den Sport

In dieser Lebensphase stieß Zambito auf viel Unverständnis: "Viele Menschen in meinem Umfeld hatten Vorurteile gegen Boxkämpfe", wie Zambito im Gespräch mit der WIENERIN erzählt. "Sie meinen, das ist nur was für Leute, die nix im Hirn haben. Warum ich mich und andere verletzen möchte, wurde ich oft gefragt". Die Schauspielerin wollte, dass anderen den Sport so sehen können, wie sie. Daher entschied sie sich, eine Dokumentation zu drehen.

Empfehlung für alle Frauen

"Ich war schon als Kind sehr schüchtern", erzählt Zambito. Das Boxen habe ihr gelehrt, das Gefühl der Ohnmacht hinter ihr zu lassen: "Man bekommt von der Gesellschaft immer nur beigebracht, nett und höflich zu sein, es fällt schwer, sich zu wehren. Aber durch's Boxen lernt man, zuzuschlagen." Gleichzeitig hilft es, Aggressionen zu kontrollieren: "Man kann beim Boxen nicht alle Aggressionen rauslassen, sonst verliert man".

Nicht mehr dieselbe Person

"Nachdem man im Ring war, ist man nicht mehr dieselbe Person", erzählt Zambito weiter. "Man kann sich einfach besser durchsetzen". Für Zambito ist Boxen keine sinnlose Gewalt, es ist eine Sportart, die von vielen unterschätzt wird. Was sich im Ring abspielt ist eine Verdichtung dessen, was in der Lebensarena vor sich geht.

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