Psychosomatik

Folgendes Szenario: Der Patient fühlt sich krank, doch der Arzt findet keine organische Ursache dafür. Dann sollte man versuchen, Ursachen in der Psyche des Patienten zu finden. Denn, auch die Psyche kann den Körper quälen.

Die Anzeichen können sich als dramatische Herzschmerzen zeigen, aber auch als Magen- und Darmbeschwerden, chronische Rückenschmerzen, Asthma, Hautausschlag, Tinnitus, Kopfschmerzen oder Essstörungen auftreten. Die Palette der psychosomatischen Krankheiten ist lang - und im Prinzip kann jedes Symptom durch den Einfluss der Psyche auf den Körper entstehen.

In der heutigen Zeit werden immer mehr Fälle festgestellt, bei denen die Psyche eine Wirkung auf das Wohlbefinden des Körpers hat. Sowohl Arzt als auch Patient tippen bei anhaltenden Beschwerden mit hohem Leidensdruck ohne oder mit geringer körperlicher Ursache schneller auf die Psyche.

Durch immer größeren Leistungsdruck im Beruf und der Schule erkranken viel mehr Patienten an einer psychosomatischen Krankheit als vor 10 Jahren. Denn, der Körper reguliert sich selbst nach Bedürfnis und Anforderung. Schafft er das nicht, kann sich eine psychosomatische Krankheit entwickeln. Es handelt sich dann um eine Überforderung des Organismus.

Psychofalle: Ignorierter Stress

Psychosomatische Beschwerden können sich auf zweierlei Arten zeigen:

  • Während und nach tatsächlicher Krankheit. So nimmt der Betroffene z. B. einen harmlosen Mageninfekt besonders intensiv wahr. Ist er abgeheilt, richtet der Patient trotzdem noch seine ganze Aufmerksamkeit auf den Magen und nimmt jede kleinste Veränderung und normale Verdauungsanzeichen als Krankheitssymptom wahr. Banale Beschwerden machen große Sorgen, wobei die körperlichen Befunde nicht den Leidensdruck erklären.
  • Unter anhaltendem Stress und Überforderung körperliche Symptome bilden, etwa Magen- und Darmbeschwerden, Bluthochdruck, Rückenschmerzen, die gesamte Palette der psychosomatischen Krankheiten. Dabei kann der Übergang von einer psychosomatischen Krankheit zu einer „echten" (somatischen) fließend sein.

Therapie

Psychosomatische Krankheiten lassen sich erfolgreich behandeln. Dabei gilt zuerst, das betroffene Organ zu unterstützen. Stellt sich daraufhin noch keine Verbesserung ein, kann der Psychotherapeut weiterhelfen. In einer ambulanten Kurzzeittherapie vermittelt er Entspannungsverfahren und klärt den Hintergrund ab.

Nicht wahrgenommener Stress kann etwa eine Partnerschaft sein, in der man sich anscheinend zufrieden fühlt, die in Wirklichkeit jedoch extrem nervt. Die Folge davon ist z. B. essenzieller Bluthochdruck, für den also keine körperliche Ursache wie etwa Übergewicht vorliegt.
 

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