Psychologen haben eine riesigen Vorteil gefunden, später Kinder zu bekommen

Laut einer neuen Studie aus Dänemark hat eine späte Schwangerschaft positive Auswirkungen: Ältere Mütter sind ausgeglichener, ihre Kinder sozial stabiler.

Frauen in Entwicklungsländern warten so lange wie nie zu vor um Kinder zu bekommen - und das mag für die Kinder nicht einmal so eine schlechte Idee sein.

Späte Mutterschaft oft einseitig dargestellt

Späte Mutterschaft wird oft in einem ziemlich schlechten Licht dargestellt: Die Diskussion dreht sich um abfallende Fruchtbarkeit und mögliche Gesundheitsrisiken für Mutter und Kind. Im Vordergrund stehen Warnungen, nicht zu spät Kinder zu bekommen, um ein hohes Risiko für Geburtsfehler und Autismus zu vermeiden (wobei neuere Studien belegen, dass der Zusammenhang zwischen Autismus und später Mutterschaft gering ist).

Wenn es allerdings um das Wohlbefinden der Mutter und die sozial-emotionale Entwicklung des Kindes geht, scheint eine späte Schwangerschaft große Vorteile zu haben.

Studie: Kinder von späten Müttern emotional stabiler

Eine neue Studie aus Dänemark hat herausgefunden, dass die Kinder von späten Müttern seltener angeschrien oder scharf bestraft werden und dass sie seltener verhaltensauffällig sind oder soziale und emotionale Probleme haben. Für die Studie, die im Journal "European Journal of Developmental Psychology" veröffentlicht wurde, wurden 5000 dänische Mütter und ihre Kinder untersucht.

"Wenn wir über das steigende Alter von Müttern sprechen, sollten wir sowohl die physischen als auch die psychologischen und sozialen Faktoren miteinbeziehen", so der Studienautor Dion Sommer. In Österreich bekommen Frauen ihr erstes Kind aktuell durchschnittlich mit 29 Jahren. 1984 war es noch mit 24 Jahren.

Mütter besser ausgebildet und reifer

Die Ergebnisse der Studie lassen sich so erklären, dass ältere Mütter meist besser ausgebildet und daher sozial und finanziell besser abgesichert sind - es ergibt also Sinn, dass sie ihre Kinder weniger oft anschreien und diese weniger emotionale Probleme aufweisen. Aber selbst wenn man diese Faktoren abzieht, waren die Kinder älterer Mütter trotzdem sozial stabiler. "Mit den Alter kommt ein höherer psychologischer Reifegrad", so die Studienautoren. "Es hat nicht nur etwas mit dem Bildungsgrad und der finanziellen Situation der Mutter zu tun."

"Menschen werden mit dem Alter flexibler, toleranter und florieren emotional", erklärt Sommer weiter. "Diese emotionale Stabilität und Reife erklärt, warum ältere Eltern ihre Kinder nicht so stark schelten und bestrafen." Und eine positive und weniger disziplinäre Umgebung führt wiederum zu einer glücklichen und gesunden Erziehung.

Es gibt natürlich auch viele Studien über die Vorteile von junger Mutterschaft: Die Konklusio ist daher, dass es keine allgemeingültige Lösung gibt, und man sich von bestehenden Vorurteilen und Risiken nicht zu sehr beeinflussen lassen sollte.

 

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