Prisoners

Kindesentführung, erpresste Geständnisse und ein Vater am Abgrund: Wenn ein Cop-Thriller trotz düsterer Thematik und einer Länge von 150 Minuten Amerika in Atem hält, dann heißt der ermittelnde Detektive wohl Jake Gyllenhaal und der Vater des Entführungsopfer Hugh Jackmann.

Es hätte ein fröhliches Thanksgiving unter Nachbarn sein sollen, aber was als Familienfest beginnt, endet als Katastrophe, der allen den Boden unter den Füßen wegzieht.

Als Keller Dover (Hugh Jackman) sich mit seiner Frau Grace (Maria Bello) auf den kurzen Heimweg vom Haus der Familie Birch begeben will, bemerkt er, dass seine sechs-jährige Tochter Anna gemeinsam mit ihrer gleichaltrigen Freundin Joy Birch verschwunden ist.

Die Mädchen wollten im Haus der Familie Dover nach einer verschwundenen Trillerpfeife suchen und waren seit Stunden abgängig. Eine verzweifelte Suche beginnt, doch von den Kindern fehlt jede Spur. Kellers Sohn Ralph erinnert sich an einen heruntergekommenen weißen Wohnwagen, der vor Stunden verdächtig nahe am Haus der Dovers geparkt hatte.

Die Polizei braucht nicht lange, um das schäbige Wohnmobil samt Fahrer ausfindig zu machen. Der geistig zurückgebliebene Fahrer namens Alex unternimmt einen linkischen Fluchtversuch vor der Polizei und wird in Gewahrsam genommen. Im Wagen kann die Spurensicherung keine Hinweise auf die verschwundenen Mädchen sicherstellen.

Jake Gyllenhaal in Prisoners

Mit den Ermittlungen im Fall Dover/Birch beauftragt ist der einzelgängerische Detective Loki (Jake Gyllenhaal). Seine Spürnase hat bis jetzt jeden Fall gelöst. Beim Verdächtigen Alex sind Lois Hände allerdings gebunden. Alex ist auf dem geistigen Niveau eines 10-Jährigen und kann das unmöglich alleine durchgezogen haben. Nach 48 Stunden in Polizeigewahrsam muss Loki Alex in die Obhut seiner alten Tante entlassen.

Keller Dover hingegen ist von Alex' Schuld überzeugt. Aus dem wirren Gestammel, das Alex über die Lippen kommt, glaubt Dover entnehmen zu können, dass Alex genau weiß, wo die Mädchen versteckt sind. Aus Verzweiflung entführt Dover Alex um - notfalls auch unter Folter - ein Geständnis aus ihm herauszupressen ....

Prisoners

Zeitgleich ermittelt Loki in den düsteren Abgründen von pädophilen Triebtätern und den Entführungsfällen der letzten 25 Jahre. Ein Labyrinth von Lügen, Leichen und bitteren Geheimnissen. Mangelndes Engagement kann man Loki nicht vorwerfen, mangelnde Beherrschung schon und das ist nicht das einzige, was ihn mit Dover verbindet.

Von den US-Medien bejubelt, wird Prisoners bereits der Thriller-Kultstatus von Das Schweigen der Lämmer verliehen. Tatsächlich bleibt’s buchstäblich bis in die letzte Sekunde spannend. Und das ist vor allem einem zu verdanken: Jake Gyllenhaal, der als Spürhund mit neurotischem Augenzwinkern scheinbar emotionslos aber instinktgetrieben der Sache auf den finsteren Grund geht. Auch Gyllenhaal macht sich dabei sehr verdächtig, Oscar verdächtig.
 

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