Pornos und Naziparolen in Game-Apps für Kinder

Naziparolen, pornografische Inhalte und versteckte Kosten: All das entdeckte die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest in Spiele-Apps für Kinder. Darunter sind auch beliebte Dauerbrenner wie Fortnite & Minecraft.

Kinder spielen Handygames

Früher wurden in langweiligen Schulstunden noch Zettelchen geschrieben und Tic-Tac-Toe auf der Tischplatte gespielt. Heute chattet man über WhatsApp miteinander und zockt Minecraft - und das kann ziemlich problematisch sein (abgesehen davon, dass der Unterricht verpasst wird): Beim Spielen von Gaming-Apps kommen Kinder nämlich nicht selten mit verstörenden Inhalten in Berührung. Expert*innen der Stiftung Warentest nahmen 14 Spiele-Apps für Kinder genauer unter die Lupe: Keines davon stuften sie als kindgerecht ein.

Mitspieler*innen bringen Naziparolen ins Spiel

Da es sich bei den meisten Spielen um Multiplayer-Games handelt, haben es die (minderjährigen) Spieler*innen auch immer mit anderen Playern zu tun: Diese tragen nicht selten problematische, weil rechtsextreme Usernamen wie "SiegHeil“ oder "Judentöter“. Verweise auf pornografische Seiten waren ebenfalls in einigen der Apps zu finden. Auch die Werbungen, die während der Spiele geschalten werden, sind für Kinder oft völlig ungeeignet: So stießen die Expert*innen in einer App für Sechsjährige auf eine Werbung für ein Game ab 18 Jahren, welches darin besteht, unablässig Leute zu erschießen. Das Spiel, das beim Test als "am wenigsten schlimm“ eingestuft wurde, war Pokémon Go. Eine Spielempfehlung wolle Stiftung Warentest aber auch hierfür nicht aussprechen.

Alles gratis - zumindest auf den ersten Blick

Beinahe alle der 14 getesteten Spiele sind gratis über den AppStore oder den Play Store erhältlich – was den Zugang für Minderjährige natürlich erleichtert. Lediglich Minecraft (Open-World-Spiel: Spieler*innen bauen aus würfelförmigen Blöcken 3D-Welt) kostet einmalig 7,99 Euro. Bei Candy Crush (Puzzlespiel) und Homescapes (Lebenssimulation: Spieler*innen helfen dem Butler, die Villa zu pflegen) ist der Spielespaß bereits nach kurzer Zeit vorbei – es sei denn, man ist bereit teure In-App-Käufe zu tätigen, um weitere Levels und Funktionen freizuschalten. Generell bauen Gratis-Apps darauf, dass Spieler*innen um echtes Geld zusätzliche Inhalte wie neue Figuren oder Welten erwerben. Die Kosten sind dabei meist sehr intransparent.

Illegale Klauseln

Die AGB der meisten getesteten Apps enthalten unzulässige Klauseln. So lassen sich Apps bestätigen, dass man Überwachung zustimmt und keine Privatsphäre erwartet. Stiftung Warentest fand beispielsweise folgenden Satz in den AGB von Angry Birds 2 (Geschicklichkeits-Spiel): "Du stimmst dieser Überwachung und Aufzeichnung unwiderruflich zu. Entsprechend willigst du ein, dass du keine Privatsphäre ... erwartest, einschließlich, aber nicht beschränkt auf Chattexte oder Sprachnachrichten.“

 

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