Pop-Up Dining

Gekommen, um nicht zu bleiben: Wie die berühmten Schwammerl schießen sie aus dem Boden: Pop-Up-Stores hier, Pop-Up-Märkte dort - und nicht zu vergessen, Pop-Up-Restaurants. Was Touristiker als Chance für Destinationen einstufen, bedeutet für uns: Kulinarik und Action an ungewöhnlichen Orten. Der Trend darf bleiben!

Was hat das Gourmet-Magazin "bon appétit" vor rund einem Jahr doch falsch gelegen: "Pop-Up Restaurants Are Over", lautete eine Schlagzeile darin. Im Text hieß es dann weiter, die Kurzzeit-Lokale sollten am besten eher verschwinden, als sie auftauchen. Wegen des Mangels an Design, an guter Küche und überhaupt …

Nicht nur an Österreich ist dieser Appell spurlos vorüber gegangen, ohnehin wird er meist durch den Jubel über die Kurzzeit-Lokale übertönt. Ob Österreichs erstes Pop-Up Restaurant in Brüssel, initiiert durch die Österreich Werbung oder die vorweihnachtliche Vollpension der Gebrüder Stich, bei der eine Jeans-Manufaktor in der Wiener Innenstadt in Omas Wohnzimmer verwandelt wird: Sie werden geliebt, die Pop-Up-Lokalitäten, die auch als Supper-Club, Anti-Restaurant oder Guerilla Dining bezeichnet werden. So vielfältig die Namen, so unterschiedlich die Konzepte: Da werden für ein paar Monate öffentliche Plätze in Schanigärten verwandelt, öffnen Privatküchen für einige Tage ihre Türen oder Weizenfelder werden für 24 Stunden zu Lokalen gemacht.

Erfolgreiches Österreich-Projekt: Ein Pop-Up Lokal in Brüssel:

Eines haben die Pop-Up-Konzepte gemeinsam: Sie locken mit der Idee des Exquisiten. „Kommst du heute nicht, sind wir morgen schon wieder weg", so lautet Motto der Pop-Ups. Sie sind attraktiv, weil sie schnell wieder verschwinden, und wer will schon etwas verpassen, das nicht mehr nachzuholen ist? "Inszenierung ist alles. So wird aus einem Menü plötzlich ein 
unvergessliches Erlebnis", erklärt Peter Grander, BA Consultant bei der con.os
tourismus.consulting gmbh, "Es 
geht dabei nicht nur um ausgefallene Menüs, die Qualität 
entscheidet."

Pop-Ups sind cool, hip und spannend, vor allem für ein jüngeres Publikum. Das meint zumindest Hanni Rützler, die in ihrem Buch „Food Change" den 20 - 30jährigen auch ein wachsendes Interesse an gemeinsamen kulinarischen Erfahrungen zuspricht. Letzteres steht auch bei Pop-Ups oft im Vordergrund: Menschen treffen aufeinander, die sonst nicht in Berührung gekommen wären und teilen ein besonderes, nämlich kurzfristiges, exklusives Vergnügen miteinander.

Wo in nächster Zeit Pop-Up Restaurants auftauchen, erfahren Sie auf Seite 2 >>

Österreichisches Pop-Restaurant in Brüssel
Screenshot Restaurant Day

Es sieht ganz so aus, als wäre der Trend Pop-Up Restaurants gekommen, um zu bleiben!

Aktuelle und kommende Pop-Ups:

Tirol:

  • Nur noch kurze Zeit, nämlich bis 30. März, hat Tirols erstes Pop-Up geöffnet. Seit 9. November kocht das Domicil Cooking Team von Alice & Franz Benjamin Polczik, im "normalen Leben" Catering- und Partyserviceanbieter in Kitzbühel, im ALEA der Wirtschaftskammer. Das Motto: "100 und eine Nacht - Wir kochen einen Winter lang". Serviert wird Asiatisch-Mediterranes tagsüber als Mittagsimbiss, abends als gepflegtes Dinner. Am 30. März 2014 schließt das Domicil Limited mit einem Benefizabend wieder seine Pforten.
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Wien:

  • Die Guerilla Bakery bietet regelmäßig einen Bake-Sale an, wo sie an einem Nachmittag im Monat hausgemachte und exquisite Cup Cakes, Törtchen und Kuchen verkauft. Wo auch immer sie gerade Platz findet.
  • In ihrer "Love kitchen" kocht Esche Fiege jeweils Dienstags und Mittwochs Mittag und lädt Leckermäuler zu sich nach Hause ein. Kennzeichen: "Wenn das Tischtuch über'm Theater an der Wien weht, gibt es Essen", schreibt die Dramaturgien und Köchin auf ihrer Website. Anmeldung notwendig!

  • "the Dining Room" ist ein kleines, feines Genussrefugium in Wien-Hietzing, zwischen dem Schloss Schönbrunn und dem Wienerwald. Die Themen-Dinners im Privathaus, zusammen mit den darauf abgestimmten Essays und Fotos, finden meist Mittwoch und Freitag abends statt. Anmeldung erwünscht!

  • Die Betonküche übernimmt für ein Dinner von leerstehenden Gassenlokalen bis zum Altwiener Beisl alles, was gerade passt, stellt Betontische auf und serviert 5-Gänge Menüs.

Überall:
  • Derzeit noch im Winterschlaf sind die drei Jungs von der Feldküche hoffentlich bald wieder mit ihrer reisen mobilen Feldküche, Holzbänken und Gastköchen im Gepäck, quer durch Österreich unterwegs. Dann tischen sie unter freiem Himmel köstliche Gänge-Menüs auf.

… und es werden noch mehr temporäre Lokale auftauchen: Plötzlich, unvorhergesehen, vor allem aber kurzlebig, denn so sind die Pop-Up Restaurants nun einmal...

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