Plus-Size Marke "Simply Be" wird für "Curvy"-Kampagne kritisiert

Viele finden das Bild der kurvigen Models nicht sehr vielfältig, sie tragen alle Größe 42. Ist das schon "Plus-Size?"

Man muss schon sagen, es gab dieses Jahr schon einige tolle Fortschritte, was die Präsentation unterschiedlicher Frauen(-körper) in den Medien betrifft. Erst gestern haben wir über eine Bademoden-Kampagne von Target berichtet, in der unterschiedliche Frauentypen komplett ohne Photoshop-Bearbeitung gezeigt wurden. Selbst größere Marken wie Nike verstehen langsam, worum es geht und zeigen Frauen unterschiedlichster Herkunft, mit unterschiedlichsten Körperformen und ohne bearbeiteten Perfektionsanspruch.

Zu den schlechteren Beispielen gehörte dieses Jahr leider schon Zara: Die spanische Marke wollte offenbar auf den Body Positivity-Zug aufspringen und macht zu ihrer Jeans-Kampagne glatt ein "Curvy"-Sujet. Auf dem Foto war allerdings kein einziges Cury-Model zu sehen, ganz im Gegenteil: Die Mädchen sahen mager wie eh und je aus. Die Werbung war ein großer Aufreger, und auch eine aktuelle Kampagne der Plus-Size-Marke "Simply Be" erzeugt gerade ähnliche Reaktionen. Ganz so drastisch wie bei Zara ist die Situation nicht, aber gerade reale Plus-Size-Frauen fühlen sich davon nicht angesprochen.

Die aktuelle Kampagne des Modehauses heißt "We are Curves" und zeigt drei Frauen mit Größe 42.

Viele sind nicht glücklich mit der Auswahl: Wenn Größe 42 "Plus-Size" und nicht mehr "normal" ist, was ist dann mit den Frauen, die noch größere Größen tragen? "Durch das Verwenden solcher Labels, bezeichnen wir quasi die Hälfte der weiblichen Bevölkerung 'Plus-Size' erzählte Iska Lawrence, einer der Stars der Kampagne vom letzten Jahr gegenüber Refinery 29. "Der Begriff wird ja nicht nur innerhalb der Modeindustrie verwendet, sondern für alle Frauen. Und Frauen lassen sich nicht gerne einordnen, und das verstehe ich."

Die Plus-Size-Style-Influencerin Stephanie Yeboah schreibt auf Twitter: "Mehr und mehr Marken lassen jene Kundinnen im Stich, die sie groß gemacht haben. Das ist falsch und langweilig. Das passiert bedeutenden Bewegungen, wenn sie Mainstream werden: Auf einmal wollen alle 'unterdrückt' sein. Es sagt viel aus, wenn ich mich nicht mehr mit einer 'Plus-Size'-Marke identifizieren kann, weil nicht Mal ihre Models Plus-Size sind."

Wenn die Aufregung eines zeigt, dann, dass die Modeindustrie noch einiges zu lernen hat, wenn sie das Wort "Plus-Size" tatsächlich verwenden will.

 

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