Plus-Size Bloggerin spricht zwischen Tränen und Wut über Hasskommentare

Callie Thorpe ist eine erfolgreiche Plus-Size-Bloggerin. Unter einem Artikel sammeln sich über 900 Kommentare, die meisten davon voller Hass. Sie veröffentlicht ein emotionales Video und schildert die Realitäten einer dicken Frau im Internet.

Callie Thorpe ist Fashionbloggerin, Plus-Size-Aktivistin, ehemalige Kolumnistin der Marie Claire und trägt Größe 52. In Großbritannien ist sie ziemlich bekannt für ihren Blog From the Corners of the Curve. Was als Diättagebuch angefangen hast, ist mittlerweile eine „bodyshamingfreie Zone“. Es geht um Selbstliebe, Body-Positivity und ums Glücklichsein. Das Wort „Diät“ hat keinen Platz mehr in Thorpes Wortschatz.

Im Juli wurde ein Fashionblogger-Traum wahr: Die britische Vogue bildet Callie Thorpe in einem Onlineartikel ab. Im Bikini – und es ging nicht um „Bikinis für Plus-Size-Frauen“, sondern einfach nur um Bikinis. Thorpe war gemeinsam mit Models wie Ashley Graham, Kendall Jenner und Bella Hadid zu sehen. Ein Hoch auf die Diversität!

900 Hasskommentare für Plus-Size-Model

Yahoo! Style veröffentlichte daraufhin einen harmlosen, ja positiven Artikel über sie. Und dann kam der Hass. Über 900 Kommentare sammelten sich unter dem Artikel an, die meisten davon voller Spott und Abfälligkeiten. Und Callie Thorpe kann nicht mehr.

Sie veröffentlicht ein sehr emotionales Video mit dem Titel „Dealing with Online Abuse“. Sie spricht über den Hass, mit dem sie täglich im Internet konfrontiert ist – vor und nach dem Artikel in der Vogue. Die Kommentare unter dem Yahoo-Artikel haben ihr den Rest gegeben: „Ich habe den Fehler gemacht, und durch die Kommentare gescrollt und einige wirklich, wirklich bösartige Kommentare gelesen... Sie waren einfach so scheußlich."

An dieser Stelle fängt Callie Thorpe an zu weinen.

„Es waren 900 Kommentare und fast alle davon waren gemein und ausfallend. […] Es war das bösartigste, was ich in den fünf Jahren, seit ich blogge, gelesen habe.“

Sie ist tief verletzt, kann nicht schlafen. Während ihrer Rede kann man beobachten, wie sich der Schmerz in Wut verwandelt – weil jedes mal von ihr und generell von Frauen, die online Erfahrung mit Hasskommentaren machen, verlangt wird, diese einfach nicht zu beachten.

Hasskommentare treffen besonders "fette Frauen"

„Ich habe es satt, die Person zu sein, die ignorieren und akzeptieren und vergessen soll. Die Verantwortung liegt bei den Menschen, die diese Sachen einfach nicht sagen sollten und bei den Medien, die ihre Kommentarsektionen moderieren müssen. Es sollte nicht möglich sein, dass Leute solche abscheulichen Kommentare veröffentlichen dürfen.“

„Die Leute sagen immer, das jeder von Bodyshaming betroffen ist und das ist absolut richtig. Aber ganz ehrlich, wenn du wirklich widerwärtigen Scheiß sehen willst, dann sieh dir an, wie fette Frauen online behandelt werden, besonders fette, schwarze Frauen. Es ist absolut verrückt. Wir nennen jemanden einen „Troll“ und plötzlich ist es okay? Manche dieser Kommentare sind schlicht illegal! Das sind keine Meinungen, es ist gewalttätiger, widerwärtiger Scheiß, den niemand jemals lesen sollte. “

Wehrt euch gegen Hass im Internet!

Sie macht klar, dass es nicht nur um sie gehe. Jede Frau, die in der Öffentlichkeit des Internets stehe, habe mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, besonders Frauen, die nicht dem offiziellen Schönheitsideal entsprechen. Sie ruft ihre Zuseher, ihre Follower und Leser auf, sich zu wehren.

Bitte benutzt eure Stimme. Bitte betätigt die Meldefunktionen. Bitte schreibt Mails an die Verantwortlichen und sagt ihnen, dass es inakzeptabel ist, solche Kommentare einfach stehen zu lassen. Wenn ihr mutig genug seit, bitte fordert Leute heraus!“


Callie Thorpe jedenfalls will nicht aufgeben: „Ich werde mir nicht den Mund verbieten lassen. Diese Menschen werden mich nicht davon abhalten, eine Gemeinschaft mit Frauen in der ganzen Welt zu schaffen und ich werde weitermachen und Frauen dazu ermutigen, sich in ihrer eigenen Haut wohl zu fühlen. Ich möchte weitermachen und dagegen kämpfen. Weil ich nicht der Meinung bin, dass es okay ist!“

 

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