Pilotprojekt "Rote Box": Wo es in Wien ab sofort kostenlose Tampons und Binden gibt

Menstruieren darf kein Luxus sein.

Stadt Wien startet Pilotprojekt „Rote Box“ in der Brigittenau: Kostenlose Binden und Tampons

Menstruieren ist teuer: 10.000-17.000 Tampons bzw. Binden verbraucht eine menstruierende Person in ihrem Leben. Je nachdem, ob Billig- oder Markenprodukte, geben wir hierzulande im Laufe unseres Lebens zwischen 2.500 und 4.500 Euro Minimum für Periodenprodukte aus. Gerade obdach- und wohnungslose Menschen können sich Binden und Tampons oft nicht leisten. Um die Periodenarmut zu bekämpfen, hat die Stadt Wien-Frauengesundheit mit dem Frauenservice Wien nun ein Pilotprojekt in Brigittenau gestartet.

"Zugang zu Monatshygiene-Artikeln ist ein Grundbedürfnis"

"Jede Frau und jedes Mädchen in Wien soll Zugang zu Monatshygiene-Artikeln haben – das ist ein Grundbedürfnis. Das Projekt 'Rote Box' bricht ein Tabu und bietet Mädchen und Frauen Unterstützung, wenn sie diese brauchen", so Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaal in einer Aussendung.

Bei diesem Pilotprojekt gehe es um gesundheitliche Chancengerechtigkeit, erklärt Gesundheitsstadtrat Peter Hacker. "Die Roten Boxen in der Brigittenau sollen das Thema sichtbar machen und einen unkomplizierten Umgang damit fördern".

Periodenarmut belastet physisch und psychisch

Können sich menstruierende Personen keine Hygieneprodukte leisten, hat das Folgen für ihre psychische und physische Gesundheit: Da sie keinen Zugriff auf Binden oder Tampons haben, versuchen sie sich anderweitig zu helfen und greifen auf alte Zeitungen oder Stofffetzen zurück, verwenden Hygieneartikel viel zu lange oder gar mehrmals. Das kann zu Infektionen führen. Aufgrund von Scham und mangelndem Zugang zu kostenlosen Angeboten, ziehen sich viele Betroffene zurück und isolieren sich während der Menstruation, was sich auch auf ihr Arbeits- und Sozialleben auswirken kann (sie schwänzen die Schule oder melden sich bei der Arbeit krank, wenn sie ihre Periode haben).

"Dass wir im Jahr 2021 immer noch so verklemmt über die Periode sprechen ist ein Problem, das Mädchen im Erwachsenwerden negativ beeinflusst. Umso wichtiger ist dieses Pilotprojekt: Es normalisiert den Umgang mit der Menstruation und entlastet Mädchen und Frauen", so Gemeinderätin Marina Hanke.

Gemeinderätin und NEOS-Wien-Frauensprecherin Dolores Bakos ergänzt: "Menstruationsprodukte dürfen für Frauen keine Frage des Geldes sein! Keine Frau sollte sich in der Drogerie die Frage stellen müssen, ob sie sich Binden und Tampons leisten kann oder nicht. Die 'Rote Box' soll vor allem jene unterstützen, für die der Kauf von Monatshygieneartikeln eine finanzielle Hürde darstellt. Periodenarmut darf in einer Stadt wie Wien kein Thema sein!".

Rote Box bislang 4 Mal in Wien

An 4 Standorten im 20. Bezirk gibt es ab sofort kostenlose Binden und Tampons zur freien Entnahme. Bis Ende Jänner 2022 werden rund 80.000 Tampons und 32.000 Binden in der Brigittenau zur Verfügung stehen. Die Artikel wurden vom Österreichischen Drogeriefachhandel Bipa gesponsert, um in einer ersten Phase das Pilotprojekt der Stadt Wien zu unterstützen.

Die Rote Box ist an folgenden Standorten verfügbar:

  • Magistratisches Bezirksamt 20. Bezirk
    Brigittaplatz 10
    1200 Wien
  • MA 17 – Integration und Diversität
    Jägerstraße / Ecke Pappenheimgasse
    1200 Wien
  • Jugendzentrum BASE 20
    Engerthstraße 78-80
    1200 Wien
  • Verein SozialShop - Der Sozialmarkt in Brigittenau
    Denisgasse 24
    1200 Wien

Eine begleitende Online-Umfrage soll die Bedürfnisse von menstruierenden Menschen aus Haushalten mit niedrigem Einkommen zeigen, um so Periodenarmut in Wien langfristig entgegenwirken zu können.

Alle Informationen zur Roten Box gibt es unter: rote-box.wien.gv.at

 

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