Petra Steger: „Ich halte nichts von Jörg Haider“

Petra Steger, 28, Nationalratsabgeordnete der FPÖ, verrät, warum sie Jörg Haider nicht mag, die FPÖ keine Nazi-Partei ist und wie sie ein Burka-Verbot einführen will.

In unserer Reihe „Jungpolitikerinnen im Gespräch“ treffen wir auf Österreichs einflussreichste Politikerinnen unter 30. Heute: Petra Steger, 28, Nationalratsabgeordnete der FPÖ. Im Gespräch verrät sie, warum sie Jörg Haider nicht mag, die FPÖ keine Nazi-Partei ist und wie sie ein Burka-Verbot einführen will.

WIENERIN.at: Sie waren laut Ihrem Wikipedia-Eintrag eine Musterschülerin und haben auch Sommerkurse in Harvard besucht. Außerdem spielen Sie in der Basketball-Bundesliga. Warum haben Sie sich zusätzlich noch für die Politik entschieden?

PETRA STEGER: Das mit der Musterschülerin muss ich in Frage stellen (lacht). Bei den Hausaufgaben war ich nie die Fleißigste. Aber ich habe einen ausgezeichneten Erfolg in der Schule gehabt, studiert, zweimal die Summer School in Harvard besucht und studiere auch noch. Abgesehen davon halte ich lebenslanges Lernen für sehr wichtig. Wie ich in die Politik gekommen bin? Ich hatte es nicht vor. Ich hatte aber schon immer eine große Leidenschaft dafür. Das war schon früh ersichtlich für alle meine Freunde, die immer gesagt haben: „Jetzt hör endlich auf über Politik zu diskutieren!“ Allerdings habe ich auch sehr viele negative Geschichten gehört von meinem Vater (ehem. FPÖ-Chef und Vizekanzler Norbert Steger, Anm.). Seine aktive Zeit habe ich aber nie mitbekommen. Aber natürlich haben wir immer viel über Politik diskutiert. Wie gesagt, ich wollte nicht in die Politik. Unter anderem wollte ich mich nicht für eine FPÖ einsetzen, als Jörg Haider noch Parteiobmann war. Dann kam es zur Spaltung und HC Strache wurde neuer FPÖ-Chef.

Dann haben Sie sich doch dazu entschieden, sich für die FPÖ zu engagieren?

Ja, ich habe dann gesehen, dass das ein Parteiobmann ist, bei dem ich mir vorstellen kann, tätig zu werden. Strache hat mich überzeugt. Es war dann eher Zufall, dass ich 2008 Bezirksrätin wurde. Ich wurde damals vor der Wien-Wahl von ein paar Basketballer-Freunden in ein Lokal mitgenommen, wo auch Bezirkspolitiker der FPÖ waren. Ich bin mit dem Bezirkschef Alexander Pawkowicz ins Gespräch gekommen und er hat mich gefragt, ob ich Interesse habe, mich bei der Wien-Wahl zu engagieren. Und dann ist es wie ein Zug, der dich immer weiterzieht. Dann bin ich zu FPÖ-TV gekommen und habe die journalistische Seite kennengelernt. Schließlich haben einige gesehen, dass ich Potenzial habe. Dann habe ich ein „Nachwuchs-Seminar“ absolviert, von dort aus – völlig überraschend – wurde ich für den Nationalrat aufgestellt. Das war jetzt nicht mein Plan, mir wurde nicht gesagt, dass es in die Richtung gehen soll. Irgendwann wurde ich gefragt, ob ich Interesse hätte. So jung die Chance zu bekommen, in den Nationalrat zu kommen, ist natürlich schon etwas Einmaliges im Leben.

Warum hatten Sie davor – unter Jörg Haider – kein Interesse daran, bei der FPÖ aktiv zu werden?

Einerseits wegen der politischen Ausrichtung in vielen Gebieten, andererseits auch wegen der Person an sich. Ich habe persönlich nicht viel von ihm gehalten. Was ich gut fand – und das kann man nicht abstreiten – ist sein politischer Instinkt und sein rhetorisches Talent. Was mir aber gefehlt hat, ist, dass andere Meinungen gehört werden und auch Leute ins Team geholt werden, die wirklich etwas auf dem Kasten haben. Dass innerparteilich demokratisch entschieden wird – das war bei Jörg Haider nicht der Fall.

Ihr Vater, der ja selbst Politiker war, war nicht so begeistert davon, dass Sie in die Politik gehen. Hat er sich damit versöhnt?

Versöhnt, ja. Er weiß, wie schwierig es in der Politik ist. Er hat viel erreicht, aber auch sehr viel Negatives erlebt. Er wollte nicht, dass seiner Tochter vielleicht dasselbe widerfährt wie ihm. Aber in unserer Partei hat sich extrem viel verändert. Damals war die Partei sehr zerstritten, sie war nicht einig. Jetzt ist genau das Gegenteil der Fall – die Stimmung, das Klima, es gibt einen Zusammenhalt.

Haben es junge Frauen Ihrer Meinung nach trotzdem schwerer in der Politik? Wenn ja, warum?

Diese Bewertung fällt mir persönlich sehr schwer, weil ich diese Chance bekommen habe. Natürlich wird, wie von jedem anderen, erwartet, dass du diesen Fleiß, die Leistung zeigst. Das habe ich anscheinend getan und deswegen habe ich auch diese Möglichkeit bekommen. Ich glaube, dass jede Frau, die diese Leistung, diese Bereitschaft mitbringt und auch ein gewisses Talent dafür hat, auch diese Chance bekommt. Deswegen bin ich auch ein Gegner von Quoten. Ich möchte nicht in dem Wissen auf einer Position sitzen, dass ich eine Quote erfülle. Ich möchte wissen, dass ich mir diese Position tatsächlich verdient habe.

Nun ist es ja trotzdem so, dass nur 4 Prozent der Vorstandsposten in börsennotierten Unternehmen von Frauen besetzt werden. Glauben Sie, dass sich das von alleine ändert?

Ich halte nichts von Quoten. Ich glaube, dass man noch viel mehr an dem Bewusstsein arbeiten muss, dass man das thematisiert, nach den Gründen sucht. Etwa in Gesprächen mit Medien. Dann erhält das Thema mehr Aufmerksamkeit, das Denken kann auf diese Art und Weise verändert und Frauen in diese Positionen gebracht werden. Aber wie gesagt: nur Frauen, die auch tatsächlich die Fähigkeiten und den Willen haben. Ich sehe sehr oft, dass in unseren Jugendorganisationen mehr junge Männer da sind als Frauen. Viele Frauen sagen: „Ich weiß nicht, ob ich das kann. Ich weiß nicht, ob das etwas für mich ist.“ Leider fehlt oft das Selbstbewusstsein. Ich glaube, dass man da noch mehr daran arbeiten muss, in Gesprächen und bei der Medienarbeit.

Macht die FPÖ das etwa? Ist Frauenpolitik ein Thema, das der Partei wichtig ist?

Wir machen das auf jeden Fall. Allein ich mache das schon einmal. Ich rede mit vielen jungen Nachwuchspolitikerinnen. Natürlich kann man aber nicht erwarten, dass jeder das ständig und überall macht. Dafür gibt’s einfach auch zu viele verschiedene Zuständigkeiten oder fachliche Themen, Alltagspolitik etc., dass das natürlich nicht ständig im Kopf von jedem ist, wie wir die meisten jungen Frauen nachholen. Ich sehe es als meine Aufgabe dafür zu sorgen, dass noch mehr junge Frauen auch diese Chance bekommen und den Mut haben, sich das zu trauen. Auch von der Parteispitze wird darauf geschaut, dass junge Frauen ermutigt werden. Aber dass das man das jetzt von jedem Politiker erwartet, das als oberstes Prinzip zu sehen, das kann man nicht.

Die FPÖ hat dennoch einen sehr niedrigen Frauenanteil von 18 Prozent im Parlament. Wurde da zu wenig getan?

Keine Frage. Meiner Meinung nach gibt es zu wenige Frauen bei uns. Aber wie gesagt: es wird immer wieder mit Frauen geredet und versucht, sie dafür zu begeistern, diesen Schritt zu machen. Ich sage, wenn es diese Frauen gibt, dann werden sie unterstützt, wenn es sie nicht gibt, dann kann man sie sich auch nicht aus den Fingern saugen. Frauen, die dazu nicht in der Lage sind oder nicht wollen – das bringt nichts. Ich finde, es sollte noch immer auf die Qualität und die Bereitschaft geachtet werden. Und nicht dass jemand auf einem Platzt sitzt aufgrund einer Quote und dann nichts leistet dafür. Das sind Vorgänge, die ich nicht haben möchte in der Politik. Jemand, der nicht alles leisten möchte dafür, der nicht wirklich Bereitschaft zeigt, sollte auch diese Position nicht haben.

Kommen wir zu den Wählerinnen: Traditionell kommt die FPÖ eher bei Männern als bei Frauen an, wenn man sich vergangene Wahlergebnisse ansieht. Warum ist das so?Schafft es die FPÖ nicht gut genug, Frauen anzusprechen?

Alles kann ich auch nicht wissen (lacht). Ich weiß nur, dass wir bei den Jungen sehr gut ankommen, dass wir bei den Arbeitnehmern sehr erfolgreich sind. Wenn wir bei den Frauen erfolgreicher wären, würden Sie mich wahrscheinlich das Umgekehrte fragen, und das könnte ich Ihnen wahrscheinlich genauso wenig beantworten. Ich hoffe, dass wir bei den Frauen stärker werden. Insgesamt werden wir größer und nehmen auch beim Frauenanteil zu.

Ist es dann förderlich, dass die FPÖ sexistische Kampagnen, wie etwa das Plakat des Rings freiheitlicher Jugend Burgenland, auf dem eine nackte blonde Frau zu sehen ist, mit Sprüchen wie „Frauen brauchen kein Binnen-I“, „Frauen brauchen keine Quoten“ und „So sehen echte Frauen aus“ macht?

Ich habe das Bild jetzt nicht genau vor Augen. Ich glaube, damit wurde zum Ausdruck gebracht, dass eine selbstbewusste Frau sich nichts vorschreiben lassen muss, dass sie kein Binnen-I braucht, um sich als Frau zu fühlen und dass sie keine Quoten braucht. Ich glaube, dass Frauen sich allgemein nicht in eine Schublade zwängen lassen wollen – dass ihnen vorgeschrieben wird, dass sie den beruflichen Weg gehen müssen und nicht diesem klassischen Familienbild entsprechen dürfen. Wenn sie bei den Kindern bleiben will, soll das nicht als minderwertig oder als altes Familienbild schlecht dargestellt werden. Das Wichtigste für die Frauen ist, dass sie die freie Entscheidung haben. Und dass wir uns auch nicht von linker Seite, die dann immer wieder versuchen, dieses traditionelle Familienbild als schlecht darzustellen, erpressen lassen. Abgesehen davon ist es eine Jugendkampagne und keine Parteikampagne. Jugendkampagnen sollten nicht allzu ernst genommen werden (lacht). Wenn man sich Kampagnen der Sozialistischen Jugend ansieht, die den Slogan „Wer ein Kreuz bei HC Strache macht, muss wissen, dass es einen Haken hat“ auf Flyer druckt – das ist wirklich tiefstes, unterstes Niveau. Dass demokratisch legitimierte Parteien mit dem Nationalsozialismus gleichgesetzt werden oder damit in Verbindung gebracht werden, ist für mich wirklich erschreckend. Dass soll sich diese Jugendorganisation einmal überlegen, ob das eine stilvolle, niveauvolle Politik ist. Sie machen richtige Hasskampagnen. So etwas werden Sie von der FPÖ niemals erleben – dass man gegen Personen oder Parteien mit so einem Hass agiert.

Das sieht Bürgermeister Häupl vielleicht anders. Aber wenn wir schon beim Thema sind: Sie haben 2013 in einem „Standard“-Interview gesagt, dass Ihr Urgroßvater im KZ umgebracht wurde. Der rechtsextremen Burschenschaft Olympia gehören zahlreiche führende Politiker der FPÖ an. Prominente Olympen wie Norbert Nemeth, Klubdirektor der FPÖ im Parlament, haben mehrfach versucht, dem verurteilten Holocaustleugner Gottfried Küssel Schützenhilfe zu leisten. Die Liste der „Einzelfälle“ lässt sich weiter fortführen. Werden Sie angesichts Ihrer Familiengeschichte nicht wütend, mit diesen Menschen gemeinsame Politik zu machen?

Gerade mit so einer Familiengeschichte schaut man ganz genau hin. Genau deswegen bin ich die richtige Person, um zu sagen, dass diese Partei überhaupt nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun hat. Sich klar, deutlich und oft genug davon distanziert hat und dass es abscheulich und erschreckend ist, so etwas zu behaupten. Die eine Sache ist einmal, wie die Burschenschaften dargestellt werden. Ich habe oft genug mit Burschenschaftern zu tun und ich muss sagen, das alles in einen Topf zu werfen und zu sagen, die Burschenschafter sind rechtsradikal – das entspricht nicht der Tatsache.

Sätze wie „Das deutsche Volkstum muss sich frei in Europa entfalten können“ von Martin Graf, des „Alten Herrn“ der Burschenschaft Olympia, sind doch schon ziemlich eindeutig.

Was genau hat dieser Satz mit Nationalsozialismus zu tun? Generell finde ich es bedenklich, wenn man jedes Wort, das man benützt, auf die Waagschale legt, weil dadurch die freie Meinungsäußerung in vielerlei Hinsicht nicht mehr gewährleistet sein kann. Wenn man jedes Wort, dass die Nationalsozialisten verwendet haben, streicht, dann dürfte man die deutsche Sprache nahezu gar nicht mehr verwenden. Bei manchen Wörtern bin ich ganz der Meinung – aber zu sehr übertreiben sollte man das gar nicht. Abgesehen davon sitzt Martin Graf schon lange nicht mehr im Nationalrat, weil er aus persönlichen Gründen ausgeschieden ist.

Sind Sie froh darüber?

Ich persönlich habe nichts dagegen, dass er nicht mehr drin sitzt. Er ist aus persönlichen Gründen gegangen. Aber die Partei hat auch oft genug bewiesen in den letzten Jahren oder Monaten, dass, wenn es zu irgendwelchen Vorfällen kommt, eine strikte Trennlinie gezogen wird und dass auch da für Sauberkeit gesorgt wird. Deswegen finde ich es immer merkwürdig, dass uns dann immer wieder irgendwelche Einzelfälle vorgeworfen werden. Man will ja auch nicht auf alles, was die Medien bringen, raufspringen und sofort rausschmeißen, obwohl gar nichts dahinter ist. Erst kürzlich haben wir mit Susanne Winter bewiesen, dass diese Trennlinie gezogen wird.

Lesen Sie weiter auf Seite 2 - über das "Burkaverbot" und "linke Gutmenschen".

Petra Steger (* 4. Oktober 1987 in Wien) ist eine österreichische Politikerin (FPÖ). Steger ist seit Oktober 2013 Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat und spielt in der Basketball-Bundesliga beim Frauenverein Flying-Foxes SVS Post.

Gibt es noch ein paar Leute, die Sie nicht gerne in der Partei sehen?

Bei einer riesengroßen Partei mit zigtausenden Mitgliedern kann ich nicht in jede Person reinschauen. Solange sich eine Person nichts zuschulden kommen lässt, und das nachweislich, sollte man sich nicht in irgendwelchen Spekulationen verlieren. Manchmal reden auch einfach Leute in irgendeinem schlechten Zustand einen dummen Satz daher. Natürlich sollte das nicht vorkommen. Und natürlich sind manche Sätze dann – auch wenn sie ein dummer Satz sind und vielleicht nicht so gemeint – dann zu viel des Guten und man muss sich trennen. Aber gleich jedem Menschen, der einmal einen dummen Satz sagt, zu sagen, er gehört jetzt rausgehaut – das halte ich auch nicht für den richtigen Weg.

Sie haben vorhin Ihre Mitarbeit bei FPÖ-TV angesprochen. In der letzten Sendung geht es um die Frage des „Burkaverbots“. Darin sagen Sie: „In Österreich leben die linken Gutmenschen ihre falsch verstandene Toleranz gegenüber dem Islamismus aus.“ Ich würde gerne wissen: was sind in Ihren Augen „linke Gutmenschen“ und was ist „Islamismus“?

Islamismus ist für mich eine extremistische Form des Islams und Gutmenschentum ist für mich das Wegschauen von diesen extremistischen Zügen, die in der Religion auch liegen, das muss man dezidiert sagen. Wegschauen unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit, der Menschenrechte und anderer. Weil dadurch der Weg geebnet wird, dass diese extremistischen Züge sich weiterverbreiten und frei entfalten können.

Das „Burkaverbot“ wird schon lange von der FPÖ gefordert. Was würde es bringen?

Ich habe mich sehr viel mit dem Thema beschäftigt. Ich habe ein paar Monate lang in Malaysien gearbeitet und viel Kontakt gehabt zu muslimischen Frauen, die entweder Kopftuch getragen haben oder auch dazu gezwungen wurden. Ich habe teilweise wirklich erschreckende Geschichten gehört, in denen es beispielsweise darum ging, dass eine Kollegin von mir von der Familie zum Kopftuch gezwungen und zwangsverheiratet wurde, in jungen Jahren mit 17 und dann hat sie drei Kinder aus dieser Ehe gehabt und irgendwann hat sie es nicht mehr ausgehalten und ist davongerannt. Worauf sie von der Familie mit Mord bedroht wurde. Ihre drei Kinder durfte sie nie wieder sehen. Solche Schicksale gehen dir nie wieder aus dem Kopf.

Werden nicht gerade diese Frauen, um die es Ihnen da zu gehen scheint, durch das Burkaverbot noch stärker stigmatisiert?

Nein, gerade nicht. Wie gesagt, ich habe mich mit diesen Frauen unterhalten und sie auch persönlich danach gefragt, was sie davon halten würden. Diese Frauen haben gesagt, es würde ihnen helfen. Aber das darf dann auch nicht die letzte Konsequenz sein, dass man Niqab und Burka verbietet – weil da gibt es ja auch Unterschiede – und dann aber die Frauen weiterhin schutzlos der häuslichen Gewalt überlässt. Da muss man natürlich auch, wie das in vielen anderen Ländern der Fall ist, ich glaube in Frankreich, in Italien sowieso, in der Schweiz, hohe Strafen androhen und scharfe Kontrollen bei den Familien oder den Männern durchführen, die dann tatsächlich die Frau zuhause einsperren, sie zwingen, Burka und Niqab zu tragen und sie nicht mehr aus dem Haus lassen. Es gibt natürlich Frauen, die dann nicht mehr aus der Wohnung gelassen werden. Und das verstehe ich dann bei der Argumentation der Linken nicht, der Grünen und der Roten – man kann doch nicht die eine kriminelle Handlung dadurch rechtfertigen, weil es dann eine andere kriminelle Handlung gibt. Da muss man gegen beides vorgehen.

Wie würden Sie denn konkret vorgehen und das bestrafen?

An öffentlichen Plätzen oder in Gebäuden würde ich das Burka/Niqab-Verbot einführen, allgemein ein Vermummungsverbot. Gleichzeitig würde ich rigorose Strafen, erhöhte Strafrahmen für Familien, für Männer, die diese Frauen zuhause einsperren und unterdrücken, einführen. Da würde ich zusätzlich auch schärfere Kontrollen einführen.

Würden Sie da auch in österreichischen Haushalten vorbeischauen, weil jede fünfte Frau in Österreich zumindest einmal in ihrem Leben von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen ist?

Natürlich, das ist genauso ein Problem, wo dringend scharf vorgegangen werden muss. Gegen jegliche Gewalt gegen Frauen. Wir haben jetzt über einen Teilbereich gesprochen, der zu tun hat mit einer Burka und Verschleierung. Natürlich ist es auch keine Frage, dass es Frauen gibt, die das freiwillig tragen. Ich sage aber, dass der Schutz der Frau vor Unterdrückung immer vorgehen muss vor jedem Kleidungswunsch. Es gibt ja auch genügend Islamexperten, die sagen, dass das Kopftuch nichts mit der Religion zu tun hat. Viele Länder in Europa haben das Kopftuchverbot bereits eingeführt. Nur Österreich wehrt sich dagegen. Dafür habe ich kein Verständnis – besonders wenn die Argumentation von der Seite kommt, die sich immer für Gleichberechtigung und Emanzipation einsetzt.

Letzte Frage: Ist Bundeskanzlerin ein Job, der Sie reizen würde?

Das ist ein Job, mit dem ich mich überhaupt nicht beschäftige. Ich bin 28 Jahre alt, bin erst zweieinhalb Jahre in diesem Job, und sehe es als oberstes Ziel an, diesen Job so gut wie möglich zu machen, zu lernen, mich weiter zu entwickeln und das Beste herauszuholen. Um irgendwelche Positionen sollte es niemals gehen.

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