Pepsi will Snacks für Frauen auf den Markt bringen

Frauen essen gaaaanz anders als Männer. Das behauptet zumindest Pepsi und will salzige Snacks für Frauen entwickeln.

All die guten Argumente gegen Chips, Salzstangerl und sämtliches frittierte Salzgebäck aus knisternden Beuteln (fettig und ungesund, bedenkliche Zutaten wie Palmöl oder Geschmacksverstärker, und überhaupt und sowieso nicht Teil einer ausgewogenen Ernährung) sind an schlechten Tagen, auf guten Parties oder beim gemütlichen Netflix-Abend schnell vergessen. Weil es wohl kaum was Besseres gibt, als sich laut schmatzend eine Packung knuspriges Salzgebäck reinzustopfen und sich dann genüsslich die salzig-krümeligen Finger sauber zu lecken. Doch halt: Frauen machen das nicht! Nie! Obwohl sie nichts lieber tun würden, zügeln sich weltweit und täglich unzählige arme Frauenseelen und leben ein trauriges, chips-freies Leben. Das behauptet zumindest Pepsi und will die eigens erfundene Marktlücke auch gleich schließen. Mit dem Produkt der Stunde: Snacks für Frauen!

Hassen Frauen Chipskrümel?

Im Podcast desFreakonomics Radio erzählt Indra Nooyi, CEO der PepsiCo., wie sie Frauen dabei helfen will, auch beim Snacken ihr Elfenmädchen-Image zu bewahren:

"Viele junge Männer essen Chips, lecken sich dabei genüsslich die Finger und wenn die Tüte fast leer ist, dann schütten sie sich die restlichen Krümel einfach in den Mund (...). Frauen würden das auch gerne machen, aber sie tun es nicht. Sie wollen einfach nicht so laute Essgeräusche in der Öffentlichkeit machen, sie lecken sich nicht so ausgiebig die Finger und sie wollen sich die Reste nicht einfach in den Mund schütten."

Die Lösung für dieses schreckliche und sehr reale Problem wird wahrscheinlich Pepsis eigenes Snacksortiment für Frauen sein. Das soll dann nicht so knusprig sein, weniger Gewürze auf den Fingern hinterlassen und in kleineren Packungen erhältlich sein. Weil Frauen nicht nur von Geräuschen und Krümel der Salzsnacks total verunsichert werden, die armen Hascherl, sondern so eine Chipspackung auch nicht in eine herkömmliche Handtasche passt. Dabei würden Frauen doch nichts lieber tun, als ständig Snacks mit sich herum zu tragen. Ein trauriger Zustand, der sofort behoben werden muss, sagt Nooyi.

Pepsi und der Unsinn des Gender Marketing

Pepsi beweist damit kurzsichtige Produktentwicklung und peinliches Gender Marketing und ein fragwürdiges Frauenbild. Sollen Produkte Frauen schmackhaft gemacht werden, gilt in vielen Branchen immer noch der Grundsatz "shrink it and pink it" - also mach es kleiner und am Besten rosa.

Dieses stereotype Frauenbild vieler ProduktherstellerInnen kostet sie potentielle Kundschaft. Weibliche Bedürfnisse gehen immerhin über Farbgebung und niedliche Größen hinaus, Männer können von Produkteigenschaften profitieren, die eher als "weiblich" gelten. Bosch hat etwa einen kleineren und leichteren Akkuschrauber entwickelt, der dennoch eine uneingeschränkte Leistung bringen konnte. Und? Alle waren zufrieden, das Produkt brach sämtliche Verkaufsrekorde.

Gute Produktentwicklung und Marketing schaffen es, Genderstereotypen zu hinterfragen und im besten Fall Produkte anzubieten, die für alle Geschlechter interessant sind, anstatt sich auf stumpfsinnige Klischees zu verlassen. Die schrecken am Ende nämlich eher ab, als dass sie KundInnen gewinnen.

 

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