Pensionssplitting: Alles was ihr wissen solltet!

Pensionssplitting ist eine gute Möglichkeit, um die Kinderbetreuungszeiten eines Elternteils auszugleichen und dessen Pension zu ­erhöhen. Wir haben alle Infos.

Pensionssplitting: Alles was ihr wissen solltet!

Was ist Pensionssplitting?

Kümmert sich ein Elternteil mehr um die Kindererziehung, kann dieser oft weniger Stunden im Beruf ausüben und zahlt demnach weniger auf sein Pensionskonto ein. Dadurch entsteht ein Rentenverlust. ­Pensionssplitting soll diese Differenz zumindest teil­weise reduzieren. Einem Elternteil wird weniger am Pensionskonto gutgeschrieben, stattdessen wird der Betrag dem anderen Elternteil übertragen. Ein einfacher Antrag reicht. Splitten kann man übrigens auch, wenn es um die Betreuungszeiten für Stiefkinder, Adoptivkinder und Pflege­kinder geht. Das Splitting beginnt dann nicht mit dem Geburtsjahr, sondern mit dem Beginn der Elternschaft. Wichtig zu wissen: Es werden nur Pensionsgutschriften übertragen, keine Versicherungszeiten, und natürlich bekommt man deshalb nicht weniger Geld vom Arbeitgeber überwiesen. Am Lohn ändert sich nichts.

Wer kann Pensionssplitting beantragen?

Prinzipiell ist das Angebot für jedes Elternpaar geeignet, egal ob verheiratet, verpartnert oder auch getrennt lebend. Es muss auch nicht zwingend ein Elternteil komplett beim Kind zu Hause bleiben, damit es Sinn hat – man kann auch Pensionssplitting vereinbaren, wenn eine Person teilzeitbeschäftigt ist. Der Antrag ist ganz einfach: Auf der Homepage der Pensionsversicherungsanstalt steht ein Formular zum Download bereit, darin tragen die Eltern gemeinsam ein, wie sie gerne aufteilen möchten. Welche Prozentsätze pro Jahr geteilt werden (mit der Obergrenze von 50 Prozent) bzw. welcher feste Betrag übertragen wird, können die Paare selbst ver­einbaren.

Kann man diese Teilung vornehmen, bis die Kinder aus dem Haus sind?

Nein, man kann diesen Übertrag vom Geburtsjahr bis zum Kalenderjahr, in dem das Kind sieben Jahre alt wird, durchführen. Wenn es mehrere Kinder gibt, kann insgesamt maximal 14 Kalenderjahre lang die Pensionsgutschrift geteilt werden. Hat man sich geeinigt, wie man teilen möchte, kann man ein Beratungs­gespräch vereinbaren oder einfach das Formular ausfüllen. Darauf erklärt man, in welchem Lebensjahr wie viel geteilt wird. Beispielsweise könnte man die ersten vier Jahre 30 Prozent teilen, danach 50 Prozent. Diese Vereinbarung ist jedem Paar selbst überlassen, wobei jedoch die jährliche Höchstbeitragsgrundlage beim übernehmenden Elternteil nicht überschritten werden darf (Stand 2022: € 79.380,–).

Tipp: Jeder Pensionsversicherungsträger in Österreich bietet Pensionssplitting an. Man kann diese Leistung also sowohl bei der PVA, SVS oder BVAEB be­antragen.

Welche Fristen muss man beachten?

Man kann Pensionssplitting auch rückwirkend beantragen. Wichtig ist, dass es bis zum zehnten Geburtstag des jüngsten gemeinsamen Kindes beantragt wird, sofern der Altersunterschied der Kinder nicht mehr als zehn Jahre beträgt. Danach muss man sich nur noch einigen und den Antrag ausfüllen. Es kann auch für jedes Jahr zum Beispiel ein anderer Prozentsatz oder Betrag festgelegt werden, der übertragen wird. Dabei sollte man beachten, dass dem überwiegend erziehenden Elternteil in den ersten vier Jahren automatisch € 2.027,75 (Stand 2022) für Kinderbetreuung auf dem Pensionskonto gutgeschrieben werden. Dieser Betrag ist fix und unabhängig davon, wie viel man davor verdient hat.

Kann man das Splitting, zum Beispiel nach einer Trennung, rückgängig machen oder widerrufen?

Nein – wenn man die Vereinbarung einmal getroffen hat, kann man diese nicht mehr aufheben oder ändern, auch nicht im Falle einer Trennung oder Scheidung der Eltern. Das ist wichtig und eine gute Absicherung! Es können aber nur Teilgutschriften, die aus einer Erwerbstätigkeit entstanden sind, übertragen werden. Bezieht der Elternteil, der einen Teil der Pensionskontogutschrift übertragen möchte, z. B. eine Weile Arbeitslosengeld, Kinderbetreuungsgeld, Kranken­geld oder Geld während einer Bildungs­karenz, kann dies nicht übertragen werden.

Die Teilung in der Praxis

Beispielrechnung:

Der Vater überträgt der Mutter für ein Jahr 50 Prozent seiner Teilgutschrift.
Er verdient monatlich: € 2.600,–

50 Prozent der Beitragsgrundlage
monatlich: € 1.300,–

Übertragen werden also jährlich
(€ 1.300,– × 14): € 18.200,–

Jährliche Teilgutschrift in der
Pensionskasse (1,78 Prozent):
€ 323,96

Monatliche Gutschrift am
Pensionskonto der Frau (÷ 14):
€ 23,14 mehr

Für den Mann verringert sich der monatliche Pensionswert um diesen Betrag.
Wird das Splitting für sieben Jahre vereinbart, erhöht sich die Pension der Frau monatlich um insgesamt € 161,98.

Tipp: Auf der Website der Pensionsversicherungsanstalt unter pv.at findet man Infos sowie einen Folder zum Thema Pensionssplitting. Zusätzlich stehen Mitarbeiter*innen für Beratungsgespräche zur Verfügung. Das Formular zum Download findet man unter "Anträge und Formulare".

 

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