Penny leert seine Regale, um auf ein wichtiges Thema hinzuweisen

Die KundInnen standen in einem "Penny"-Supermarkt am Montag vor gähnender Leere. Der Grund: das Bienensterben.

Am 20. Mai ist Internationaler Weltbienentag. Grund genug, um verstärkt auf das weltweite Bienensterben hinzuweisen - und darauf, dass es uns alle betrifft.

Die Supermarktkette "Penny" hat sich deswegen eine besondere PR-Aktion ausgedacht. Sie leerten im Penny-Markt in Hannover-Langenhagen am Montag die Regale - und entfernten alle Produkte, bei deren Herstellung Bienen eine Rolle spielen. Die Folge war, dass offenbar rund 60 Prozent aller Artikel nicht mehr in den Regalen standen. "Eine Welt ohne Bienen wäre fundamental anders – damit wollen wir sie hier konfrontieren", sagte ein Sprecher der Rewe-Gruppe, zu der Penny gehört, gegenüber Spiegel Online.

So sieht es im Supermarkt aus, wenn es keine Bienen mehr gibt:

Denn nicht nur Obst und Gemüse sind auf Bienen angewiesen, auch viele Pflegeprodukte, Kaffee, Kakao und sogar Fertiggerichte hängen vom Überleben der Insekten ab. Schließlich brauchen wir dafür Sonnenblumenöl, Shea-Butter und Wachs. Bienen sind direkt nach Rindern und Schweinen die wichtigsten Nutztiere für den Menschen, denn sie bestäuben 75 Prozent unserer Kultur- und 90 Prozent der Wildpflanzen.

Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) sagte in der Filiale: "Die Konsequenzen eines ungebremsten Insektensterbens werden uns hier auf deutliche Weise vor Augen geführt." Laut einer Studie der University of Saskatchewan ist der Bienenbestand in den vergangenen drei Jahrzehnten in Biomasse gemessen um 75 Prozent zurückgegangen.

"Schuld daran ist vor allem die industrielle Landwirtschaft", sagt Bundesgeschäftsführer Leif Miller vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) gegenüber "Spiegel Online". Pestizide wie Glyphosat, fehlende blühende Ackerrandstreifen und Brachflächen - all das töte Bienen oder biete ihnen keine Nahrung und keinen Schutz. Der niedersächsische Umweltminister fordert im Video oben, dass es bessere wissenschaftliche Untersuchungen über den Rückgang der Insekten brauche, dass man der Natur mehr Raum gebe und dass man "dein Einklang zwischen Landwirtschaft und Ökologie" finde.

 

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