Paul Rudd

Paul Rudd - Wer ist das? Fragte sich die halbe Redaktion, als es hieß: Wir treffen Paul Rudd zum Kurztalk über seinen neuen Film „Immer Ärger mit 40" in einem Wiener Ringhotel.

So viel schon mal vorab: Er ist Hollywoodstar. Und gehört zu jenen Schauspielern, deren Gesicht man zwar aus unzähligen Filmen kennt, nur deren Namen man nicht parat hat ... Also, zur Beschreibung: Paul Rudd ist der mit dem braunen, (meist) lockigen Haar, der immer die netten Typen spielt- bekannt als Filmpartner von Jennifer Aniston (etwa: Liebe in jeder Beziehung, Wanderlust) oder als Freund von Phoebe in der TV-Serie Friends. Spätestens jetzt folgt meist ein: Ach, der ist es!

Paul Rudd vertritt sich zwischen dem Interviewmarathon die Beine in der Hotelsuite. Er ist trotzdem gut gelaunt, schenkt uns ein breites Grinsen, lässt sich aufs Sofa plumpsen und wuschelt sich durch seine graumelierten Haare. Sehr verärgert schaut der bald 44-jährige jedenfalls nicht aus - heißt sein neuer Film doch „Immer Ärger mit 40"(Ö-Start: 15.3.). Ein typischer Rudd-Streifen: eine Komödie, in der man sich mal hier mal da wiederfindet während man dem netten Typen zusieht, wie er sein Leben mit all den Hochs und Tiefs sowie mit viel Charme meistert...

Bei manchen Filmszenen denkt man sich: Hm, wie ging's Paul Rudd da wohl am Set? Etwa als Sie am Klo sitzen, Ihre Film-Gattin die Klotür aufreißt und sie zum Streiten beginnen. Oder als Sie mit gespreizten Beinen am Bett liegen, einen Spiegel vor den Allerwertesten halten und Ihre Frau bitten, da mal genau hinzuschauen, da sei irgendwas komisch ...

Tja, ich hatte Glück, dass ich mit allen am Set schon oft zusammengearbeitete habe und wir mittlerweile Freunde sind. Da fühlte ich mich wohl und sicher. Und vergaß, dass dies ein Film sein wird, den verdammt viele Menschen auf der ganzen Welt sehen werden! Aber ganz abgesehen davon: das gehört zur Ehe dazu, dort gibt es wenig Platz für Eitelkeit.

Apropos „zur Ehe dazugehören": Sie sind seit 10 Jahren verheiratet. Was soll denn in der Ehe nicht fehlen?

Also es klingt einfach, ist es aber nicht immer: mit dem Partner richtig zu kommunizieren. Heißt: fähig sein, über Dinge die einen belasten oder beschäftigen zu sprechen, sich dem anderen zu öffnen - das sehe ich als Schlüssel zum Beziehungsglück. Und genauso, Probleme miteinander angehen, sie miteinander beleuchten und daran arbeiten. Wenn man nach diesem Muster vorgeht, werden die Bande zwischen zwei Menschen immer stärker und stärker. Und du wirst älter und älter und machst dann einen Film darüber (lacht).

Wissen Ihre beiden Kinder, dass sie einen berühmten Vater haben?

Naja, die Kleine hat es noch nicht ganz kapiert. Sie ist drei Jahre und besuchte mich bereits am Set und sah mich auch im Fernsehen. Wobei das heutzutage nichts mehr besonderes ist, ist mittlerweile doch jeder im TV, sie quasi auch - etwa wenn wir mit dem iPhone uns filmen und uns es dann ansehen. Mein achtjähriger Sohn hat das mit dem Promi-Status schon längst verstandenen. Früher wunderte er sich stets, wenn wir die Straße entlang gingen, dass Leute mich grüßen und fragte immer: Kennst du den? Ich: Nein. Und er: Warum sagen die Hallo zu dir? Ich hab‘s ihm immer wieder erklärt. Aber er schaut selten meine Filme an, er steht mehr auf Action und Abenteuer...

Ihre Filme sind mehr "harmlose" Komödien. Und sie werden auch nicht „Actionheld" oder „bad guy" genannt, sondern „Everybody‘s Darling" oder „Mr. Liebenswert" - mögen Sie Ihre Spitznamen?

Langweilig!!! (Rudd täuscht ein Gähnen vor und lacht).

Warum spielen Sie keine Bösewichte?

Es muss nicht immer gleich ein Bösewicht sein. Wir alle haben Momente in denen wir liebenswert aber auch welche in denen wir nicht liebenswert sind. Das finde ich spannend. Und ich spiele lieber die Rollen, mit denen sich das Publikum voll identifizieren kann.


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Paul Rudd gilt als „männliche Jennifer Aniston“, von Frauen wie Männern gleichermaßen gemocht …

Sein neuer Film: „Immer Ärger mit 40“ (ab 15.3.) mit Leslie Mann, Megan Fox und Jason Segel.
Die Story: Comedy-Guru Judd Apatow stellte für die Story über Midlife-Crisis in einer Mittelschicht-Ehe nicht nur seinen alten Bekannten Paul Rudd (aus: Anchorman, Anchorman 2, startet 2013, bis Wanderlust) vor die Kamera, auch seine eigene Ehefrau Leslie Mann sowie seine Töchter. Pete (Paul Rudd) und Debbie (Leslie Mann) müssen nicht nur mit ihrem 40. Geburtstag und dem Thema Älterwerden auch mit ihren Teenie-Kindern (Maude und Iris Apatow), Stress in der Arbeit und einer Ehekrise fertig werden…

Sie sagten einmal: "Ich werde wohl nie viel Klatschzeitungen verkaufen!" Hatten sie nie Lust, mal einen Skandälchen zu liefern um dicke Schlagzeilen zu bekommen, wie so manche ihrer Kollegen es gernepraktizieren?

Nein, das war und wird nie interessant für mich sein.


Ich nehme an, Sie selbst lesen auch keine Boulevardmedien. Dann wissen Sie sicher nicht, dass Sie und Ihre Filmpartnerin Jennifer Aniston nach mehrmaliger Zusammenarbeit einen gemeinsamen Spitznamen haben:"Paulifer"...

Nein, nie gehört. Paulifer klingt ja schlimm, nach irgendeiner gefährlichen Krankheit. Komm nicht näher, ich hab „Paulifer" (lacht)...


Wir bleiben kurz bei Jennifer Aniston: Sie sagte einmal über Sie, dass Sie die gleiche Person geblieben sind, die Sie bereits im Jahr 1997 (Anm.: da lernten sie sich beim Dreh zu Liebe in der Beziehung kennen) waren ...

Da hat sie wohl meine Kleider gemeint (lacht)! Wir kennen uns schon so lange, sind seit damals befreundet. Ich kann das Gleiche auch über Jennifer sagen, auch wenn sie mit viel mehr in ihrem Leben zurechtkommen musste und muss... wie die ständige Paparazzi-Belagerung.


Wie haben Sie sich all die Jahre so aus den Klaschspalten herausgehalten?

Ganz einfach: meine Leben ist für andere nicht spannend, weil es sich von anderen Leben kaum unterscheidet. Ich wohne in Californien, bin ein über vierzig jähriger Vater und Ehemann...


Aber das ist interessant!

Echt?


Ja, genau davon handelt doch ihr neuer Film!

Oh ja, stimmt! (lacht).

 

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