Passt, sitzt und hat Form!

Hier gibt's die Fortsetzung der Ernährungstipps aus der aktuellen miss von Ernährungsprofi Ariane Halmer!

Warum ist das Thema Ernährung für viele ein Dorn im Auge?
In unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft sind Nahrungsmittel meist im Überfluss vorhanden. Damit verbundene negative Auswirkungen sind jedoch oftmals Übergewicht und ernährungsbedingte Erkrankungen. Viele Menschen haben verlernt, auf ihren Körper zu hören und ihm nährstoffreiche Lebensmittel in der richtigen Menge zuzuführen. Vor allem Frauen leiden oft unter permanentem schlechten Gewissen, wenn es um das Thema Ernährung geht, und können die lustvolle Seite des Essens im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr entsprechend „auskosten“.

Was bringen Diäten? Sind sie überhaupt für etwas gut? Was bewirken Diäten?
Grundsätzlich muss man bei einer „Diät“ unterscheiden, ob es sich um eine solche zur Gewichtsreduktion oder eine krankheitsbedingte Diät als begleitende Therapieform handelt. Umgangssprachlich wird unter einer Diät meist eine Ernährungsform zur Erreichung einer Gewichtsreduktion verstanden. Eine Diät im ursprünglichen Sinne des griechischen Wortes „diaita“ sollte im Idealfall der Beginn einer neuen Ernährungs- und Lebensweise sein. Diäten können bei Ernährungsplänen, die nicht das vielfältige Spektrum unseres Nahrungsangebotes berücksichtigen, zu Mangelerscheinungen führen. Zudem werden sie meist nur über einen bestimmten Zeitraum durchgehalten, weil sie bestimmte Gebote und Verbote beinhalten, die der Abnehmwillige als nicht angenehm empfindet. Der berühmte Jojo-Effekt ist meist die Folge: der Körper schaltet um auf Notfallsmaßnahmen (man legt nach der Diät oft sogar an Gewicht zu), weil der Körper aufgrund reduzierter Kalorien für vermeintlich schlechte Zeiten anspart. Eine Diät macht nur dann Sinn, wenn sie als Einstiegsprogramm zu einer Ernährungsumstellung genutzt wird, die dann auch langfristig beibehalten werden kann.

Was sind die Gefahren von Diäten?
Diäten können aufgrund von einseitigen Ernährungsvorgaben zu Mangelerscheinungen führen. Evolutionsmäßig ist der Mensch aufgrund seines Kauapparates und seines Verdauungstraktes als Pflanzen- und Fleischfresser zu bewerten (Sammler und Jäger). Bei der sogenannten „Trennkost“ wären z.B. Kohlenhydrate und Eiweiss zu trennen, was innerhalb einer Mahlzeit eher nur schwer durchführbar ist. Bei „Formula-Diäten“ (Instant-Getränke) werden Kiefer und Zähne praktisch nicht eingesetzt. Bei der „Hollywood-Diät“ konzentriert man sich auf tropische Früchte und Gemüse mit wenigen Fleisch- und Eiertagen – langfristig sollte eine solche Diät keinesfalls durchgeführt werden, da sie zu Mangelzuständen führt. Die meisten Diäten beinhalten zudem keinen Lerneffekt bezüglich vielseitiger, nährstoffreicher Ernährung.

Warum sind Diäten Unsinn?
Weil sie meist nur über einen gewissen Zeitraum durchgehalten werden können. Die Diät-Willigen empfinden manche Diät-Formen als einschränkend und eintönig, die Freude am Essen bleibt oft auf der Strecke, und damit auch die Lebensfreude.

Was ist die Alternative zu Diäten?
Eine Alternative zu einer Diät stellt die sogenannte Vollwert-Ernährung dar, die für alle Bevölkerungsgruppen gut geeignet ist. Sie berücksichtigt nicht nur individuelle Bedürfnisse, sondern darüber hinaus idealerweise auch noch globale Zusammenhänge und ist eine langfristig durchführbare Ernährungsform.

Grundsätze der Vollwert-Ernährung
1.genussvoll und bekömmlich
2.überwiegend pflanzlich
3.bevorzugt gering verarbeitet
4.ökologisch erzeugt
5.regional und saisonal
6.umweltverträglich verpackt
7.fair gehandelt

Wann sollte man sich in die Hände von Experten geben?
Vielen Menschen ist möglicherweise gar nicht bewusst, dass Ernährung tatsächlich lebensnotwendig für den menschlichen Organismus ist. Es gilt u.a., Organfunktionen aufrecht zu erhalten, Energie zu gewinnen und für einen reibungslosen Stoffwechsel zu sorgen. Auch unser Immunsystem hängt direkt mit der entsprechenden Ernährung zusammen. In einer Ernährungsberatung wird Fachwissen über nährstoffreiche Ernährung vermittelt bzw. kann auf individuelle Befindlichkeiten bzw. Störungen Einfluss genommen werden. Weiters kann eine Ernährungsberatung einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leisten.
Hier eine Auswahl der Themenbereiche: Über- oder Untergewicht Vegetarismus/Veganismus Verdauungsstörungen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien Blutzuckerspiegelproblematik (u.a. Diabetes, Heißhungerattacken) Schwangerschaft & Stillzeit Wechseljahre

Welche Tipps haben Sie für Menschen die sich gesund ernähren möchten und fit bleiben möchten? Was heißt eigentlich "die Ernährung umstellen"? Darf man da gar nix mehr "gutes" essen?
Ein gesunder Lebensstil bedeutet, Körper, Geist und Seele fit zu halten. Wenn Körper & Geist einfach „immer in Bewegung bleiben“, profitiert auch die Seele. Dies muss nicht immer der Extremsport sein, auch bei flottem Gehen kommen Herz und Kreislauf in Schwung. Die Ernährung umzustellen, bedeutet, für sich persönlich einen gangbaren, freudvollen Weg zu finden - unter Berücksichtigung einer vielseitigen, im wahrsten Sinne des Wortes bunten und nährstoffreichen Ernährung, die auch die Lieblingsspeise oder die geliebte Schokolade beinhalten darf, wenn sie in Maßen konsumiert werden und sich dabei ein gesundes Gesamtpaket ergibt.

Kochbuch-Tipp: Vollwert-Küche für Genießer, Leitzmann/Million, www.Bassermann-Verlag.de

Zum Schluss noch die entsprechenden Empfehlungen der Vollwert-Ernährung zum-an-den-Kühlschrank-heften:

Reichlich verzehren
Gemüse, z.T. Frischkost Obst, z.T. Frischkost, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Wasser, Kräuter- und Früchtetees, Gewürze und Kräuter

Mäßig verzehren
Nüsse, Ölsamen und Ölfrüchte Native, kaltgepresste Öle, Butter, Milch (-erzeugnisse), Fleisch, Fisch und Eier Jodiertes Salz, Honig

Selten verzehren
Konservierte Lebensmittel, Nicht-Vollkornprodukte, Raffinierte Fette, Fleisch-Erzeugnisse, Alkohol, Kaffee, schwarzer Tee

Möglichst meiden
Isolierte Zucker, Süßwaren, Isolierte Substanzen, Fertigprodukte

 

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