Papst Franziskus hält Schläge in der Kindererziehung für vertretbar

In einer Audienz erklärte Papst Franziskus das Schlagen von Kindern für vertretbar - solange sie dabei "ihre Würde behielten."

Bisher hatte Papst Franziskus mit für die katholische Kirche überraschend liberalen Aussagen positiv aufhorchen lassen - mit seinem letzten Kommentar scheinen jedoch alle bisher gesammelten Sympathiepunkte verloren gegangen zu sein: Während seiner Generalaudienz vergangenen Mittwoch wurde die Rolle des Vaters in der Familie behandelt. Einen guten Vater mache es Franziskus zufolge aus, dass er vergeben könne, aber auch in der Lage sei, sein Kind "mit Bestimmtheit zu korrigieren", ohne es zu entmutigen. Als Beispiel erzählte der Papst folgende Anekdote: "Einmal habe ich einen Vater bei einem Treffen mit Ehepaaren sagen hören: 'Ich muss manchmal meine Kinder ein bisschen schlagen, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu demütigen.' Wie schön!," meinte Franziskus weiter, "Er weiß um den Sinn der Würde. Er muss sie bestrafen, aber tut es gerecht und geht dann weiter."

Vatikan verteidigt Franziskus' Aussagen

Ein Mitarbeiter der Pressestelle des Vatikan nahm in einer Email auf die prompt aufbrandende Kritik an der Aussage Franziskus' Bezug und verteidigte den Papst: "Wer hat seine Kinder nicht gezüchtig oder ist von seinen Eltern als Heranwachsender gezüchtigt worden?" Der Papst habe schließlich nicht davon gesprochen, einem Kind gegenüber grausam oder gewalttätig zu sein, sondern darüber, "jemandem beim Wachsen und Reifen zu helfen."

Realitätsnah oder fern jeglicher Vernunft?

Mitte Jänner hatte der Pontifex bereits einmal mit einer Äußerung zum Thema Gewalt irrtitiert: Kurz nach den Anschlägen auf die Redaktion des Pariser Satiremagazins Charlie Hebdo hatte Papst Franziskus sich zum Thema Meinungsfreiheit und deren Grenzen geäußert: Auf Beleidungen dürfe man nicht mit Gewalt reagieren, "aber wenn mein guter Freund ... meine Mutter beleidigt, erreicht in ein Faustschlag."

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