Pantone bringt neue Farbe "Perioden-Rot" heraus, um Menstruation zu normalisieren

Menstruieren ist eines der natürlichsten Dinge auf der Welt – über Menstruation zu reden trotzdem weithin ein Tabu. Das Farb-Unternehmen Pantone möchte das nun ändern.

Period Red

Das Pantone Color Institute gibt, was Farben betrifft, weltweit den Ton an. Eine neue Farbkreation des Unternehmens sorgt aktuell für viel Aufregung: Ein knalliger Rot-Ton, den Pantone nun "Perioden-Rot" taufte. Das Ziel sei es, allen, die menstruieren, zu helfen, sich stolz und selbstsicher zu fühlen. Auch sollen Menschen allgemein freier über Menstruation sprechen können, heißt es in einem Statement.

Periode soll kein Geheimnis sein

Die neue Kreation ist in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Intimpflege-Unternehmen Intimina entstanden. Präsentiert wurde der neue "energetisierende" und "dynamische" Farbton, wie ihn Pantone beschreibt, im Zuge einer neuen "Period Empowerment"-Kampagne von Intimina. Es sei an der Zeit, die Periode nicht länger als großes Geheimnis zu behandeln, sondern offen damit umzugehen, findet Intimina Brand Managerin Danela Žagar. "Genug ist genug! Es ist 2020!".

Während viele User*innen begeistert auf die neue Farbe reagierten, kritisierten manche, dass der Rotton der echten Periode nicht gerade nahe käme: "Ich glaube, wer auch immer diesen Farbton ausgewählt hat, hatte noch nie eine Regelblutung", schreibt eine Userin auf Facebook. Auch die Idee einer ganzen Perioden-Kollektion kam auf, welche die vielfältigen Farbtöne des Regelbluts abbilden soll.

Stigmatisierung hat unterschiedliche Gesichter

Obwohl etwa jeder zweite Mensch auf der Welt früher oder später menstruiert, tut unsere Gesellschaft oft so, als existiere die Periode nicht oder wäre etwas, wofür man sich schämen müsse. Millionen Menschen leiden unter dieser Stigmatisierung, die immer andere Gesichter hat: Von verunsichernden Witzen über Menstruation über unrealistische Darstellungen von Periodenblut in Werbungen (oft wird es als blaue Flüssigkeit abgebildet) bis hin zur tatsächlichen Ausgrenzung menstruierender Menschen, wie es manchen Ländern auch heute noch üblich ist. Auch ist der Zugang zu Menstruationsartikeln nach wie vor beschränkt, weshalb Jugendliche vielerorts immer wieder gezwungen sind, den Schulunterricht zu verpassen.

Eine neue Farbe kann all das vielleicht nicht ändern, macht aber darauf aufmerksam, dass die Menstruation ein normaler, alltäglicher Teil des Lebens ist – und nicht etwas, das beschämend, schmutzig oder schlecht ist.

 

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