Pamela Druckerman

Eine Amerikanerin schafft es ganz nebenbei, aus Frankreich zumindest in Erziehungsfragen wieder eine „Grande Nation“ zu machen – und dabei die ganze Welt in einen humoristischen Erziehungsdiskurs zu verwickeln. Dabei wollte die US-Autorin Pamlea Druckerman eigentlich nur wieder einmal ein gutes Buch schrieben ...

Vivre la différence?

Französische Mode, französische Literatur, französisches Essen. Dass Gott in Frankreich wohnt, wissen wir. Dass sich aber auch ausgerechnet dort das „Erziehungsparadies" befindet, vermuten wir erst seit Pamela Druckermans humorvollem Erziehungsratgeber „Warum französische Kinder keine Nervensägen sind". Egal, ob Franzosen tatsächlich den Schlüssel zum Erziehungsglück haben oder nicht, „Warum französische Kinder keine Nervensägen sind" ist der mit Abstand meist diskutierte Erziehungsratgeber weltweit.

Während die deutsch Erstausgabe erst 2013 erschienen ist, erregt „Bringing Up Bébé" - so der US-Originaltitel - bereits seit 2012 in den USA und Großbritannien die Gemüter. Millionenmal ist der Bestseller inzwischen über den Ladentisch gegangen und in 20 Sprachen übersetzt worden.

Erfolgsrezept: Ehrlichkeit & Weisheiten à la carte
Grund genug für die Autorin Druckermann - die vom Time Magazine unter die „100 einflussreichsten Persönlichkeiten des Jahres 2012" nominiert wurde - in Blitzgeschwindigkeit ein Follow-Up-Buch zu publizieren: „Bébé Day by Day: 100 Keys to French Parenting" ist seit dem Valentinstag 2013 in den USA erhältlich. Geboten werden abermals Erziehungstipps aus der Pariser Elterntrickkiste für die Hardcore-Fans francophiler Lebens- und Erziehungsweise; à la carte serviert und in appetitlich-humorigen Häppchen geschnitten. Leicht verdaulich und lustig, auch für „Erziehungsversager".

Pamela Druckerman

Als in „Erziehungsfragen beratungswürdige Durchschnittsmutter", beschreibt sich die Autorin und Mutter von drei Kindern auch selbst. Zumindest was den Anfang ihres Abenteuers als Neo-Mami betrifft. Gerade das macht sie so sympathisch und ihre Bücher so lesenswert. Nicht der erhobene Zeigefinger ist Gegenstand ihrer Bücher sondern die ironisch interpretierte Selbsterfahrung, Aha-Erlebnis inklusive. Zum Schieflachen - natürlich nur solange man nicht selbst in der Erziehungspatsche steckt. Man muss die Botschaft ihrer Bücher nicht verbreiten um Spaß daran zu haben Pamela Druckermans Bücher zu lesen. Sie macht es Müttern leicht, sich mit ihr zu identifizieren.

Applaus gibt's aber auch von Fachkolleginnen. Nämlich von Bestseller-Autorin Amy Chuan, der „Tigermutter", die mit ihrem Buch „Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte" (Originaltitel: Battle Hymn of the Tiger Mums") 2011 für Gesprächsstoff sorgte.

Druckermans Bucherstling „Fremdgehen: Die Regeln des Seitensprungs in aller Welt" - erscheinen 2007 unter dem schwungvollen US-Titel „Lust in Translation" - lädt übrigens auch zum Schmökern ein. Auch wenn die Franzosen in diesem Buch im internationalen Vergleich NICHT ganz so gut abschneiden ...

Pamela Druckerman studierte internationale Beziehungen an der Columbia University und einen Abschluss in „Comedy Improvisation“ der Theatergruppe Upright Citizens Brigade.
Zwischen 1997 und 2002 war sie Auslandskorrespondentin für das Wall Street Journal in Buenos Aires, São Paulo and New York bis sie der Zufall in die Arme ihres Ehemanns, eines Briten, nach Paris verschlagen hat.

Pamela Druckerman publiziert unter anderem in The New York Times, The Washington Post, The Guardian, The Observer, the Financial Times, New York Magazine, Monocle und Marie Claire.
 

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