"Palmers" regt mit Magermodel-Sujet in "Keller-Ästhetik" auf

Erneut sorgt die Unterwäschefirma "Palmers" mit einem fragwürdigen Werbeplakat für Aufsehen.

Diese Woche scheint die Woche der "Palmers"-Entgleisungen zu sein. Die Unterwäschefirma sorgt nach dem Skandal rund um die "Osterhöschen" erneut für Aufregung.

Diesmal im Mittelpunkt: ein Sujet, das ein sehr dünnes Model in ebenfalls schäbiger Umgebung zeigt. Das Plakat wurde von der Journalistin Hanna Herbst auf Facebook gepostet - und sorgt seitdem für viele empörte Reaktionen.

Jetzt mal ganz ehrlich: Wie zur Hölle konnte es passieren, dass jemand glaubt, mit einem Foto wie diesem Unterwäsche bewerben zu müssen?

Posted by Hanna Herbst on Mittwoch, 19. April 2017

Die "Keller-Ästhetik" scheint bei den Kommentierenden nicht so gut anzukommen. Eine Userin schreibt: "Ich möchte sie aus dem Loch befreien und ihr etwas anziehen." Ein wenig derber drückt es eine andere Userin aus: "Ich glaube, sie wollen Fritzls und Priklopils als Kunden gewinnen." Eine weitere Facebook-Userin stößt sich an dem Untergewicht des Models: "Ich bin ja froh, dass mir vor Jahren schon eine Palmes Verkäuferin unmissverständlich mitgeteilt hat, dass es in ihrem Shop nix für mich gibt. Das ist gruselig. Wie war das mit nix unter 18 und nix unter einem bestimmten BMI. Allein das rechte Oberärmchen.." Manche rufen sogar dazu auf, die Firma zu boykottieren.

Reaktion von "Palmers": Die Frau wird mit ,Mutter Natur' assoziiert

Auf WIENERIN.at-Anfrage reagiert die Pressestelle von "Palmers" mit folgendem Statement - zunächst zum "Osterhöschen"-Shooting:

"Wir distanzieren uns ganz bewusst von sozialen Stigmata, die Frauen gesellschaftlich oktroyiert werden, die beschreiben, welche Rolle Frauen in unserer Gesellschaft zu spielen, oder wie sie sich zu kleiden haben. Wir möchten allen Frauen vermitteln, dass PALMERS eine Stigma-freie Umgebung darstellt, in der jede Frau ihren persönlichen Look kreieren kann." Man glaube "fest daran, dass es eine Kunst ist, eine Frau zu sein."

Zur eigenwilligen Umgebung der Shootings sagen sie: "Die Kampagne zeigt, wie die Natur in unser städtisches Leben Einfluss nimmt, damit unser Leben entschleunigt und in Balance bringt. Wir zeigen die besondere Rolle der Frau, die mit ‘Mutter Natur‘ assoziiert Gleichgewicht in unser geordnetes Chaos bringt." Die Rückenansicht wurde demnach gewählt, um die "Besonderheit der Produkte – nämlich Spitze, die sich auf der Rückseite der Höschen befindet – zu zeigen".

Angesprochen auf das neue Sujet und den Gedanken dahinter hält sich die Firma bisher bedeckt, da "die Verantwortlichen heute beinahe durchgängig eingespannt" sind, wie uns der Presseverantwortliche mitteilt. Wir werden hier ein Update hinzufügen, sollte noch eine Rückmeldung zustande kommen.

 

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